Vergleichendes Lesen. Praktiken des Vergleichens in Literaturwissenschaft und Literaturkritik (22.-23.09.2022)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
22.09.2022
Beitrag von:
Elisa Ronzheimer
Erstellt am:
13.09.2022

Vergleichendes Lesen. Praktiken des Vergleichens in Literaturwissenschaft und Literaturkritik Workshop am Sonderforschungsbereich 1288 Praktiken des Vergleichens der Universität Bielefeld veranstaltet von Marius Littschwager, Kristina Petzold, Elisa Ronzheimer 22.-23.09.2022 „Vergleichendes Lesen“ wird auf vielfältige Weisen praktiziert. Begreift man das ‚Vergleichende‘ als ein Attribut des Lesens, rückt die Frage in den Blick, wie und zu welchem Zweck Literaturwissenschaftler*innen und Literaturkritiker*innen vergleichen, wenn sie lesen. Die Lektüretechniken der Literaturwissenschaft befinden sich – zwischen close , distant und scalable reading – in einem stetigen Wandel. In jüngster Zeit ermöglichen es digitale Methoden mithilfe von Algorithmen, Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen und innerhalb von Texten sichtbar zu machen, die dem menschlichen Leser womöglich verborgen geblieben wären. Vor diesem Hintergrund fragt der Workshop danach, wie im philologischen Umgang mit Texten Gleichheit, Differenz oder Ähnlichkeit von Literatur produziert wird und wurde. Fasst man das ‚Vergleichende‘ als Objekt des Lesens, richtet sich der Fokus auf den Umgang mit literarischen Vergleichsoperationen: Wie wird das Vergleichen in literarischen Texten lesbar gemacht, welche Strategien werden für den Umgang mit der Unlesbarkeit von Vergleichen entwickelt? Wann wird ein Vergleich als geglückt, wann als misslungen bewertet? Gibt es bestimmte literarische Genres und Verfahren, die ‚vergleichendes Lesen‘ provozieren (oder sich dagegen sträuben) – anders gefragt: Welche Literatur macht uns zum vergleichenden Leser? Ziel des am Bielefelder SFB 1288 Praktiken des Vergleichens durchgeführten Workshops ist es, die verschiedenen Verknüpfungen zwischen Praktiken des Vergleichens und denen des Lesens in den Blick zu nehmen. Programm Donnerstag, 22.09. 09.30 Uhr Einführung 10.00-11.30 Uhr Vergleichen (An-)Erkennen Stefan Willer (HU Berlin): Entstehung des Verdachts. Vergleichspunkte und Vergleichsverfahren nach Friedrich Schleiermacher Nathan Taylor (Universität Frankfurt a.M.): Undignified Prose. Literary Commensurability and the Value Form after Romanticism 11.30-12.00 Uhr Kaffeepause 12.00-12.45 Uhr Francisco García Chicote (Universidad de Buenos Aires): Political and epistemological aspects of comparison in Georg Simmel’s essays Moderation: Jørgen Sneis 12.45-14.00 Mittagessen 14.00-15.30 Uhr Inter- und Extratextuelles vergleichen Berenike Herrmann (Universität Bielefeld): Stilometrie. Zu Verfahren des inter- und intratextuellen Vergleichens Moritz Baßler (Universität Münster): Paradigmatisches versus referenzielles Lesen (und Schreiben) Moderation: Walter Erhart 15.30-16.00 Uhr Kaffeepause 16.00-17.30 Uhr Vergleichende Medienpraktiken Sophie König (FU Berlin): „Über den Vergleich hinaus“? Transmediale Perspektiven auf Phänomene zwischen Literatur und bildender Kunst Thomas Ernst (Universiteit Antwerpen): Booktubing als Medienformat. Vernetzte Literaturkritik und Praktiken des Vergleichens Moderation: Sebastian Schönbeck 17.30-18.00 Uhr Kaffeepause 18.00 Uhr Werkstattgespräch mit Sieglinde Geisel und Britta Hochkirchen Moderation: Elisa Ronzheimer Freitag 23.09. 09.00-10.30 Uhr Praktiken des Ver- und Nicht-Lesens Mona Körte (Universität Bielefeld): Arbeit an der Wörtlichkeit. Zur Produktivität des Verlesens und ihrer Bändigung durch Vergleich Friederike Schruhl (Universität Bayreuth): Praxeologische Überlegungen zum Vorwurf des Ungelesenen Moderation: Kristina Petzold 10.30-11.00 Uhr Kaffeepause 11.00-11.45 Uhr (Un)Sichtbares Vergleichen Hanna Hamel (ZfL Berlin): Track changes: Schreibweisen vergleichender Glättung Moderation: Anna Lenz 11.45 Abschlussrunde

XV. IVG-Kongress 2025


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
20.07.2025
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz

Erstellt am:
12.09.2022

„Sprache und Literatur in Krisenzeiten – Herausforderungen, Aufgaben und Chancen der internationalen Germanistik“ Der nächste IVG-Kongress findet von 20. bis 27.7.2025 in Graz statt. Das Generalthema lautet „Sprache und Literatur in Krisenzeiten – Herausforderungen, Aufgaben und Chancen der internationalen Germanistik“. Ab sofort können aktive Name des/der Antragstellers/Antragstellerin und Nennung von zwei Ko-Leiter(n)/-innen aus drei unterschiedlichen Ländern, Titel der Sektion, Angaben zum inhaltlichen Schwerpunkt und sofern möglich bereits angefragte oder zugesagte Vortragende (als Word-Dokument oder PDF hochzuladen). Im Falle der vorläufigen Annahme eines Sektionsvorschlages haben die Sektionsleitungen dafür Sorge zu tragen, dass die Ko-Leiter/-innen ihre Mitgliedschaft durch Zahlung des IVG-Beitrags vor endgültiger Annahme der Sektion aktiviert haben. Wir freuen uns bereits jetzt darauf, Sie in Graz begrüßen zu dürfen!

Theoretische Komparatistik. Korrespondenzen zwischen Kritischer Theorie und (Post-)Strukturalismus am Beispiel von Walter Benjamin und Roland Barthes (Graz)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
29.09.2022
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literaturtheorie, 

Strukturalismus, 

Poststrukturalismus

Erstellt am:
12.09.2022

Theoretische Komparatistik Korrespondenzen zwischen Kritischer Theorie und (Post-)Strukturalismus am Beispiel von Walter Benjamin und Roland Barthes Interdisziplinäre Tagung vom 29. September bis 1. Oktober 2022 Institut für Germanistik, Karl-Franzens-Universität Graz Kontakt: Anne-Kathrin Reulecke und Anke Jaspers (Graz) Im Zentrum der internationalen Tagung stehen die Werke der Kulturtheoretiker Walter Benjamin (1892 – 1940) und Roland Barthes (1915 – 1980). Während der Literaturwissenschaftler Benjamin in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts im Umkreis der in Deutschland begründeten Kritischen Theorie publizierte, war der französische Semiologe Barthes in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts maßgeblich an der Etablierung des Strukturalismus und an dessen Reformulierung im Poststrukturalismus beteiligt. Trotz der biografischen, historischen und theoretischen Distanz und ungeachtet unterschiedlicher Schreibweisen und Denkstile lassen sich – so die Ausgangsüberlegung der Tagung – vielfältige Berührungspunkte und Überschneidungen in den Forschungsinteressen und Arbeitsgebieten der beiden Intellektuellen ausmachen. Beide Autoren haben den sogenannten material turn in den Geisteswissenschaften mit vorbereitet, der den unhintergehbaren Zusammenhang von Schreibbedingungen, Arbeitsmethoden und Werkstruktur reflektiert. Den studierten Literaturwissenschaftlern gemein ist die Expansion der genuin sprachwissenschaftlichen bzw. literaturwissenschaftlichen Analyse auf andere Bereiche, wie Mode, Architektur, bildende Kunst, Fotografie, Kino, Werbung, Oper etc., sowie die Berücksichtigung der medienhistorischen Fundierung der Literatur. Sowohl Barthes als auch Benjamin verweigerten sich der Vorstellung einer vermeintlichen Natürlichkeit und Universalität gesellschaftlicher Werte; sie fokussierten stattdessen die grundlegend geschichtliche, von Produktionsbedingungen und Ideologemen abgängige Signatur der Kultur und sahen in der radikal gegenwartsbezogenen Perspektivierung des eigenen Denkens, Forschens und Erinnerns einen analytischen Nutzen. Als Arbeitsweise der Tagung ist geplant, Felder und Themen, zu denen Benjamin und Barthes gearbeitet haben – etwa zur Fotografie, zur Roman- und Dramentheorie, zur Autobiografie, zu den Autoren Brecht, Goethe, Kafka oder Proust –, nebeneinander zu stellen und zu konstellieren. Zudem sollen einzelne zentrale Texte bzw. Werkgruppen jeweils eines der beiden Denker – etwa zu Gedächtnis, Mythos, dem Zusammenhang von Literatur und Medien, zum Verhältnis von Struktur und Geschichte – textnahen (Re-)Lektüren unterzogen und in der Diskussion vor dem theoretischen Gerüst des jeweils anderen Theoretikers beleuchtet werden. Ein Ziel ist es dabei, alternativ zur eher geschlossenen und linearen Denkschulen- und Theoriegeschichtsschreibung eine produktiven Blickwechsel einzunehmen und die Figur des direkten Einflusses, der in der geistesgeschichtlichen Literatur- und Theoriegeschichtsschreibung fortlebt, durch den Begriff der „Zirkulation“ im Sinne einer „Theoretischen Komparatistik“ zu erweitern. Die internationale Tagung am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz wird in Kooperation mit Mitgliedern der International Walter Benjamin Society (IWBS), des Leibnitz-Zentrums für Literatur-und Kulturforschung Berlin (ZfL) und des Instituts für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin stattfinden. Aktuelle und weitere Informationen auf der Internetseite des Grazer Instituts für Germanistik . Donnerstag, 29. September 2022 14:30 Uhr Anne-Kathrin Reulecke (Graz): Begrüßung und Einführung 15:30 Uhr Sigrid Weigel (Berlin): Oper, Stimme, Gesang Moderation: Anne-Kathrin Reulecke 16:30 Uhr Kaffeepause 17:00 Uhr Bernd Stiegler (Konstanz): Kompositionen. Zur Form einiger Texte von Barthes und Benjamin Moderation: Erik Porath (Berlin) 19 Uhr Lesung mit Yoko Tawada aus ihrem neuen Roman Paul Celan und der chinesische Engel Literaturhaus Graz Moderation: Anne-Kathrin Reulecke Freitag, 30. September 2022 09:30 Uhr Matthias Rothe (Graz/Minneapolis): Nach der Aura. Roland Barthes und Walter Benjamin begeistern sich für Brecht Moderation: Anke Jaspers (Graz) 10:30 Uhr Kaffeepause 11:00 Uhr Falko Schmieder (Berlin): Zur Aneignung des Marx’schen Fetischbegriffs bei Walter Benjamin und Roland Barthes Moderation: Philippe Roepstorff-Robiano (Berlin) 12:00 Uhr Birgit Erdle (London): La rupture / das Unterbrechen: ein Treffen über Texte 1939/1960 Moderation: Philippe Roepstorff-Robiano 13:00 Uhr Mittagspause 14:00 Uhr Daniel Weidner (Halle): Tod, Trauer, Neues Leben. Benjamin und Barthes umkreisen den Roman Moderation: Andrea Polaschegg (Bonn) 15:00 Uhr Kaffeepause 15:30 Uhr Kurt Hahn (Graz): Baudelaire, Benjamin, Barthes & Co – Präsenzen und Absenzen moderner Lyrik in Theoriebildungen des 20. Jahrhunderts Moderation: Andrea Polaschegg 16:30 Uhr Ulrike Vedder (Berlin): L’Effet d’exposition: Zum Verhältnis von Materialität und Metapher in Benjamins „Eisenkonstruktion“ und Barthes‘ „La Tour Eiffel“ Moderation: Anke Jaspers Samstag, 01. Oktober 2022 10:00 Uhr Barbara Reiter (Graz): Wesen der Fotografie und Weisen des Sehens. Überlegungen zu John Berger, Roland Barthes und Walter Benjamin Moderation: Erik Porath 11:00 Uhr Kaffeepause 11:30 Uhr Cornelia Ortlieb (Berlin): Vor dem Haarriss. Schreibkörpergesten bei Benjamin und Barthes Moderation: Anke Jaspers 12:30 Uhr Annegret Pelz (Wien): Vestibül und état vestibulaire. Barthes und Benjamin zum Verweilen im Vorstadium der Skription Moderation: Anne-Kathrin Reulecke 13:30 Uhr Abschlussrunde und Verabschiedung

„Irgendwo außerhalb des Buches“? – Über Formen und Funktionen auktorialer Epitexte im literarischen Feld der Gegenwart (Innsbruck)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
20.09.2022
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur des 20. Jahrhunderts, 

Literatur des 21. Jahrhunderts

Erstellt am:
09.09.2022

Tagung „Irgendwo außerhalb des Buches“? – Über Formen und Funktionen auktorialer Epitexte im literarischen Feld der Gegenwart 20.–22. September 2022, Universität Innsbruck Claudiana, Herzog-Friedrich-Straße 3, 6020 Innsbruck Veranstalter : FWF/DFG-Forschungsprojekt Formen und Funktionen auktorialer Epitexte im literarischen Feld der Gegenwart unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Jörg Döring (Universität Siegen) und Univ.-Prof. Dr. Thomas Wegmann (Universität Innsbruck) Organisator*innen : Nora Manz, M.A. (Universität Siegen), Max Mayr, M.A. (Universität Innsbruck) und Anna Obererlacher, M.A. (Universität Innsbruck) Die internationale Tagung widmet sich Formen und Funktionen auktorialer Epitexte im professionalisierten Feld der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, in dem veränderte mediale Bedingungen und Möglichkeiten die Inszenierung und Rolle von Autor*innenschaft sowie die Korrelation von Autor*in und Werk prägen und erweitern. In der Auseinandersetzung mit Bedeutung und Facetten des Genette ’ schen Epitextualitätsbegriffs entlang spezifischer Erscheinungsformen steht das dynamische Verhältnis zwischen (Gesamt-)Werk, Autor*innenschaft und Para- sowie insbesondere Epitext im Zentrum. Tagungsprogramm DIENSTAG, 20.09.2022 9:30–10:15 Grußworte und Einführung Ulrike Tanzer, Vizerektorin für Forschung Gerhard Pisek, Studiendekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Nora Manz, Max Mayr und Anna Obererlacher Epitexte beobachten Moderation: Max Mayr 10:15–11:00 Steffen Martus (Berlin): „Blöder Broiler, Promi-Tussi, Wetterfee, Pop-Literatin, ‚Kulturweltspiegel‘-Moderatorin“: Else Buschheuer und die Epitextkultur ‚um 2000‘ 11:00–11:45 Emmanuel Heman (Basel): Selbstdeutungen als Rezeptionslenkung der Literaturwissenschaft. Überlegungen zu auktorialen Epitexten aus dem Feld des historischen Romans Tee- und Kaffeepause 12:15–13:00 Tanja Angela Kunz (Bielefeld): Engagement oder aufmerksamkeitsökonomische Strategie? Zum epitextuellen Stellenwert gesellschaftskritischer Äußerungen bei Lukas Bärfuß, Sibylle Berg und Monika Maron Mittagspause Fingierte Epitexte Moderation: Anna Obererlacher 14:30–14:45 Einführung (Anna Obererlacher ) 14:45–15:30 Torsten Hoffmann (Stuttgart): Die Kunst des O-Tons. Zur Entparatextualisierung des Interviews 15:30–16:15 Dorothea Walzer (Bochum): Bot-Interviews: Auktoriale Epitexte und der ,posthumane Pakt‘ Tee- und Kaffeepause 16:45–17:30 Amelie Zimmermann (Passau): Der transmediale Paratext als paradoxes Fiktionssignal MITTWOCH, 21.09.2022 Performative Epitexte Moderation: Jörg Döring 10:00–10:15 Einführung (Jörg Döring) 10:15–11:00 Christian Metz (Aachen): „perform the storm“. Zur besonderen Energetik von Lyriklesungen 11:00–11:45 Lena Hintze (Berlin): Referenzflächen. Potenzierte (?) performative Epitexte bei Mara Genschel Tee- und Kaffeepause 12:15–13:00 Sonja Lewandowski (Köln): „ich hoffe, ihr liegt bequem“ – Digitale Begegnungspraktiken und performative Epitexte beim ersten digitalen Prosanova-Festival 2020 Mittagspause Digitale Epitexte Moderation: Nora Manz 14:30–14:45 Einführung (Nora Manz) 14:45–15:30 Johannes Franzen (Siegen): Der Autor als Influencer. Auktoriale Epitexte in der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie 15:30–16:15 Magdalena Korecka & Henrik Wehmeier (Hamburg): Die inszenierte Erfüllung des lyrischen Ich(s)? Epitextuelle Authentifizierungen von Instapoet:innen Tee- und Kaffeepause 16:45–17:30 Caterina Richter (Graz): Form Follows Function – Funktionen digitaler Epitexte auf der Plattform _Instagram_ DONNERSTAG, 22.09.2022 Ritualisierte Epitexte Moderation: Thomas Wegmann 10:00–10:15 Einführung (Thomas Wegmann) 10:15–11:00 Kevin Kempke (Stuttgart): Geförderte Originalitäten. Autorschaftsreflexionen in ritualisierten Epitexten 11:00–11:45 Max Mayr (Innsbruck): Vom Gabentausch zur Werkwerdung – Büchner-Preis-Reden und ihre epitextuelle Funktion 11:45–12:15 Tagungsabschluss Nähre Informationen zur Tagung finden Sie auf unserer Homepage . Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Nora Manz ( manz@germanistik.uni-siegen.de ) Max Mayr ( max.mayr@uibk.ac.at ) Anna Obererlacher ( anna.obererlacher@uibk.ac.at ) Die Tagung findet vorbehaltlich der COVID-19-Sicherheitsvorschriften in Präsenz statt. Alle Informationen zu den geltenden COVID-19-Maßnahmen bei Veranstaltungen finden Sie unter: https://ift.tt/wzKWAZS .

Generationen- und Familienverhältnisse bei Wilhelm Raabe (Braunschweig)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
17.09.2022
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Stoffe, Motive, Thematologie, 

Literatur des 19. Jahrhunderts

Erstellt am:
09.09.2022

„Wir waren, alt wie jung, eine sauere, griesgrämliche, dunkele, verstaubte, wurmzerfressene Familie“. Generationen- und Familienverhältnisse bei Wilhelm Raabe. Wissenschaftliche Tagung der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V. Obwohl Wilhelm Raabe in seinen Briefen einen ausgeprägten Familiensinn, ein liebevolles Verhältnis zu seinen näheren Verwandten pflegt, sind in seinen Werken hauptsächlich zerfallende oder zerstörte Familien dargestellt. Seine Texte sind bevölkert von Halbwaisen und Waisen; Generationen, Geschwister und Eheleute sind durch Streit entzweit oder aus zahlreichen anderen Gründen einander entfremdet. Gelingende Beziehungen gibt es oftmals nur außerhalb der Familie – in verschiedenen Formen sozialer Elternschaft, in patenschaftlichen, freundschaftlichen oder nachbarschaftlichen Verbindungen. Das ist nicht nur mit Blick auf Raabes Privatverhältnisse auffällig, sondern vor allem auch vor dem Hintergrund der Normen und Werte von ‚Bürgerlichkeit‘, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weiter verfestigen. Denn für sie spielen (klein-)familiäre Bindungen und Generationenzusammenhänge eine ganz zentrale Rolle, wie nicht nur der große Erfolg populärer Familienzeitschriften a lá Die Gartenlaube zeigt. Die Literatur des ‚Realismus‘ hat offenbar andere Vorstellungen von interpersonalen Beziehungen. Und sie scheint hier einer grundlegenden Skepsis gegenüber biologischer Reproduktion zu folgen, wie sie sich schon in ihren Vorgängerepochen ausgebildet hatte. Zugleich setzt sie sich auch auseinander mit aktuellen zeitgenössischen Diskursen und Problemlagen: mit der Ausweitung der Frauenrechte und dem Aufbegehren gegen die Konvenienzehe etwa, mit Verschiebungen in der Konzeptualisierung des ‚Kindes‘, mit dem Darwinismus und mit einer Vererbungslehre, die tief in die Modellierung von Psychen bzw. Subjekten hineinreicht, mit der Aufwertung der ‚Nation‘ und mit (proto-)soziologischen Gemeinschaftskonzepten etc. Dieses Spannungsfeld will die Tagung ausloten und nach der spezifischen Stellung von Raabes Werken und Briefen im Familiendiskurs der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fragen. -Ort: Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung‚ TU Braunschweig, Fallersleber-Tor-Wall 23, 38100 Braunschweig -Tagungsprogramm: SAMSTAG (17.9.2022) 14.00: Begrüßung und Eröffnung (Gerd Biegel, Präsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft) 14.15: Einführung in das Tagungsprogramm (Andreas Blödorn / Madleen Podewski / Lena Wetenkamp) Moderation: Madleen Podewski 14.30-15.15: Fatale Familien. Raabe, Stifter und das Schicksal der Genealogie (Alexander Draxl, Princeton / Wien) 15.15-16.00: „Nicht totzukriegen!“ Verdauungsprobleme in „Fabian und Sebastian“ (Alexander Wagner, Wuppertal) 16.00-16.15 Kaffeepause 16.15-17.00: „das Kind in der Wiege und die Nation im Todeskampf“ – Familie und Nation im Nachmärz in Wilhelm Raabes „Die Chronik der Sperlingsgasse“ (Irene Husser, Münster) 17.00-18.00 Studentinnen und Studenten des Seminars „Literatur regional / intermedial: Wilhelm Raabe“ an der Universität Braunschweig präsentieren ihre Arbeitsergebnisse. Einführung: Verena Ullmann (Wendeburg) 18.00-18.30 Uhr Pause 18.30-19.30 Archivieren und Bibliographieren. Ein Gespräch zur neuen Raabe-Bibliographie mit Katharina Marguc (Münster) und Gerd Biegel (Braunschweig) SONNTAG (18.9.2022) Moderation: Lena Wetenkamp 09.00-09.45: Die Dekonstruktion des bürgerlichen Familienideals in Wilhelm Raabes Erzählung „Auf dunkelm Grunde“ (Patricia Czezior, München) 09.45-10.30: Die ‚gespaltene Ehe‘ als ironische Erzählfigur: Wilhelm Raabes Auseinandersetzung mit dem bürgerlichen Ideal der Mitte (Verena Ullmann, Wendeburg) 10.30-10.45 Uhr: Pause 10.45-11.30: (Un)Sichtbare Gewalt in der Familie (Iulia Katrin Patrut, Flensburg) 11.30-13.30: Mittagspause Moderation: Andreas Blödorn 13.30-14.15: Kommunikatives Erinnern in Texten Theodor Storms und Wilhelm Raabes (Matthias Grüne, Wuppertal) 14.15-15.00: Die Wirklichkeit der Auflehnung: Turgenevs „Väter und Söhne“ als Metaroman zwischen Realismus und Romantik (Erik Martin, Frankfurt/Oder) Kontakt: madleen.podewski@fu-berlin.de

Tagung | „Irgendwo außerhalb des Buches“? – Über Formen und Funktionen auktorialer Epitexte im literarischen Feld der Gegenwart


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
20.09.2022
Beitrag von:
Nora Manz
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literaturtheorie, 

Oral poetry / Mündlichkeit

, und 7 weitere

Erstellt am:
05.09.2022

Veranstalter: FWF/DFG-Forschungsprojekt Formen und Funktionen auktorialer Epitexte im literarischen Feld der Gegenwart unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Jörg Döring (Universität Siegen) und Univ.-Prof. Dr. Thomas Wegmann (Universität Innsbruck) Organisator*innen: Nora Manz, M.A. (Universität Siegen), Max Mayr, M.A. (Universität Innsbruck) und Anna Obererlacher, M.A. (Universität Innsbruck) Die internationale Tagung widmet sich Formen und Funktionen auktorialer Epitexte im professionalisierten Feld der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, in dem veränderte mediale Bedingungen und Möglichkeiten die Inszenierung und Rolle von Autor*innenschaft sowie die Korrelation von Autor*in und Werk prägen und erweitern. In der Auseinandersetzung mit Bedeutung und Facetten des Genette’schen Epitextualitätsbegriffs entlang spezifischer Erscheinungsformen steht das dynamische Verhältnis zwischen (Gesamt-)Werk, Autor*innenschaft und Para- sowie insbesondere Epitext im Zentrum. Tagungsprogramm DIENSTAG, 20.09.2022 9:30–10:15 Grußworte und Einführung Ulrike Tanzer, Vizerektorin für Forschung Gerhard Pisek, Studiendekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Nora Manz, Max Mayr und Anna Obererlacher Epitexte beobachten Moderation: Max Mayr 10:15–11:00 Steffen Martus (Berlin): „ Blöder Broiler, Promi-Tussi, Wetterfee, Pop-Literatin, ‚Kulturweltspiegel‘-Moderatorin“: Else Buschheuer und die Epitextkultur ‚um 2000‘ 11:00–11:45 Emmanuel Heman (Basel): Selbstdeutungen als Rezeptionslenkung der Literaturwissenschaft. Überlegungen zu auktorialen Epitexten aus dem Feld des historischen Romans Tee- und Kaffeepause 12:15–13:00 Tanja Angela Kunz (Bielefeld): Engagement oder aufmerksamkeitsökonomische Strategie? Zum epitextuellen Stellenwert gesellschaftskritischer Äußerungen bei Lukas Bärfuß, Sibylle Berg und Monika Maron Mittagspause Fingierte Epitexte Moderation: Anna Obererlacher 14:30–14:45 Einführung (Anna Obererlacher) 14:45–15:30 Torsten Hoffmann (Stuttgart): Die Kunst des O-Tons. Zur Entparatextualisierung des Interviews 15:30–16:15 Dorothea Walzer (Bochum): Bot-Interviews: Auktoriale Epitexte und der ,posthumane Pakt‘ Tee- und Kaffeepause 16:45–17:30 Amelie Zimmermann (Passau): Der transmediale Paratext als paradoxes Fiktionssignal MITTWOCH, 21.09.2022 Performative Epitexte Moderation: Jörg Döring 10:00–10:15 Einführung (Jörg Döring) 10:15–11:00 Christian Metz (Aachen): „ perform the storm“. Zur besonderen Energetik von Lyriklesungen 11:00–11:45 Lena Hintze (Berlin): Referenzflächen. Potenzierte (?) performative Epitexte bei Mara Genschel Tee- und Kaffeepause 12:15–13:00 Sonja Lewandowski (Köln): „ ich hoffe, ihr liegt bequem“ – Digitale Begegnungspraktiken und performative Epitexte beim ersten digitalen Prosanova-Festival 2020 Mittagspause Digitale Epitexte Moderation: Nora Manz 14:30–14:45 Einführung (Nora Manz) 14:45–15:30 Johannes Franzen (Siegen): Der Autor als Influencer. Auktoriale Epitexte in der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie 15:30–16:15 Magdalena Korecka & Henrik Wehmeier (Hamburg): Die inszenierte Erfüllung des lyrischen Ich(s)? Epitextuelle Authentifizierungen von Instapoet:innen Tee- und Kaffeepause 16:45–17:30 Caterina Richter (Graz): Form Follows Function – Funktionen digitaler Epitexte auf der Plattform _Instagram_ DONNERSTAG, 22.09.2022 Ritualisierte Epitexte Moderation: Thomas Wegmann 10:00–10:15 Einführung (Thomas Wegmann) 10:15–11:00 Kevin Kempke (Stuttgart): Geförderte Originalitäten. Autorschaftsreflexionen in ritualisierten Epitexten 11:00–11:45 Max Mayr (Innsbruck): Vom Gabentausch zur Werkwerdung – Büchner-Preis-Reden und ihre epitextuelle Funktion 11:45–12:15 Tagungsabschluss Nähre Informationen zur Tagung finden Sie auf unserer Homepage . Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Nora Manz (manz@germanistik.uni-siegen.de) Max Mayr (max.mayr@uibk.ac.at) Anna Obererlacher (anna.obererlacher@uibk.ac.at) Die Tagung findet vorbehaltlich der COVID-19-Sicherheitsvorschriften in Präsenz statt. Alle Informationen zu den geltenden COVID-19-Maßnahmen bei Veranstaltungen finden Sie unter: www.uibk.ac.at/de/public-relations/veranstaltungen/. p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent }a:link { color: #000080; so-language: zxx; text-decoration: underline }a:visited { color: #800000; so-language: zxx; text-decoration: underline }

dal/tal/zahl: Inger Christensen und die Gegenwartslyrik


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
12.10.2022
Beitrag von:
Stefanie Heine
Forschungsgebiete

Nordeuropäische Literatur (Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland), 

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz

Erstellt am:
18.08.2022

Internationaler Workshop an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Internationales Begegnungszentrum, Kiellinie 5, 24105 Kiel Organisation: PD Dr. Yvonne Al-Taie (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) und Asst. Prof. Dr. Stefanie Heine (København Universitet) Mit Beiträgen von: Yvonne Al-Taie (Kiel), Tue Andersen Nexø (København), Franziska Bergmann ( Aarhus ), Henrike Fürstenberg (Kiel), Stefanie Heine (København), Lilian Munk Rösing (København), Swaantje Otto (Fribourg), Dan Ringgaard (Aarhus), Sofia Roberg (Stockholm), Jill Thielsen (Kiel) Donnerstag, 13. Oktober 2022, 17:00 Uhr, IBZ, Kiellinie 5: Lesung und Gespräch mit Silke Scheuermann Das gesamte Programm finden Sie hier: www.ndl-medien.uni-kiel.de/de/personenverzeichnis/mitarbeiterinnen/dr-yvonne-al-taie/programm-workshop-inger-christensen

Slavoj Žižek: ‘Unbehagen in der Natur’ / On Thinking the End of Nature (Lecture)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
20.10.2022
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies, 

Literatur und Philosophie

Erstellt am:
16.08.2022

t is as if the Earth is gradually turning into Trisolaris, a strange planet from The Three-Body Problem , Liu Cixin’s sci-fi masterpiece. Trisolaris has three suns which rise and set at strange and unpredictable intervals: sometimes too far away and horribly cold, sometimes far too close and destructively hot, and sometimes not seen for long periods of time. Devastating hurricanes, droughts, and floods, not to mention global warming – do they all not indicate the appearance of something for which the only appropriate term is ‘the end of nature’? (‘Nature’ is understood here in the traditional sense: a regular rhythm of seasons, the reliable background of human history, something on which one can count always to be there. Slavoj Žižek is senior researcher at the Institute for Sociology and Philosophy at the University of Ljubljana, Global Distinguished Professor of German at New York University, International Director of the Birkbeck Institute for the Humanities, a Hegelian philosopher, a Lacanian psychoanalytic theorist, a Marxist social analyst, and the most tireless lecturer as well as author of countless books like Less Than Nothing: Hegel and the Shadow of Dialectical Materialism (2012) , Heaven in Disorder (2021) . Chair: Christian Schmidt In English Organized by Thomas Khurana An event of the Department of Philosophy & the Center for Post-Kantian European Philosophy, University of Potsdam, in cooperation with the ICI Berlin How to Attend At the venue (registration required): Registration will open on 5 Oct 2022. Public livestream (no registration required) on this page with the possibility to ask questions via chat.

Small Forms. Aesthetics – Media – Modernity


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
09.09.2022
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literaturgeschichtsschreibung (Geschichte; Theorie), 

Gattungspoetik, 

Literatur des 17. Jahrhunderts

, und 4 weitere

Erstellt am:
12.08.2022

Transatlantic Interdisciplinary Research Colloquium 09/09 – 11/09/2022 Small Forms. Aesthetics – Media – Modernity Cornell University A cooperation between the Institute for German Cultural Studies (Cornell University) and the Research Training Group „Literary and Epistemic History of Small Forms“ (Humboldt-Universität zu Berlin) The contemporary boom of small textual forms and genres is a media phenomenon. In the age of digital technology, short messages, hashtags, and posts are ubiquitous and dominate everyday communication. Yet similar interactions between media and forms also occur in earlier periods. Since the early modern era, for example, the press has expanded its domain through the distribution of pamphlets, newspapers, and magazines, responding to the pressures of increased media competition through the use of forms including letters, dispatches, notes, reports, critiques, faits divers , anecdotes, feuilletons, caricatures, and cartoons. In their brevity and ephemerality, such texts index not only practices of media consumption and production, but also temporal relationships. Their formal compactness in particular contributes to the impression that their contents are new and worthy of attention. Whether appearing as pointed observations, quick sketches, ironic comments, parts of a series, or elements of a montage, small forms participate in the emergence of a modern consciousness framed by a sense of the current and the contemporary. Through a series of case studies, the Transatlantic Research Colloquium will explore how small forms have structured understandings of the contemporary since the 17th century by presenting themselves as up to date, fashionable, avant-garde, anachronistic, or timeless. The sessions will foreground three aspects, beginning with the aesthetics of small forms. What styles and modes of writing do writers and editors deploy to reflect experiences of temporality and to enable critique of the present? How and when do aesthetic choices align forms with—or distance them from—new social, artistic, or technological developments? A second focus will be on media ecology. How do small forms come to be “in-formation,” and how are they themselves “informed” and formatted through the materiality, periodicity, or mobility of their dissemination? How can attention to textual form chart new paths through media history? Finally, we are interested in the specific disruptions that avant-garde artists sought to achieve through the radical deconstruction of form in their prose and poetry. Schedule Friday, September 9 Timelessness, Timeliness, Truth Cornell University | A. D. White House | 27 E Avenue | Ithaca, NY 14853 10:00 – 10:30 Welcome and introductions 10:30 – 12:00 Reading Seminar 1: Small Forms and the Factography of Modernity Ethel Matala de Mazza (Humboldt-Universität Berlin, moderator) 12:00 – 1:00 Research Report 1: Patrizia McBride (Cornell University) The Truth of Fake Forms: the Feuilleton and the Lure of Ornamental Writing Lunch 2:30 – 4:15 PhD Student Presentation Group 1: Media Platforms, News, Updates Stephan Brändle (Humboldt-Universität Berlin) At the Litfaßsäule: Telegraphic News and the Advertising Column During the Franco-Prussian War Ron Sadan (Princeton University) The Topicality of “Bildnachricht” in the German Daily Tempo (1928–1933) Break 4:30 – 5:45 PhD Student Presentation Group 2: Snapshots, Miniatures, Truth Effects Dennis Wegner (Cornell University) Vladimir Nabokov’s A Guide to Berlin (1925) as Metropolitan Miniature Christian Struck (Harvard University) BeReal. Selfies That Don’t Lie Break 6:00 – 7:00 Keynote 1: Devin Fore (Princeton University) Factography: Narrative Forms and Mass Technics of the Document Dinner Saturday, September 10 Media Ecologies and Embedded Forms Cornell University | A. D. White House | 27 E Avenue | Ithaca, NY 14853 10:00 – 11:00 Research Report 2: Madeline Zehnder (Humboldt-Universität Berlin) The Excerpt, The Gift Book, and Washington Irving’s Poetics of Portability Break 11:15 – 12:45 PhD Student Presentation Group 3: The Politics and Ambiguity of Small Forms Thomas Howard (University of Washington, St. Louis) Aphorismus and Nineteenth-Century American Literature: Reading “Double-Consciousness” Aphoristically Nora Siena (Cornell University) Inoperative Brevitas: The Contamination of Literary and Philosophical Short Forms in Giorgio Agamben’s Work Lunch 2:15 – 3:15 Research Report 3: Paul Fleming (Cornell University) Reading for the Anecdote: On the Persistence of Small Forms in Big Ones Break 3:30 – 4:30 Research Report 4: Matthew Miller (Colgate University) Splinters of the Real: Uwe Johnson’s Jahrestage in the 21st Century 4:30 – 5.30 Research Report 5: Peter Gilgen (Cornell University) The Shape of Time: Oswald Egger’s Small Forms Break 6:00 – 7:00 Keynote 2: Bruno Bosteels (Columbia University, New York) Formas breves: Jorge Luis Borges and Ricardo Piglia Dinner Sunday, September 11 Small Forms and the Avant-Garde Cornell University | Physical Sciences Building | PSB Conference Room | 245 Feeney Way, Ithaca, NY 14853 10:00 – 11:30 Reading Seminar 2: Montage, Cut-Up, Self-Imposed Constraints. Small Forms as Minor and Minimalist Forms John Hamilton (Harvard University, moderator) Break 11:45 – 12:30 Research Report 6: Franziska Schweiger (Hamilton College) A Minor Revolution: Hannah Höch’s Handarbeitskleinigkeiten 12:30 – 1:15 PhD Student Presentation Group 4: Small Forms and Art Brut Chiara Sartor (Humboldt-Universität Berlin) Jean Dubuffet’s Jargon Texts, Art Brut Writings, and the ‘Raw’ Artist’s Book Farewell and Lunch

Symposium zum 70. Jahrestag der Nacht der ermordeten Dichter


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
14.08.2022
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Osteuropäische Literatur (Baltikum, Russland, Ukraine)

Erstellt am:
08.08.2022

Am 12. August 2022 jährt sich zum 70. Mal die Nacht der ermordeten Dichter, der Höhepunkt der stalinistischen Verfolgungen jüdischer Intellektueller. Mit Dovid Bergelson, Peretz Markish, Itsik Fefer, Dovid Hofshteyn, Leyb Kvitko und anderen wurden die wichtigsten sowjetisch-jiddischen Literaten ermordet, von denen die meisten aus dem Gebiet der heutigen Ukraine stammten und sich in der Kiewer Gruppe zusammenschlossen. In den 1920er Jahren lebten viele von ihnen zeitweise im Berliner Exil. Auf Veranlassung der sowjetischen Regierung gründeten sie im Zweiten Weltkrieg das Jüdische Antifaschistische Komitee. Als dieses 1948 durch Stalin aufgelöst wurde, wurde seine Mitglieder verfolgt, verhaftet und zum Teil nach Schauprozessen ermordet. Diesen Dichtern und der jiddischen Kultur, die sie inner- und außerhalb der Sowjetunion aufbauten und repräsentierten, widmen die Sommeruniversität für jiddische Sprache und Literatur und das Jüdische Museum Berlin ein Tagessymposium. In zwei Panels ordnen renommierte Wissenschaftler*innen der sowjetisch-jüdischen Kulturgeschichte die Ereignisse des 12. August 1952 und ihre Konsequenzen durch neueste Forschungsergebnisse ein und diskutieren außerdem das literarische Vermächtnis der ermordeten Dichter. Abgeschlossen wird die ganztägige Gedenkveranstaltung mit der Lesung Lies diese Zeichen. Ein Abend zum 70. Jahrestag der Nacht der ermordeten Dichter im Glashof des Jüdischen Museums Berlin. Lena Gorelik, Olga Grjasnowa, Lana Lux und Sasha Marianna Salzmann lesen aus Texten der ermordeten Dichter in deutscher Übersetzung. Tal Hever-Chybowski liest aus den jiddischen Originalen. Veranstaltung in Kooperation mit Maison de la culture yiddish – Bibliothèque Medem. Gefördert durch die European Association of Jewish Studies (EAJS) . Programm Panel 1, 14–16.30 Die Nacht der ermordeten Dichter – Geschichte und Vermächtnis (in englischer Sprache) Gennady Estraikh (NYU) und Miriam Schulz (University of Toronto), zwei führende Wissenschaftler*innen auf dem Gebiet der sowjetischen jiddischen Kultur und des jüdischen Kalten Krieges, sprechen über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zur unmittelbaren Nachkriegszeit und die stalinistischen antijüdischen Säuberungen. Sie zeichnen außerdem nach, auf welche Weise die »Nacht der ermordeten Dichter« im Laufe des jüdischen Kalten Krieges innerhalb des westlichen Soviet Jewry Movements und im Umfeld der Zeitschrift Sovetish Heymland (Sowjetisches Heimatland), dem letzten Überbleibsel sowjetischer jiddischer Kultur in der poststalinistischen Zeit, mit Bedeutung aufgeladen wurde. Hauptvortrag: Gennady Estraikh (NYU, Professor für sowjetische jiddische Kultur und Geschichte, Leiter des Shivdler-Projekt »A Comprehensive History of the Jews of the Soviet Union«) wird über die Arbeit des Jüdischen Antifaschistischen Komitees und die stalinistischen antijüdischen Säuberungen 1948–1952/3 sprechen. Miriam Schulz (Ray D. Wolfe Postdoctoral Fellow 2021–23, Anne Tanenbaum Centre for Jewish Studies | Centre for Diaspora & Transnational Studies, University of Toronto, ehem. Forschungsassistentin für das Shivdler-Projekt »A Comprehensive History of the Jews of the Soviet Union«) wird über das Gedenken an den Prozess während des Kalten Krieges und die Hinleitung zur »Nacht der ermordeten Dichter« sprechen. Anschließend Gespräch und Q&A zwischen Estraikh und Schulz über die Bedeutung der »Nacht der ermordeten Dichter« und ihr Vermächtnis in Ost und West bis heute. Panel 2, 16.30–18.00 Das interdisziplinäre Kooperationsprojekt » Das kurze Leben der sowjetisch jiddischen Literatur« und die »Nacht der ermordeten Dichter« (in deutscher Sprache) Im zweiten Panel werden neueste Forschungen zur sowjetischen jiddischen Kultur und zum Jüdischen Antifaschistischen Komitee vorgestellt, die im Rahmen des interdisziplinären Kooperationsprojekts Das kurze Leben der sowjetisch jiddischen Literatur zwischen dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI) , dem ZfL und der Professur für Slavische Judaistik der Universität Regensburg durchgeführt werden. Das Kooperationsprojekt nimmt die Nacht der ermordeten Dichter zum Ausgangspunkt und erforscht die jiddische Literatur in der Sowjetunion zwischen 1917 und den 1970er Jahren. Im Rahmen unseres Symposiums werden die beteiligten Wissenschaftler*innen vorstellen und diskutieren, wie der Prozess und die Ermordung von 1952 ihre Forschungen zur sowjetischen jiddischen Kultur vor dem Hintergrund von Revolution, Bürgerkrieg und Emigration, aber auch der Erfahrung des Stalinismus und des Holocausts prägen und welche neuen Einsichten sich trotz der etablierten Narrative ergeben. Die Podiumsgäste stellen jeweils einen Aspekt des Kooperationsprojekts vor und diskutieren, inwieweit der 12. August 1952 in den jeweiligen Teilprojekten eine Rolle spielt und wie die Ereignisse (möglicherweise neu) gelesen werden. Sabine Koller (Professorin für Slavisch-Jüdische Studien, Universität Regensburg, wissenschaftliche Verantwortliche des interdisziplinären Kooperationsprojekts »Das kurze Leben der sowjetisch jiddischen Literatur«) stellt Leben und Werk von Dovid Bergelson und ein neues Projekt zur Übersetzung seines Werks ins Deutsche vor. Alexandra Polyan (Universität Regensburg, Postdoc im interdisziplinären Kooperationsprojekt »Das kurze Leben der sowjetisch jiddischen Literatur«) stellt Leben und Werk von Peretz Markish vor. Jakob Stürmann (DI, Postdoc im interdisziplinären Kooperationsprojekt »Das kurze Leben der sowjetisch jiddischen Literatur«) referiert über das Jüdische Antifaschistische Komitee. Anschließend Podiumsdiskussion und Q&A mit Miriam Schulz und Gennady Estraikh über den 12. August 1952 und eine Problematisierung der Periodisierung des Projekts »Das kurze Leben der sowjetisch jiddischen Literatur«.