Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
18.07.2019
Redaktion avldigital.de
27.05.2019
Leopardi-Tag 2019 Internationale Tagungder Deutschen Leopardi-Gesellschaft und der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Leopardis Dichtung und Philosophie werden gemeinhin als ausschließlich oder zumindest überwiegend pessimistisch beschrieben, obgleich der Autor selbst sich wiederholt gegen eine solcher geleichermaßen vereindeutigende wie reduktive Lektüre aussprach. Tatsächlich lassen sich immer wieder in seinem Werk anti-pessimistische Strategien entdecken, so etwa, wenn Leopardi über die Wirkung eines „pezzo die vera, contemporanea poesia“ schreibt: „essa aggiunge un filo alla tela brevissima della nostra vita“ ( Zibaldone 4450). Natürlich sind die Verhältnisse, wie nicht zuletzt die vielzitierte, aber ihrerseits oft gleichsam pessimistisch vereindeutigte „teoria del placere“ signalisiert, bei Leopardi jederzeit dialektisch. Selbst dort, wo, wie A se stesso , der „inganno estremo“ zerstört ist, wo das Leben nur mehr „Amaro e noja“ zu sein scheint und in einen Satz wie „e fango è il mondo“ mündet, erschöpft sich der Text nicht in einem redundanten Pessimismus, bleibt das Gedicht vielmehr als weiterklingenden Sprachklang und als eindrückliche Bildlichkeit bis in die Gegenwart präsent. Ziel der gemeinsam von der Deutschen Leopardi-Gesellschaft und Vertretern der Romanischen Philologie an der Universität Bonn veranstalten Tagung wird sein, in einem breiten Spektrum von Lesung, Vorträgen und Diskussion Zeugnisse jener Lebenskunst zu entdecken, vor der der Autor nicht nur in seinen Pensieri explizit spricht, sondern die sich überall in Leopardis Werk und seiner Rezeption finden lassen, wenn nur die ausgetretenen Pfade der verbreiteten Pessimismus-These verlassen werden. Organisation Prof. Dr. Barbara Kuhn Präsidentin der Deutschen Leopardi-Gesellschaft Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt barbara.kuhn@ku.de Dr. Milan Herold Universität Bonn Institut für Klassische und Romanische Philologie Am Hof 1, 53113 Bonn mherold@uni-bonn.de Kontakt: +49-8421-9321540 http://bit.ly/2Ww9WGG http://bit.ly/2MbUEmK Programm Donnerstag, 18. Juli 2019 – Übungsraum Romanistik 16.00 Uhr Barbara Kuhn (Eichstätt), Milan Herold (Bonn): Eröffnung 16.30 Uhr Helmut Meter (Klagenfurt): Zwischen anti-pessimistischem Kalkül und latentem Optimismus. Zur «arte del vivere» in Leopardis Pensieri 17.15 Uhr Giuseppe Camerino (Salento): «Chi mi ridona il piangere dopo cotanto oblio?» Il Risorgimento di Leopardi e le risorse del cuore 18.00 Uhr Kaffeepause 18.15 Uhr Uta Degner (Salzburg): «Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar». Die Anagnorisis der Dichtung und der Stolz der Sehenden bei Leopardi und Ingeborg Bachmann 19.00 Uhr Giulia Agostini (Heidelberg): Innere Erfahrung als Lebenskunst. Zur comunità Leopardis und Batailles 20.30 Uhr Abendessen Freitag, 19. Juli – Übungsraum Romanistik 9.00 Uhr Michael Schwarze (Konstanz): Dialektische Herzensprosa. Anmerkungen zu Leopardis Diario del primo amore , 1817 9.45 Uhr Penelope Kolovou (Bonn): Traum und Tod: Poetologische Sprechakte am Beispiel von Leopardis Il Sogno 10.30 Uhr Kaffeepause 11.00 Uhr Daniel Wendt (Münster): «e mi soccorra la rimembranza». Properz 4.7. und die literarische Erinnerung als anti-pessimistische Strategie in Leopardis Il Sogno 11.45 Uhr Giovanni di Stefano (Münster): «Leopardi produce l’effetto contrario a quello che si propone» – Francesco De Sanctis’ Dialog Schopenhauer e Leopardi 12.30 Uhr Mittagessen 14.30 Uhr Martina Kollroß (Düsseldorf): «Dal nulla alla vita»: Leopardis Lebensbegriff 15.15 Uhr Luigi Capitano (Palermo): Le chimere di Leopardi 16.30 Uhr Stadtführung 18.30 Uhr Institut français. Lesung von Burkhart Kroeber: Opuscula Moralia . Oder vom Lernen, über unsere Leiden zu lachen Samstag, 20. Juli – Übungsraum Romanistik 9.00 Uhr Mitgliederversammlung 10.00 Uhr Antonio Panico (Neapel): Leopardi persuasore di vita 10.45 Uhr Paul Strohmaier (Trier): Heiterkeit, posthuman – Leopardi und die Astronomie 11.30 Uhr Kaffeepause 12.00 Uhr Annika Gerigk (Bonn): Verwirrung als Programm – Il Tramonto della luna als erkenntnistheoretisches Problem 12.45 Uhr Milan Herold (Bonn): «Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst» – Leopardis Konzepte der Heiterkeit 13.30 Uhr Barbara Kuhn (Eichstätt), Milan Herold (Bonn): Abschluss der Tagung