Vegetal Poetics: Narrating Plants in Culture and History


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
06.06.2019
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Ecocriticism, 

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies

Erstellt am:
17.05.2019

Vegetal Poetics: Narrating Plants in Culture and History tu-dresden.de/gsw/vegetal-poetics-conference plants.sites.arizona.edu Program: Thursday, June 6 (Vorlesungssaal of the Museum) 1pm Guided Tour through exhibit “People and Plants” with Curator Kathrin Meyer (for panelists, meeting in the lobby of the museum) 2:30pm Welcome Address (Solvejg Nitzke, Joela Jacobs, Isabel Kranz,) 3–4:30pm Political Gardens (Joela Jacobs) Andrée-Anne Kekeh-Dika (University of Paris 8): Jamaica Kincaid’s Writings, or the Possibilities of “Green” Christine Gerhardt (University of Bamberg): “My Jungle fronts on Wall Street”: The Plant Politics of Emily Dickinson’s Exotic Gardens 4:30pm Coffee Break 5–6:30pm Plant Potentials (Isabel Kranz) Helga Braunbeck (North Carolina State University): Writing Trees and Chasing Spirits: Marion Poschmann’s and Esther Kinsky’s Third Nature Poetics Eva Axer (Leibniz Center for Literary and Cultural Research): Metamorphosis of Plants 2.0: Can the Plant be a Paradigm for the Investigation of Dynamic Complexity in Literary Theory? 7–8:30pm Reading and Discussion with Sabine Scho: “Pflanzen erzählen – Pflanzen zwischen Wissenschaft und Dichtung” with Solvejg Nitzke, Isabel Kranz, and Joela Jacobs This is a public event taking place in German. Panelists are invited to attend or take a break . Friday, June 7 (Martha-Fraenkel Saal, Conference Center of the Museum) 9–10:30am Literary Botanies (Joela Jacobs) Rachel Bouvet (University of Quebec at Montreal) and Stephanie Posthumus (McGill University): The Botanical Imaginary Oliver Völker (Goethe University Frankfurt): Intricate Plants and Figures of Growth in Alfred Döblin‘s Writings 10:30am Coffee Break 11am–12:30pm Arboreal Poetics (Nicole Thesz) Patrícia Vieira (University of Coimbra): The Amazonian Rainforest in Literature, Cinema and Art Susan McHugh (University of New England): Forest Thinking in Contemporary Environmentalist Film and Fiction 12:30pm Lunch 2–3:30pm Vegetal Temporalities (Isabel Kranz) Klara Schubenz (University of Mainz): On Stifter‘s Law of Gradualness Robert Barrett (University of Illinois): The Vegetal Temporality of Medieval British Drama 3:30pm Coffee Break 4–5:30pm Vegetal Agencies (Solvejg Nitzke) Giulia Pacini (College of William & Mary): Saving the Body Politic: Ensuring the Flow of Tree Sap in French Revolutionary Discourse Ragnild Lome (Linköping University): Imaginations of Plant Agency in the 1950s and 60s: Readings of the Short Story Trapperne by Cecil Bødker and the Radio Play The Day of the Triffids by John Wyndham 6–7pm Reading and Discussion with Christian Lehnert: “Narrating Plants – Plants between Science and Poetry” with Solvejg Nitzke, Isabel Kranz, and Joela Jacobs This is a public event taking place in German. English translations will be provided. Panelists are invited to attend or take a break . 8pm Conference Dinner (for panelists) Saturday, June 8 (Martha-Fraenkel Saal, Conference Center of the Museum) 9–10:30am Plant Bodies (Solvejg Nitzke) Alessandro Buccheri (LabEx haStec/Centre Jean Pépin): Talking about Plants in Ancient Greek Poetry and Medicine: A Dialogue between Homer and Hippocrates Pamela MacKenzie (University of British Columbia): The Hand, the Eye, the Microscope and the Knife in Nehemiah Grew’s Anatomy of Plants (1682) 10:30am Coffee Break 11am–12:30pm Romantic Plants (Christina Becher) Anke Kramer (University of Siegen): Dynamic Plants in Tieck’s Phantasus Michael Bies (Free University Berlin): Vegetal Life, Vegetal Poetics, and Goethe’s Novella 12:30pm Lunch 1:30–-3pm Plant Palpations (Frederike Middelhoff) Jana Kittelmann (University Halle-Wittenberg): “Amor unit plantas”: Plants as Actors in 18 th -Century Idyll and Love Poetry Maren Mayer-Schwieger (Leuphana University Lüneburg): Phytotaxis: Getting in Touch with Climbing Plants 3pm Coffee Break 3:30pm Concluding Remarks (Joela Jacobs, Isabel Kranz, Solvejg Nitzke)

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Die natürliche Ordnung: Konflikte, Brüche, Kontinuitäten im Naturverständnis von 1600 bis 1900


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
13.06.2019
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Stoffe, Motive, Thematologie, 

Literatur des 17. Jahrhunderts, 

Literatur des 18. Jahrhunderts

, und 1 weitere

Erstellt am:
17.05.2019

Kolloquium: Die natürliche Ordnung: Konflikte, Brüche, Kontinuitäten im Naturverständnis von 1600 bis 1900 Ort: Graz (Österreich), Heinrichstraße 26, SR 09.23 (2 OG) Veranstalter: Zentrum für Wissenschaftsgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz Datum: 13.06.2019 Das Zentrum für Wissenschaftsgeschichte der Karl-Franzens-Universität Graz veranstaltet am 13.06.2019 ein Kolloquium mit dem Titel „Die natürliche Ordnung: Konflikte, Brüche, Kontinuitäten im Naturverständnis von 1600 bis 1900“, zu welchem alle interessierten Zuhörer und Zuhörerinnen herzlich eingeladen sind. Die Ordnung der Natur ist seit jeher integraler Bestandteil naturphilosophischer Auseinandersetzungen im Zuge der Erfassung und Abbildung der Welt. Man fragte nach dem Garanten für die natürliche Ordnung – ist sie in der Unveränderlichkeit Gottes zu suchen (Descartes), folgt sie geometrischen Prinzipien (Hobbes) – und nach dem Zusammenhang zwischen der moralischen und natürlichen Ordnung der Welt (Naturrechtsgedanke). Zudem brachten der europäische Kolonialismus und die so genannten „Entdeckungsfahrten“ die Naturforscher ab dem 16. Jahrhundert mit zahllosen neuen Pflanzen- und Tierarten in Berührung, die in die bestehenden Naturvorstellungen integriert werden mussten. Außerdem kamen Fragen nach dem Ursprung jener außereuropäischen Völker auf, mit denen man im Zuge der Kolonialisierung erstmals zusammentraf und welche man in das bestehende Weltbild einzufügen versuchte. Durch die langsame Abkehr von einem Scala Naturæ-Denken wurde die Frage laut, in welchem Verhältnis die unterschiedlichen Arten zueinander stehen: Der Gedanke eines linearen Aufbaus wirkte noch lange nach, zunehmend tauchten jedoch auch Vorschläge zu netz- oder baumartigen Systematisierungen der Natur auf und es konnten sich allmählich neue Ordnungsschemata etablieren. Schließlich stieß die Darwin’sche Evolutionstheorie im 19. Jahrhundert Überlegungen dahingehend an, wie eine Natur geordnet werden könne, die nicht aus unveränderlichen Arten zusammengesetzt ist, sondern auf der unermesslichen Anzahl an Varietäten und sich verändernden Organismen basiert. Das eintägige Kolloquium bringt ExpertInnen und NachwuchsforscherInnen zusammen und lädt dazu ein, sich dem Thema „Die natürliche Ordnung: Konflikte, Brüche und Kontinuitäten im Naturverständnis von 1600 bis 1900“ aus unterschiedlichen Perspektiven anzunehmen. Wissenschaftshistorische Forschungen zur Geschichte der Naturwissenschaften sind mit unterschiedlichen Vorstellungen und Konzepten, die in Bezug auf die Ordnung der Natur und die Systematisierung und Klassifikation ihrer Lebewesen vorherrschten, konfrontiert. Die unterschiedlichen Bedeutungen, welche der Naturordnung zugeschrieben wurden sowie die verschiedenen Anschauungen, die in Bezug auf die natürliche Ordnung der Welt existierten, stellen demnach einen Themenkomplex dar, welcher bestimmend für das Verständnis und die Analyse von naturwissenschaftlichen Quellen in den vergangenen Jahrhunderten ist. Diesem zentralen Thema der Naturordnung möchten wir uns im Kolloquium aus unterschiedlichen disziplinären Blinkwinkeln zuwenden. Die epochenübergreifende Ausrichtung des Kolloquiums ermöglicht es zudem, Praktiken und Theorien des Ordnens, die Organisation der Natur sowie die Darstellungsweisen der natürlichen Ordnung im Spannungsfeld von linearer und dynamischer Naturbetrachtung zu beleuchten. Programm: 09:30: Begrüßung 09:45: Keynote : Staffan Müller-Wille (Exeter): Ecken, Tafeln, Linien: Zur Topologie des Rassebegriffs 11:00: Kaffeepause Panel 1: 11:30: Impulsvortrag: Georg Toepfer (Berlin): Serie, Baum, Kreis – und andere Modelle von Naturordnungen im 19. Jahrhundert 12:05: Julia Mierbach (Bonn): Die infinitesimale Reihe als Erbin der Kette der Wesen 12:25: Romana Bund (Linz): Vom System zum Leben: Szenen eines Umbruchs anhand der Her- und Darstellungsgeschichte tierischer Präparate um 1900 13:00: Mittagessen Panel 2: 14:45: Impulsvortrag: Mario Marino (Cottbus): Natürliche Ordnungen und kulturelle Konstrukte in der Rassenklassifikation um 1800 15:20: Malin Sonja Wilckens (Bielefeld): Schädel und die Klassifizierung der Menschheit im Spannungsgefüge von Monogenese und Polygenese 15:40: Reinhard Ferdinand Nießner (Innsbruck): Von der ungeordneten zur geordneten Natur. Naturvorstellungen von Flüssen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts am Beispiel des Tiroler Inn 16:20: Kaffeepause Panel 3: 16:50: Impulsvortrag: Simone De Angelis (Graz): ‘Natur‘, Naturrecht/-gesetz und Geschichte 17:25: Thomas Valentin Harb (Berlin): “Wie zumeist”-Beziehungen und beabsichtigte Ungenauigkeit in der Philosophie: Zum Aristotelismus der Jesuitenmission in China um 1600 17:45: Tatiana Khalyako (München): History, Politics and ‘Order’ in Macbeth Die Teilnahme am Kolloquium ist kostenlos, um eine unverbindliche Anmeldung wird bei Möglichkeit gebeten. Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Lisa Glänzer lisa.glaenzer@uni-graz.at Sophie Bitter-Smirnov sophie.bitter-smirnow@uni-graz.at

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Gefühlsunordnungen. Heinrich von Kleist und die romantische Ökonomie der Affekte


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
08.06.2019
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur des 18. Jahrhunderts, 

Literatur des 19. Jahrhunderts

Erstellt am:
17.05.2019

Im Rahmen der Frühjahrstagung der Japanischen Gesellschaft für Germanistik findet am Samstag, den 8. Juni 2019, von 14:30 Uhr bis 17:30 Uhr an der Tokyoter Gakushuin University im Westgebäude 2 (Raum 402) das folgende Symposium statt: Gefühlsunordnungen Heinrich von Kleist und die romantische Ökonomie der Affekte Affekte, Gemütsbewegungen, Leidenschaften sind Gegenstand diskursiver Kontrollen und gesellschaftlich-ökonomischer Codierungen. Norbert Elias hat den Prozess der Zivilisation an die Zunahme der Affektkontrolle gebunden. Im Kontext dieser Geschichte der Affektregulierungen nimmt das Werk Kleists eine Sonderstellung ein, werden darin doch immer wieder Affekte aus ihren diskursiv-sozialen Verankerungen und dem Gehäuse der Innerlichkeit in eine Äußerlichkeit gerissen. Liebe, Hass und andere Emotionen sind dann keine Gefühle mehr, sondern flottierende Affekte – austauschbar, wie ‚Küsse‘ und ‚Bisse‘ in Kleists Drama Penthesilea , oder schwankend, wie in seiner Familie Schroffenstein, wo im Affekttaumel ein Totschlag „aus Versehen“ geschieht. Die Kleist-Forschung hat dieses besondere Verhältnis Kleists zu den Affekten verschiedentlich schon zu ihrem Gegenstand gemacht, wenn sie z. B. nach dem Verhältnis Kleists zur rhetorischen Tradition (insbesondere zur Affektenlehre) oder nach seinem Verhältnis zur romantischen Gefühlskultur des 18. Jahrhunderts gefragt hat. Während die ältere Forschung Kleist oft nur in diesem Zusammenhang interpretiert hat, betont demgegenüber die neuere Forschung die Unterschiede zwischen Kleist und dem emotionalen Stil der Romantik, wenn sie (wie beispielsweise das Kleist-Jahrbuch 2008/09) direkt nach ‚Kleists Affekten‘ fragt. Anknüpfend an solche Forschungsergebnisse will sich das Symposium aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive mit der Problematisierung der Affekte bei Kleist auseinandersetzen. Erkenntnis neuerer kulturwissenschaftlicher Forschung ist es, dass die Zeit um 1800, die ja als Übergangszeit zur Moderne gilt, nicht zuletzt durch fundamentale Änderungen in den emotionalen Begriffen und Semantiken bestimmt war: Vor allem ist hier der Aufstieg des ‚Gefühls‘ zu beobachten, welches im Laufe des 18. Jahrhunderts als moralisches und ästhetisches Gefühl reflektiert wird und von den – oft mit der antiken Rhetorik verbundenen – Affekten abgegrenzt wird, die abgewertet werden. Kant beispielsweise nennt die Affekte ‚unbesonnen‘, während er ‚Gefühle‘ als eine Leistung der Vernunft honoriert. Im Zusammenhang mit diesen kulturhistorischen Bestimmungen werden im Symposium, vor allem auch unter Einbeziehung neuerer Theorieansätze, die Affekte im Werk Kleists neu beleuchtet: So werden diese Affekte im Spannungsverhältnis zur Gefühlsökonomie der Romantik und ihren Codierungen im romantischen Diskurs über die Liebe literaturhistorisch analysiert. Kleists Penthesilea ist ein Paradebeispiel für die semiotische Verunsicherung, die um 1800 zwischen den Geschlechtern um sich greift. Kleists Haiti-Novelle Die Verlobung in St. Domingo wird aus postkolonialer Perspektive untersucht mit der Frage, wie im Verhältnis zwischen den ‚Rassen‘ der Affekt der Abjektion wirksam wird. Das Erdbeben in Chili wird als originelle Fortsetzung der Paradies-Geschichte gelesen. Schließlich wird das spezifisch Kleist’sche ‚Rechtgefühl‘, am Beispiel seines Michael Kohlhaas diskutiert. PROGRAMM 14:30-14:40 Uhr: Thomas Pekar (Gakushuin University): Einführung 14:40-15:05 Uhr Yixu Lu ( University of Sydney / JSPS Fellow an der University of Tokyo / Komaba ): Der amouröse Diskurs in Kleists Penthesilea 15:05-15:30 Uhr Thomas Schwarz (Toyko University): „Begierde und Angst“. Die Abjektion gegen Hybridität in Kleists Haiti-Novelle 15:30-15:55 Uhr: Arne Klawitter (Waseda University): Rechtgefühl und Gewalteskalation in Kleists Michael Kohlhaas 15:55-16:20 Thomas Pekar (Gakushuin University): Das Paradies als paradoxe Strukturformel in Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili 16:20-16:45 Uhr Hirosuke Tachibana (Tokyo Institute of Technology): Der unkontrollierbare Gewaltausbruch der elektrisch aufgeladenen Nation. Die Affektmanipulation und der Zufall in Kleists politischen Texten 16:45-17:30 Uhr Abschlussdiskussion

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Internationaler Kongress zum 200. Geburtstag: Welt Wollen. Gottfried Kellers Moderne (1819-1890)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
23.05.2019
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur des 19. Jahrhunderts

Erstellt am:
17.05.2019

Der Zürcher Kongress aus Anlass des 200. Geburtstags Gottfried Kellers unternimmt den Versuch, eines der bedeutendsten literarischen Laboratorien der Moderne neu zu entdecken. Nicht nur die Zeitgemässheit, d.h. die historische Kontextualisierung, sondern vor allem der Anachronismus, die ‹Zukünftigkeit› von Kellers Werk sollen im Zentrum der Diskussionen stehen: Welche Linien führen aus der Welt, die Keller nicht mehr erlebt hat, direkt zurück in seine Manuskripte, zu seinem Wissen, zu seinen Erzählungen und zu seinen Medien? Mit welchen ästhetischen, poetologischen und epistemologischen Strategien begegnet Keller der paradoxalen Herausforderung der conditio moderna, aus der Unmöglichkeit von Kunst wieder Kunst machen zu müssen – eine Herausforderung, der sich nicht nur der grüne Heinrich, sondern beispielhaft auch Viggi Störteler aus den Missbrauchten Liebesbriefen oder Herr Jacques aus den Züricher Novellen stellen müssen? Und welche Bündnispartner abseits des literarischen Feldes stehen Keller bei diesem Projekt zur Verfügung? Die Lektüren, die vor diesem Fragehorizont entstehen sollen, perspektivieren Kellers Werk dabei bewusst als Dokument eines grossangelegten, diskursübergreifenden Transformationsprozesses. Sie tun dies im Widerspruch zu der Einsicht, dass es uns «wohler» sei, «wenn wir nicht zu viel von der Welt wollen und das, was sie uns freiwillig gibt, als gelegentlichen Fund betrachten» (so Keller an Josef Viktor Widmann im Januar 1881). Tatsächlich lassen sich Kellers Texte durchaus als Experimente verstehen, denen es keineswegs um das ‹Wohlsein› zu tun ist und die nicht nur viel von ihrer Welt wollen, sondern auch andere Welten wollen. Aus dem Materialbestand, den ihnen das 19. Jahrhundert stiftet, generieren sie einen Kosmos, in dem (a) Wissenschaft, Ökonomie, Politik und Gesellschaft neu aufeinander bezogen werden; in dem (b) Geschlechterordnungen und Identitätskonzepte zu verschwimmen und dadurch ästhetisch produktiv zu werden beginnen; und in dem (c) die Literatur sich innerhalb des medialen Gefüges neu reflektieren, situieren und definieren muss. Auf welche Weise diese unterschiedlichen Aspekte der Kellerschen Modernität miteinander verschaltet sind und inwiefern die dabei imaginierte Welt Kellers auch ein Massstab der Kritik – nicht zuletzt an der noch jungen Eidgenossenschaft – zu sein vermag: Auch dies soll auf dem Zürcher Jubiläumskongress debattiert werden. Tagungsleitung : Frauke Berndt, Philipp Theisohn Eröffnung Donnerstag, 23. Mai, 14.00 – 14.45 Raum: Rämistrasse 59, RAA-G-01 Keynotes Donnerstag, 23. Mai, 15.00 – 15.45 Walter Morgenthaler, Basel Gottfried Kellers Heidelberger Trilogie. Texttransformation und Kontextwandel Raum: Schönberggasse 2 (Deutsches Seminar), SOG-B-07 Donnerstag, 23. Mai, 15.00 – 15.45 Jochen Hörisch, Mannheim Wissen und Weisheit – Der allegorische Brückentraum des grünen Heinrichs Raum: Rämistrasse 59, RAA-G-01 Donnerstag, 23. Mai, 15.00 – 15.45 Franziska Bergmann, Trier Exotik und Enttäuschung. Gottfried Kellers Novelle Pankraz, der Schmoller Raum: Schönberggasse 9, SOD-0-002 Donnerstag, 23. Mai, 15.00 – 15.45 Stephan Kammer, München Kellers Feste Raum: Rämistrasse 71, KOL-E-13 Donnerstag, 23. Mai, 15.00 – 15.45 Dorothea von Mücke, New York Luftschlösser und Tapeten Raum: Schönberggasse 9, SOD-1-105 Donnerstag, 23.5., 19.00 – 20.00 Elisabeth Strowick, New York Kellers Szenographien des Wirklichen Raum: Rämistrasse 69, SOC-1-106 Freitag, 24.5., 9.00 – 10.00 Willi Goetschel, Toronto Kellers Dissonanzen Raum: Rämistrasse 69, SOC-1-106 Freitag, 24.5., 19.30 – 20.30 Peter von Matt, Zürich Kellers Schufte Ort: Aula Rämibühl, Rämistrasse 56 Samstag, 25.5., 9.00 – 10.00 Winfried Menninghaus, Frankfurt a.M. „Zu den schönsten vor allen in der Schweiz“ Raum: Rämistrasse 69, SOC-1-106 Samstag, 25.5., 15.00 –16.00 Ernst Osterkamp, Berlin Gottfried Kellers Berlin Raum: Rämistrasse 69, SOC-1-106 Vollständiges Programm und alle weiteren Informationen unter: www.kellerkongress2019.uzh.ch Kontakt: kellerkongress2019@ds.uzh.ch Der Kongress ist öffentlich, die Anzahl der Plätze allerdings beschränkt.

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The Turning Point. Permanence, resurfacing and dialectics of cultural levels in the text

Rubrik:

CfP/CfA Veranstaltungen

Deadline Abstract:

07.07.2019

Beitrag von:

Redaktion avldigital.de

Forschungsgebiete

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies

Erstellt am:

13.05.2019

International Graduate Conference 28th-30th October 2019 Università degli Studi di Macerata The text is a cultural system in which the author’s self, the refraction of current or ancient history, archetypes and folkloric heritage are active all at once. As a living organism, it draws its nourishment and develops in a necessarily ideological, cultural and economic milieu. Nonetheless, the text is a unique and original creation; an individual – hence subjective – work, which often detaches itself from objectivity through turns and leaps. Those leaps, in Lukács view, entail a qualitative and structural change of the being, in that they develop through discontinuity (Lukács, Ontology of Social Being, 1978). The text is therefore necessarily inscribed in a field in which the possibilities determined by the entanglement of cultures are actualized; such possibilities, in their turn, stem from the dialectics of cultural relationships identifiable in the text. These parallel tensions and dynamics, which can be analyzed at different levels and in various ways in the text, are sometimes reproposed in usual forms, thus establishing a continuity with the preexisting tradition. Alternatively, the reception and rewriting of traditional elements appear in original, creative forms in what Nicolò Pasero defines as «testi-snodo» (“turning point texts”), so that they represent «turning points from the point of view of cultural history, thanks to which the dynamics generated by different levels of culture can regain momentum, thus confirming the vitality of all the elements involved» (Pasero, “Unicità e pluralità della cultura folklorica medieval”, in Italian in the text). The aim of the Second Interdisciplinary Symposium The Turning Point is to reflect upon the permanence, the emergence and the reactivation of themes from both folkloric and “high” culture, in specific historical moments and in the text; the latter being interpreted in its broad formulation of “cultural text”, as the outcome of a wide range of artistic performances. The title refers to the ?turning point? in a Heideggerian sense, relating to the inclusive concept that highlights the mutual belonging of different elements and cultural levels in the works analyzed, without neglecting its conflictual and/or disjunctive implications. The turning point as such would thus investigate either the suppression, the conservation or the alteration of crucial structural elements (Heidegger, Being and Time). We encourage the submission of papers especially focusing on literary texts that, while being in continuity with a specific cultural imagery and discursive formation (Foucault, The Archaeology of Knowledge, 1969), nonetheless generate a deviation, a shift in paradigm and structure. Such texts are turning points in a shape-shifting, unorganized, protean cultural flow: they channel their elicitations, both at a thematic and morphological level, and reinterpret them so as to reformulate and even reverse their configurations. These texts often make historical and cultural elements resurface, thus actualizing their latent potential in new directions, or conversely plunge these elements, making them invisible. We will accept papers from the literary, linguistic, philosophical, philological, anthropological and archaeological fields. Although we do invite prospective participants to explore the conference theme in a broad and interdisciplinary way, we propose the following possible thematic developments and hermeneutical approaches. Classical Philology The Turning Point is a pivotal theme within the field of Classical Philology: by ?turning point? we mean the change brought about by a text which disrupts and transforms the entire historical tradition that has produced it. Due to specific directions in academic programs, some texts inscribed in the literary canon were preferred to others; new ideologies were adopted, literary tastes varied, and Christianity declared many works of the pagan antiquity obsolete. Indeed, decisive selection criteria for literary works were the switch from papyrus to parchment, and the switch from the scroll to the codex – that result in a substantial change in the book form and in the writing system, which went from capital letters to cursive. In Greek literature, namely in tragedy, the ?turning point? inspires the representation of the heroes, for instance Atreus, his twin brother Thyeastes and Oedipus, who helplessly witness their fate degenerate into death and abyss. In Latin literature, turning points are the first book of Pharsalia by Lucan, denouncing Nero’s incoherent policy; the entire satirical production; the ancient Latin grammarians, e.g. Pompeius, Cosentius, and Euthyches, who opposed the prevailing model of Artes Donati. Romance Studies With regard to the Middle Ages, we invite papers which, following Nicolo Pasero’s theoretical proposal and terminology, analyze texts or characters epitomizing ?turning points?; a comparison between the actualization of folkloric ?themes? and the economic and social context that generates them; ideological outcomes in literary texts, in the wake of Erich Köhler’s work on courtly ideology; finally, a reappraisal of the literary genres in the Romance Middle Ages (see Cesare Segre’s thought on hagiography and the chanson de geste). Modern and Contemporary Literature We invite contributions from the following fields: Italian Studies, English and Postcolonial Literature, American Studies, French Literature. We also encourage the submission of papers exploring the conference topic in a comparative perspective; however, proposals exploring the conference theme in scholarly fields which are not mentioned here will be considered as well. We welcome contributions which address issues such as: ‘Shifting’ re-emersions of folkloric material, and intertextual re-elaborations of specific themes/episodes, innovating a pre-existing traditional configuration; Turning points originated by the contamination of different styles, narrative media, languages, codes; Potential/Impossible emergences or changes determined by the narrator: which role do ethnic belonging, gender, class play in this dynamic? How does the text assimilate or reject the power discourse?; Gaps or turns in the poetics of a specific author; turning points or changes in different versions of the same work; The impact of history on the text and on the poetics: how do literary works reflect or respond to crucial historical, cultural and political changes? Conversely, how do literary works react to historical standstills? Linguistics In parole – meant both as individual use of the language and extralinguistic or extra-systemic factors – turning points are essential, in that they can modify the system diachronically, by innovating it, or they can be reoriented, assimilated, and rejected by it. This configuration defines the language as a living organism, which is dynamic even in synchrony, and in relationship to strictly formalist paradigms. The concepts which relate to the ?turning point? in Linguistics include: Missed theoretical and methodological turns in language history, with particular focus on the background promoting either a continuity or a clean break with tradition; Missed turns in languages, meant as dynamic systems composed of language contact, neologisms, apparent diachrony, extralinguistic, pragmalinguistic or cognitive factors; The role of the system in determining the linguistic change at all levels of analysis; its relationship with extra-systemic factors, with parole and with performance.ù Abstract Submission The Turning Point Interdisciplinary Symposium will take place at Macerata University, from 28th to 30th October 2019. We encourage Post-Graduate Students, PhD Candidates, and Researchers to send their proposals, consisting of a 250-300 word abstract in both .DOC and .PDF formats at the address snodosvolta_2019@studenti.unimc.it . All submissions should include a separate document containing the author’s name, institutional affiliation, contact information, a 100 word biographical note, max. 5 keywords, bibliography (max. 5 titles). Presenters should plan to deliver their papers in a 20-minute oral presentation. Proposals and presentations may be in Italian, English or French. The deadline for the submission of paper and panel proposals will be 7th July 2019 . The Organizing Committee will respond to potential presenters by 16th August . The participation in the Symposium is free of charge . The Organizing Committee snodosvolta_2019@studenti.unimc.itInternational Graduate Conference 28th-30th October 2019 Università degli Studi di Macerata The text is a cultural system in which the author’s self, the refraction of current or ancient history, archetypes and folkloric heritage are active all at once. As a living organism, it(…)
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The Turning Point. Permanence, resurfacing and dialectics of cultural levels in the text

International Graduate Conference 28th-30th October 2019 Università degli Studi di Macerata The text is a cultural system in which the author’s self, the refraction of current or ancient history, archetypes and folkloric heritage are active all at once. As a living organism, it(…)
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The Turning Point. Permanence, resurfacing and dialectics of cultural levels in the text

International Graduate Conference 28th-30th October 2019 Università degli Studi di Macerata The text is a cultural system in which the author’s self, the refraction of current or ancient history, archetypes and folkloric heritage are active all at once. As a living organism, ithttps://www.avldigital.de//vernetzen/details/callforpapers/the-turning-point-permanence-resurfacing-and-dialectics-of-cultural-levels-in-the-text/