Strategien des Temporären, Legitimation des Dauerhaften. Die Konsolidierung der Bonner Republik in NRW (24.-25.02.2023)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
24.02.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Interdisziplinarität, 

Literatur und Soziologie

, und 3 weitere

Erstellt am:
06.02.2023

KONF : 24. und 25.02.2023 im Haus der Universität, Düsseldorf Im Fokus der Tagung steht die historische Zeitspanne der „Bonner Republik“ als ein Erinnerungsraum, wie er aktuell in der Öffentlichkeit betrachtet wird und Gegenstand der Wissenschaft ist. Die Tagung beleuchtet das filigran verzweigte Adernetz der „Bonner Republik“ im Hinblick auf seine dezidiert erklärte Vorläufigkeit, die von einer unmerklich sich konfigurierenden Permanenz schrittweise absorbiert wird. Mit dem besonderen Augenmerk auf NRW präsentiert sich hierbei ein weitreichendes Themenspektrum: Das Aufschlüsseln von Interdependenzen und Synergien zwischen „Bonner Republik“ und Bundeslandregion, das Abschreiten von Erinnerungsorten sowie das Ventilieren der Identitätsmarkierungen von Stadt und Land, Politik und Gesellschaft, nicht zuletzt von Geschlechterrollen, konkret: Architektur, Kunst, Literatur oder auch Rundfunk, Fernsehen und Film werden im Rahmen der Tagung als prägende Elemente und Katalysatoren exemplarisch untersucht. Ort: Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf Programm unter: moderneimrheinland.wordpress.com/2023/02/01/tagung-die-konsolidierung-der-bonner-r... Freitag, 24. Februar 2023 09.30 Uhr Begrüßung / Vorstellung des Teams „Moderne im Rheinland“ 10.15 – 10.55 Uhr Prof. Dr. Stefan Goch (Bochum): GründerInnen zweier Staaten – NRW-Landtagsabgeordnete bei der Gründung der Bundesrepublik Kaffeepause 11.15 – 11.55 Uhr Prof. Dr. Yahya Elsaghe (Bern): Düsseldorf und das Heterostereotyp des Westdeutschen. Untersucht an Max Frischs „Homo faber“ 11.55 – 12.35 Uhr Melanie Lange, M.A. (Düsseldorf): Das steht auf einem anderen Blatt. Schatten-Orte der „Bonner Republik“. Gespiegelt im Werk des niederländischen Künstlers Armando „Das Blatt“ Mittagspause 14.00 – 14.40 Uhr Prof. Dr. Annette Schnabel (Düsseldorf): Das Regime der Menschenrechte und das Grundgesetz – der Einfluss des internationalen Rechts auf das Verhältnis von Staat und Religion in der jungen Bundesrepublik 14.40 – 15.20 Uhr Dr. Heiner Stahl (Siegen): Das Presse- und Informationsamt in der Kontaktzone Bonn. Die Arbeit mit und in Rundfunk und Fernsehen zwischen 1949 und 1969 Kaffeepause 15.40 – 16.20 Uhr Dr. Christoph Laucht (Wales): Das Temporäre als Bedrohung. Die Bonner Republik als Feindbild im DDR-TV-Propagandamagazin „Der schwarze Kanal“, 1960-72 16.20 Uhr Bilder Rauschen Dreistigkeiten – Die 1980er in der westdeutschen Videokunst. Videoprogramm kuratiert von Angelika Gwozdz, M.A. (Düsseldorf) mit Arbeiten aus dem Archiv der Stiftung IMAI Samstag, 25. Februar 2023 09.45 Uhr Begrüßung 10.00 – 10.40 Uhr Dr. Hannes Krauss (Essen): Friedrich Christian Delius – literarischer Chronist der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft Kaffeepause 11.00 – 11.40 Uhr Dr. Timo Hagen (Bonn): Der Wettbewerb für das Dienstgebäude des Auswärtigen Amts in Bonn 1951: Von der Virulenz des Vergangenen nach der „Stunde Null“ und dem frühen Ende des Provisoriums 11.40 – 12.20 Uhr Sophia Rohan, M.A. (Düsseldorf): Die Rolle der „Bonner Republik“ im Werk Peter Maiwalds Mittagspause 13.30 – 14.10 Uhr Florian Meier, M.A. (Düsseldorf): Regionalität und die Suche nach der neuen Volksgemeinschaft im Heimatfilm „Drei Mädels vom Rhein“ 14.10 – 14.50 Uhr Dr. Lydia Heuser (Dortmund): Der Erinnerungsraum Bonner Republik in der Gegenwartsliteratur 14.50 – 15.30 Uhr Schlussdiskussion Anmeldung bis 20. Februar 2023: Melanie Lange M.A. melanie.lange@hhu.de Tel.: 0211-8113004 „Moderne im Rheinland“ Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Geb. 24.52.00.21, Universitätsstr. 1 40225 Düsseldorf Konzeption: Dr. Jasmin Grande / Melanie Lange M.A. Veranstaltet von „Moderne im Rheinland“, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Kooperation mit dem Forschungsverbund „Bonner Republik“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf www.philo.hhu.de/forschende/die-bonner-republik Die Tagung findet im Rahmen des Projekts „Orte der Bonner Republik“ statt, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Workshop: „Ich bin, dies Werk entwerfend, auf einer Meerfahrt begriffen“ Helmina von Chézy (neu) lesen (09.-11. März 2023, Goethe-Universität Frankfurt am Main / hybrid)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
09.03.2023
Beitrag von:
Frederike Middelhoff
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur und Musik/Sound Studies, 

Brief

, und 1 weitere

Erstellt am:
05.02.2023

„Ich bin, dies Werk entwerfend, auf einer Meerfahrt begriffen“ Helmina von Chézy (neu) lesen 09.-11. März 2023, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Casino-Gebäude, Cas 1.802 (hybrid) 4. Workshop der Reihe Kalathiskos. Autorinnen der Romantik Organisiert von Frederike Middelhoff und Martina Wernli Wilhelmina von Chézy, geb. Klencke (1783-1856), war eine Ausnahmeerscheinung: Schon mit vierzehn Jahren schrieb die gebürtige Berlinerin ihre ersten literarischen Texte, wurde achtzehnjährig Korrespondentin in Paris und publizierte bis zu ihrem Lebensende eine bislang noch immer nicht übersichtlich zusammengestellte und editorisch aufbereitete Vielzahl von Gedichten, Erzählungen, Romanen, Reiseschriften, Schauspielen, Libretti, Literatur- und Kunstkritiken, Übersetzungen und journalistischen Texten. Chézys literarische Aktivität und briefliche Vernetzung mit den wichtigsten Intellektuellen um 1800 ging über romantische Dichtung und kulturelle Berichterstattung weit hinaus. So widmete sie sich, u.a. mit ihrem zweiten Ehemann, dem Orientalisten Antoine Léonard de Chézy, philologischen und komparatistischen Fragestellungen, blieb aber bei der Analyse und Interpretation von Sprache, Schrift und Mythologie nicht stehen: Der politische und sozialkritische Gestus, der zahlreiche ihrer Schriften auszeichnet, rückt Chézy als engagierte Kommentatorin der politischen Umbrüche im (post‑)napoleonischen Europa und der gesellschaftlichen Problemlagen in den Blick, die die Rolle der Frau ebenso betreffen wie die Erfordernisse einer gerechten Sozialpolitik für alle Schichten, Bevölkerungs- und Altersgruppen. Der Workshop stellt sich den Herausforderungen der medialen und ästhetischen Heterogenität und der thematischen Komplexität der Schriften Helmina von Chézys sowie den unterschiedlichen Schreibstrategien der Autorin. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Workshopserie Kalathiskos – Autorinnen der Romantik statt. Programm Donnerstag, 09. März 2023 14:00 Begrüßung und Einführung (Frederike Middelhoff & Martina Wernli) 14:30 Selma Jahnke (Berlin): Der Wert des Namens. Aushandlungen von Standes-, Gender- und Nationalitätsmodellen in den Texten Helmina von Chézys 15:30 Charlotte Zweynert (Hannover): Wirksamkeit und Vermögen. Helmina von Chézy als Akteurin der Zeitenwende um 1800 17:00 Christiane Holm (Halle-Wittenberg): Romantische Reportagen. Überlegungen zu Helmina von Chézys journalistischen Arbeiten in Paris (1801-1810) Freitag, 10. März 2023 09:30 Adelheid Müller (Berlin): Antikes zu Papier gebracht – Helmina von Chézys altertumskundliche (Erst-)Publikationen 10:30 Héctor Canal (Weimar): Helmina von Chézy und das spanische Theater 12:00 Jadwiga Kita-Huber (Krakau): Helmina von Chézys Werk-Konstellationen in der Sammlung Varnhagen 14:30 Katarzyna Szarszewska (Krakau): „Möchten Sie so fortfahren Ihre Mitwelt zu erheitern, zu belehren, zu erfreuen […]!“ – Zur Bekanntschaft zwischen Helmina von Chézy und Caroline Pichler anhand der Korrespondenz aus der Sammlung Varnhagen und anderer Quellen 15:30 Tabea Lamberti (Jena): „Catalog der gelehrten Frauenzimmer“. Zum Ein- und Fortschreiben der Traditionslinie: Günderrode – Arnim – Chézy 17:00 Karin Baumgartner (Salt Lake City; online zugeschaltet): Sozialkritik im Reisehandbuch: Helmina von Chézys Norika (1833) Samstag, 11. März 2023 09:30 Bernd Zegowitz (Frankfurt): Helmina von Chézy als Librettistin 11:00 Lore Knapp (Bielefeld; online zugeschaltet): Rosamunde . Helmina von Chézy und die Musik 12:00 Esbjörn Nyström (TU Luleå): Das Euryanthe -Libretto in einer künftigen kritischen von Chézy-Edition: Einige Denkanstöße 13:00 Abschlussdiskussion und Ausblick Weitere Infos: romantikforschung.uni-frankfurt.de/chezy/ Anmeldungen für eine virtuelle Teilnahme bitte per Mail an die Veranstalterinnen: Frederike Middelhoff ( middelhoff@em.uni-frankfurt.de ) und Martina Wernli ( wernli@lingua.uni-frankfurt.de )

Johann Elias Schlegel und das Theater: Zwischen Revision und Reform (09.02.-10.02.23)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
09.02.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Drama allgemein, 

Tragödie

, und 2 weitere

Erstellt am:
03.02.2023

Johann Elias Schlegel und das Theater: Zwischen Revision und Reform 09.-10.02.2023, Universität Paderborn, Raum E5.333 Programm Donnerstag, 9.2.2023 10.00-10.30h Leonie Süwolto / Sahra Puscher (Paderborn) Begrüßung und Einführung 10.30-11.00h Kaffeepause 11.00-11.45h Albert Meier (Kiel) Endzwecke unähnlicher Ähnlichkeit J. E. Schlegels Nachahmungstheorie im Spannungsfeld von aufgeklärter und präromantischer Poetik-Reflexion 11.45-12.30h Björn Zentschenko (Potsdam) Mythologie und Nachahmung Schlegels Von der Nachahmung und seine Dido 12.30-14.00h Mittagspause 14.00-14.45h Astrid Dröse (Tübingen) Gryphius und Shakespeare Komparatistische Aspekte in J. E. Schlegels Dramentheorie 14.45-15.30h Jörn Steigerwald (Paderborn) Schlegels Revision der Tyrannentragödie: die Lucretia 15.30-16.00h Kaffeepause 16.00-16.45h Sahra Puscher (Paderborn) Problematisierungen des Staatsklassizismus in Schlegels Hermann 16.45-17.30h Leonie Süwolto (Paderborn) Schlegels Die Braut in Trauer und die (Geschlechter-)Poetik der ‚zivilen Tragödie‘ Zur gattungsgeschichtlichen Bedeutung von Schlegels Dramenfragment Freitag, 10.2.2023 10.00-10.45h Gudrun Bamberger (Mainz) J. E. Schlegels Die Langeweile in der Sammlung Beyträge zum Dänischen Theater 10.45-11.15h Kaffeepause 11.15-12.00h Wolfgang Lukas (Wuppertal) Wandlungen der Liebeskomödie in der frühen und mittleren Aufklärung Zu J. E. Schlegels Der Triumph der guten Frauen 12.00h Abschlussdiskussion und Ausklang der Veranstaltung Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Organisation: Dr. Leonie Süwolto Sahra Puscher, M.A. Universität Paderborn Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft leonie.suewolto@upb.de , sahrap@mail.uni-paderborn.de

Workshop | Akten: Kleine Form und Konvolut, Berlin (09.02.–10.02.2023)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
09.02.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Einfache/Kleine Formen (Anekdote, Fabel, Fragment), 

Nichtfiktionale Literatur allgemein

Erstellt am:
30.01.2023

Workshop des Graduiertenkollegs 2190 „Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen“ in Kooperation mit Burkhardt Wolf (Universität Wien) und Peter Plener (Österreichisches Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport) Organisation: Felix Lindner, Peter Plener, Julia Steinmetz und Burkhardt Wolf Veranstaltungsort: Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude Unter den Linden 6, Raum 2070 A Datum: 09.–10. Februar 2023 Interessierte bitten wir um Anmeldung bis zum 06.02.2023 unter: j.steinmetz@hu-berlin.de ; burkhardt.wolf@univie.ac.at ; felix.lindner@hu-berlin.de Workshop-Plakat und ausführliche Ankündigung unter: www.kleine-formen.de/akten-kleine-form-und-konvolut/ Akten sind seither nicht nur die Grundlage von Bürokratien im Sinne Max Webers‚ sondern von Verwaltungs- und Rationalisierungsmaßnahmen diverser Institutionen oder Organisationen. Als Medien administrativen Handelns inkorporieren und bündeln Akten durch Aufschreibesysteme und Kulturtechniken geprägte kleine Formen wie Protokolle, Konzepte, Formulare, Tabellen, Notate oder Listen und bringen diese in ein und denselben Geschäftszusammenhang. Diese ad acta gelegten Kleinformen zeichnet aus, dass sie durch ihre Gebrauchsroutinen geformt, auf Knappheit und Zirkulationsfähigkeit angelegt sind und als einzelne Teile eines Faszikels interagieren, das immer im Plural auftritt. Der Workshop Akten: Kleine Form und Konvolut widmet sich der Akte als Mediencontainer, der unterschiedlichste (kleine wie auch aggregierte) Schreib- und Textformen bündelt, sowie ihrer Bedeutung für administratives, institutionelles und künstlerisches Handeln. Dabei werden in Fallstudien Fragen der Materialität, der Medialität und des Formats von Akten und den in ihnen gebündelten Schriftstücken thematisiert und Akten praxeologisch in den Blick genommen. Programm Donnerstag, 09.02.2023 9:40-10:00 Uhr Begrüßung 10:00-11:30 Uhr Sebastian Felten (Wien): Blatt, Liste, Plot: Beamte als Historiker im vorindustriellen Bergbau Philipp Müller (Göttingen): Akten und Briefe. Wissensgeschichte einer Beziehung 11:30-11:45 Uhr Pause 11:45-13:15 Uhr Anna Echterhölter (Wien): Fragebögen zu indigenen Rechten. Rechtfertigungsmuster in den Akten des Kolonialarchivs Rupert Gaderer (Bochum): Kurze Formen. Aufschreibesysteme, Rechtswahnsinn und Bürokratie 1800/1900 13:15-14:15 Uhr Pause 14:15-15:45 Uhr Volker Hess (Berlin): Begriffsarbeit im Diagnoseraster. Der Weg zur traumatischen Neurose, 1888–1893 Yvonne Wübben (Bochum/Berlin): Der Sprichworttest in psychiatrischen Akten um 1900. Zur Materialität einer kleinen Form 15:45-16:15 Uhr Pause 16:15-17:45 Uhr Nikolaus Thoman (Wien): Nach den Akten. Diagramme als Ordnungsmittel – Geschichte einer gescheiterten Verwaltungsrevolution Freitag, 10.02.2023 10:00-11:30 Uhr Benno Wagner (Zhejiang/Siegen): „It’s all in the files“. Eine organisationstheoretisch-narratologische Skizze zur agency von Akten Felix Lindner (Berlin): Aus der Schriftstellerbehörde. Literatur und Produktionsverwaltung 11:30-11:45 Uhr Pause 11:45-13:15 Uhr Burkhardt Wolf (Wien): Acta ad acta. Heimito von Doderers Erleuchtete Fenster Sophie Liepold (Wien): Akten im Literaturarchiv. Die Verwaltung literarischer Aufzeichnungen 13:15-14:15 Uhr Pause 14:15-15:45 Uhr Tilman Richter (Bochum): Der Weg in die Akten. Politiken des Unterschreibens im „Fall“ Gabriele Stötzer Sophia Gräfe (Marburg): Akten über Akten 15:45-16:00 Uhr Pause 16:00-16:45 Uhr Christoph Engemann (Bochum): Papiergebunden – Medienbruch: die Materialität von Akten im eGovernment 16:45-17:00 Uhr Ausklang

Beratungsszenarien. Inszenierungen der Entscheidungsfindung in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit, München (16.-18.2.2023)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
16.02.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Gattungspoetik, 

Drama allgemein, 

Stoffe, Motive, Thematologie

, und 6 weitere

Erstellt am:
27.01.2023

16.–18.2.2023, Internationales Begegnungszentrum für Wissenschaft (IBZ), Amalienstr. 38, München Beratungen sind seit jeher ein zentrales Instrument politischer Konsens- und Entscheidungsfindung. Die Funktionen und Leistungen von Beratung reichen weit über die Klärung von Sachfragen hinaus. Öffentlich sichtbare Beratung kann Konsens fördern, Ratsversammlungen integrieren Vasallen oder Bürger, sie stabilisieren locker strukturierte Herrschaftsverbände (Feudalsystem), sie können inkludierend nach innen und exkludierend nach außen wirken. Diese Dimension von formeller wie informeller Beratung liegt im Fokus der Tagung. Ausgehend von den volkssprachigen Literaturen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit fragen die Beiträge danach, wie Situationen formeller wie informeller Beratung in Szene gesetzt werden – narrativ wie dramatisch. Sie legen ein Augenmerk besonders auf die Konstellationen und auf die Profilierung der Akteure als Typen. In Beratungssituationen treffen Machthabende (Fürst, Tyrann, Souverän, Volksvertreter, Demagoge) und Beratende (Favorit, Zofe, Erzieher, Experte) in unterschiedlichen Konfigurationen aufeinander; entsprechend vielfältig können die Interaktionsformen ausgestaltet (Ratsversammlung, Kemenatengespräch, Bettgespräch) und die Beratungen unterschiedlichen Funktionstypen zuzuordnen sein (Unterweisung, Mäeutik, falscher Rat, Einflüsterung, Intrige, Verführung). Die einzelnen Beiträge fragen unter anderem danach, ob sich in verschiedenen Textfamilien und -reihen (Artusepik, Minne- und Aventiureromane, chanson de geste, Heldenepik, Tierepik) signifikante Unterschiede in den Darstellungen von formeller wie informeller Beratung beobachten lassen und welche Figurenprofilierung jeweils die beteiligten Akteure erfahren. Berücksichtigt werden dabei Beobachtungen zur Performanz in Ratsversammlungen, zu ihrer Theatralität und zu pararituellen Momenten. Donnerstag, 16.2. 15.00-15.30 Jan Mohr (München / Bielefeld): Eröffnung und Einleitung 15.30-16.20 Franziska Wenzel (Frankfurt a.M.): Rat-Geben. Vom Risiko des Gelingens in der lyrischen Dichtung des Mittelalters 16.50-17.40 Bernd Bastert (Bochum) / Lina Herz (Hamburg): Zwischen Herrscherzorn und Gemeinschaftsentscheid. Beratungsszenarien in der Chanson de geste 17.40-18.30 Katharina Philipowski (Potsdam): Gute Ratgeber und schlechter Rat – das unübersichtliche Feld der Ratsszenen in der Dietrich-Epik Freitag, 17.2. 10.00-10.50 Julia Stenzel (Mainz): Hervortreten und sprechen. Demagogische Beratung zwischen Stellvertretung und Paternalismus 10.50-11.40 Anton Bierl (Basel): Beratungsszenen in Homers ‚Ilias‘ als proto-politologischer Diskurs zwischen Konsenssuche unter Gleichen und der Dominanz Einzelner 12.10-13.00 Christiane Witthöft (Erlangen): Beratung und/als Kompromiss? Abwägungsprozesse und Urteilsfindungen in der mittelalterlichen Epik (‚Reinfried von Braunschweig‘ u.a.) 14.30-15.20 Coralie Rippl-Ulenhut (Zürich): Verantwortungsdiffusion und Geburt des Gewissens. Über Beratung in Hartmanns ‚Gregorius‘ und ‚Armem Heinrich‘ 15.20-16.10 Esther von Stosch (Köln): Mit Rat und Tat durch die Welt(en). Geratene Wege und differierende Ratgeberfiguren in mittelhochdeutschen und persischen Alexanderbearbeitungen 16.40-17.30 Brigitte Burrichter (Würzburg): Rat und Intrige in Chrétiens ‚Yvain‘ 17.30-18.20 Christian Schneider (Osnabrück): Script und Handlung. Erzählen von Ratsszenen in frühhöfischer und Artusepik Samstag, 18.2. 10.00-10.50 Jan Glück (München): Rat-Schläge. Handfeste Auseinandersetzungen, argumentative Verhandlungen und zeremonieller Konsens in tierepischen Beratungsszenen 10.50-11.40 Margreth Egidi (Paderborn): Satan als Heros und als Herrscher. Die höllische Beratungsszene in Miltons ‚Paradise lost‘ 12.00-12.30 Abschlussdiskussion

Steigerungen und Randgänge – Mittelalterliches Aventiurenerzählen und seine Transzendenzen, München (23.-24.2.2023)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
23.03.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur aus Großbritannien und Irland, 

Französische Literatur

, und 2 weitere

Erstellt am:
27.01.2023

Steigerungen und Randgänge – Mittelalterliches Aventiurenerzählen und seine Transzendenzen Workshop des Teilprojekts 2b „ Transzendenz als Steigerungsform und Spannungspol des Abenteuerlichen “ in der DFG-Forschungsgruppe 2568 „ Philologie des Abenteuers “ (LMU München) 23. und 24. März 2023 Ort: Seidl-Villa , Nikolaiplatz 1b (Schwabing), Zenzl Mühsam Saal Strukturalistische Analysen konnten die mittelalterlichen arthurischen Versromane als topologisch klar gegliedertes Programm verstehen, nach dessen Vorgaben die Aventiurenfahrt des Protagonisten vom zivilisierten Raum der höfischen Gesellschaft in dessen ungeregelt-wilden Gegenraum und wieder zurück führt. Allzu simple Vorstellungen eines solchen Erzählprogramms sind inzwischen vielfach nicht nur weiterentwickelt, sondern auch prinzipieller relativiert worden, vor allem durch stärkere Beachtung von narrativer Prozessualität, Zeitlichkeit und Ereignishaftigkeit. Der Workshop nimmt diese Perspektiven auf, um die Charakteristik episodischen Abenteuererzählens konsequent und neu in den Blick zu nehmen. Insbesondere zwei leitende Hypothesen könnten so überprüft werden: 1. Das Abenteuer ist in erster Linie nicht durch einen gleichbleibenden Bezug auf eine statische Ordnung bestimmt, sondern durch seine topographisch mitvollziehbare, zugleich aber auch epistemisch begreifbare zunehmende Entfernung von einem Ordnungszentrum. Diese kann zugleich als raumgreifende, zeitgebende Bewegung in ein nur schwach vorstrukturiertes ‚Äußeres‘ wahrgenommen werden, wobei normative Orientiertheit kaum mehr in Bezügen auf eine feste Rahmung des Abenteuergeschehens zu fassen ist, sondern eher in veränderlichen Ausrichtungen auf einen distanten Horizont. So mag ein nicht mehr am Ordnungszentrum orientiertes ‚Anderswo‘ erreicht werden, von dem aus Bedingungen und Beschränkungen der Ordnungskonstitution in den Blick kommen. Kann der abenteuerliche Randgang dabei sogar in die Annäherung an ein radikal Anderes der Ordnung umschlagen? 2. Abenteuererzählen zielt nicht von vornherein auf Differenzgewinne; mindestens gleichrangig ist die Möglichkeit in ihm angelegt, Differenzialität zu entschärfen, Differenzen in Intensitäten umzuwandeln, Intensitätsgewinne zu steigern und intensitäre Gradationen (des Affekts, der Wahrnehmung, der Körperlichkeit, der Gewalt und Sexualität) zu bilden. In Episodenreihen können sich solche Stufungen zu Formen verdichten, welche sich nicht ohne weiteres sinnstiftend auflösen lassen. Zugleich wäre zu überlegen, inwiefern episodische Steigerungen des Transgredierens in ein Transzendieren übergehen können. Anders gefragt: Gibt es ein Jenseits des Abenteuers? PROGRAMM Donnerstag, 23. März 2023 9.00–9.30 Uhr: Michael Waltenberger (München): „There and Back Again“. Vorläufiges zur Einführung 9.30–10.30 Uhr: Hartmut Bleumer (Göttingen): ‚Das Abenteuerschiff‘. Zur metaphorischen Ästhetik der Âventiure und ihrer narrativen Objektivierung 10.30–11.00 Uhr: Kaffee-Pause 11.00–12.00 Uhr: Michael Schwarzbach-Dobson (Köln): Differenzloses Unterwegssein. Figurationen des chevalier errant im mittelalterlichen Aventiurenerzählen 12.00–13.00 Uhr: Victoria Cirlot (Barcelona): Zur Negativität des Abenteuers. Der feige Ritter im Artusroman 13.00–14.30 Uhr: Mittagspause 14.30–15.30 Uhr: Franziska Wenzel (Frankfurt): Axiologie und Lebensweg. Überlegungen zur Uneinholbarkeit der eigenen Geschichte 15.30–16.30 Uhr: Judith Klinger (Potsdam): Friedrich von Schwaben und die Entdeckung des Abseitigen 16.30–16.45 Uhr: Kaffee-Pause 16.45–17.45 Uhr: Antje Sablotny (Dresden): Aventiurehafte Pilgerreisen? Abenteuerliches Erzählen vom Heil in den Pilgerreiseberichten Felix Fabris Abendvortrag 18.00–20.00 Uhr: Markus Vinzent (London): Transzendenz durch Immanenz oder Kanonisierung des Apokryphen: Wie Geschichten sich zu Geschichte steigern Freitag, 24. März 2023 10.00–11.00 Uhr: Susanne Köbele (Zürich): „Habt Ihr eine kleine Frage für mich, zufällig?“ Quaestio/Queste im Zwielicht 11.00–11.30 Uhr: Kaffee-Pause 11.30–12.30 Uhr: Hans Jürgen Scheuer (HU Berlin): Aventiure und Laienbibel. Wirnts von Grafenberg Wigalois 12.30–13.30 Uhr: Mittagspause 13.30–14.30 Uhr: Coralie Rippl (Zürich): Die Abenteuerheldin und die Transzendenzen der Aventiure (Maries de France Lais und Graf Rudolf) 14.30–15.30 Uhr: Philip Reich (München): Arthurische Paradiese. Zu Kumulation und Kulmination abenteuerlichen Erzählens in der matière de Bretagne 15.30 Uhr: Kaffee, Imbiss, Nachgespräche Weitere Informationen und Flyer finden Sie hier.

Freistätte V – Zwischen Sprache und Gewalt: Zur Rhetorik von Fluch und Bann im Drama


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
09.02.2023
Beitrag von:
Marten Weise
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Französische Literatur, 

Literaturtheorie

, und 10 weitere

Erstellt am:
26.01.2023

Freistätte V – Zwischen Sprache und Gewalt: Zur Rhetorik von Fluch und Bann im Drama 9./10. Februar, Eisenhower-Saal IG 1.314 Ein öffentlicher Workshop des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, mit freundlicher Unterstützung der Professur für Theaterwissenschaft und des Forschungszentrum Historisches Geisteswissenschaften Konzeption und Organisation: Dr. Oliver Völker und Dr. des. Marten Weise In interdisziplinärer Perspektive zwischen Komparatistik, Theaterwissenschaft und Philosophie richtet der Workshop seine Aufmerksamkeit auf das Auftreten von Bann und Fluch im Drama – nicht zuletzt auf deren besondere Konjunktur um 1800. Er fragt dabei nach Form, Inszenierung und Choreographie dieser Sprechhandlungen, auf deren selbstreferentielle Gesten im Kontext des Dramas als Aufführung sowie nach Zusammenhängen und Brüchen mit der intersubjektiv-dialogischen Struktur der Gattung, die nahelegen, dass es sich bei Fluch und Bann um Grenzformen des Sprechens im Drama bezeichnen lassen. Donnerstag, 09. Februar 2023 13.00 – 13.30: Einführung und Begrüßung 13.30 – 14.15: Charlotte Kurbjuhn (Duisburg-Essen): Bei den Unterirdischen: Rhetorik und Riten der Rache 14.15 – 15.00: Melanie Reinhard (Freiburg): Fluch und Bann als regulative Handlungselemente der französischen Tragödie des 17. Jahrhunderts 15.30 – 16.15: Tobias Jennewein (Würzburg): Der Teufel: das Tier – Bann und Exklusion in Grabbes Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung 16.15 – 17.00: Moritz Schertl (Münster): „De déserts en déserts tu vas porter tes pas. Ma malédiction ne te quittera pas.“ – Verbannung und Gewalt in den Dramen von Gabriel Legouvé 17.30 – 18.15: Michael Niehaus (Hagen): Der Fluch und seine Rekapitulationen. Zum Beispiel Der vierundzwanzigste Februar von Zacharias Werner Freitag 10. Februar 2023 09.30 – 10.15: Carolin Rocks: (Hamburg): Der Verfluchteste. König Ödipus und die Folgen 10.15 – 11.00: Joachim Harst: (Köln): Zur Transformation des Fluchs in der christlichen Tragödienrezeption 11.30 – 12.15: Peter Metzel (Chicago): Der gemeine Feind der Menschlichkeit. Bann und Schwelle in Schillers Wallenstein 12.15 – 13.00: Maximilian Bergengruen (Würzburg): „Werde Du eine Hure“ – Schwur, Fluch und Gewalt in Schillers Fiesko zu Genua

Opferdramaturgie und Viktimologie der Geschlechter in Prosa und Film (19. Jh. bis zur Gegenwart) Berlin, 3./4. Februar 2023


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
03.02.2023
Beitrag von:
Anna Maria Spener
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Französische Literatur, 

Italienische Literatur

, und 9 weitere

Erstellt am:
16.01.2023

Opferdramaturgie und Viktimologie der Geschlechter in Prosa und Film (19. Jh. bis zur Gegenwart) Berlin, 3./4. Februar 2023 Exposé Augenscheinlich vermehren sich gegenwärtig wieder die Diskurse ums Opfer. Das ist freilich keine gänzlich neue Entwicklung. Tatsächlich wurzeln sie nicht unbeträchtlich in den ästhetischen Entwicklungen der kulturellen Moderne zwischen 1760 und 1850. Im Drama wird das Sacrificium , das das Opfer ursprünglich gewesen ist, in eine Victima transformiert, oder genauer: Es wird die unschuldige Victima zum Sacrificium geadelt. Und das nicht zuletzt, indem jetzt das Drama die tragische Position geschlechtlich codiert: Die dramatische Erfolgsgattung schlechthin, das bürgerliche Trauerspiel, überformt die tragische Position geschlechteranthropologisch, das kulturelle Kapital der empathischen Identifikation wird vornehmlich für das weibliche Opfer mobilisiert. Komplementär nimmt männliche Täterschaft die antagonistische Position ein. Es war insbesondere Lessing, der die Position der tragischen Heldin genderbezogen codiert und sie einer metapoetischen Reflexion unterzogen hat. Das bürgerliche Trauerspiel popularisiert das gendercodierte Opferschema. Bald feiert es ähnlich oder kontrastiv auch auf der Opernbühne Erfolge, im Don Giovanni über die Norma und Lucia bis hin zum Musikdrama Wagners. Alsbald wird es von der jungen Gattung Roman, in Erzählungen und in der Romantheorie prestigeträchtig adaptiert, ablesbar an den allfälligen Verweisen auf Lessings Emilia Galotti als Intertext bei Blanckenburg, im Werther , in Lenz‘ Zerbino oder in Tiecks William Lovell . Die Marquise von O…. , die Wahlverwandt­schaften , Flaubert und Fontane beobachten die Gattungsgrenze zum Drama auf erzählerische Weise: Sowohl Emma Bovary als auch Effi Briest zelebrieren ihr Sterben in opferkultischen bzw. opfersemantischen Kontexten. Paradigmatisch führen sie die lange Liste prosaischer Distanzierungen von der Theatralität des Opfers im 19. Jahrhundert an. Zeichnen sich hier die Konturen einer Kritik der literarischen Viktimologie ab? Was geschieht mit der von Lessing mitbegründeten ästhetischen Opferpolitik, wenn die so überaus effektive Konstellation von Opfer und Drama narrativ in den Blick genommen wird? Jedenfalls zieht der Nexus zwischen Opferdramaturgie und Geschlecht weite Kreise durch die Prosa Bernhard Kellermanns, Ingeborg Bachmanns, Fritz Zorns, Bernward Vespers hindurch bis in die Gegenwart hinein, bis zu Michel Houellebecq, Jonas Lüscher, Anke Stelling oder Olga Tokarczuk. Hatte sich mit dem bürgerlichen Trauerspiel das weibliche Opferprivileg als dramaturgische Konstellation und als „Narrativ“ etabliert, viktimologisch wie sakrifiziell, gilt es zu fragen, was sich verändert haben könnte. Hinsichtlich des Dispositivs, hinsichtlich der Verteilung auf die Geschlechter, hinsichtlich von Opferpolitik, von Opferkritik und der Kritik der Opferkritik und darüber hinaus. Workshop-Programm Freitag, 03. Februar 2023 14:00 Begrüßung 14:10 Prof. Dr. Uwe Steiner (FernUniversität in Hagen): „Lächerliches Unheil”. Vom Opfer im Drama zum Opfer in der Prosa. Zur Einführung (öffentlich) 15:10 Manusch Rimkus, M.A. (FernUniversität in Hagen): Geschlechterinversionen in Ludwig Tiecks Novelle Eigensinn und Laune 16:20 Dr. Malte Kleinwort (Ruhr-Universität Bochum): Aus der Opferrolle in den (vermeintlich) passiven Widerstand – Heinrich von Kleists Die Marquise von O… 17:00 Dr. Elke Kalb (FernUniversität in Hagen): Fontanes Arbeit am weiblichen Opfermythos oder die Darstellung weiblicher Widerstände gegen männliche Opferzumutungen 17:50 Dr. Wim Peeters (FernUniversität in Hagen): Die Opfer des selbstrationalisierten „großen Mannes“ – Bernhard Kellermanns Der Tunnel (1913) 19:30 Gemeinsames Abendessen im Restaurant Lubitsch Samstag, 04. Februar 2023 10:00 Prof. Dr. Barbara Vinken (Ludwig-Maximilians-Universität München): Keynote: Das glückselige Opfer – Norma. Das tragische Opfer – Carmen (öffentlich) 11:50 Prof. Dr. Kentaro Kawashima (Keio University Tokyo): Ingeborg Bachmanns Me Too ? – Über die Erzählung Undine geht 12:30 Diego León-Villagrá, M.A. (Freie Universität Berlin): „Jeder Mensch sollte gleich bei Geburt eine Rente bekommen […] denn er ist ein Opfer.“ Maskuline Opferdramaturgie in Fritz Zorns Mars und Bernward Vespers Die Reise (1977) 13:10–14:10 Mittagslunch im Campus Berlin 14:10 Sören Görlich, M.Ed. (Martin-Luther-Universität Halle): Blockierte Opferschaft: Unsichtbare Märtyrer einer bedrohten Männlichkeit in den Romanen von Michel Houellebecq ( Les particules élémentaires , Sérotonine ) und Jonas Lüscher ( Kraf t) 14:50 Simon Schoch, M.A. (New York University): Zum Opfer stilisiert . Klasse und Geschlecht in Anke Stellings Roman Schäfchen im Trockenen 15:50 Dr. Karolina Sidowska / Dr. Monika Wąsik-Linder (Universität Lodz): Verdrängte Weiblichkeit schlägt zurück – Geschlechterrelationen in Empuzjon (2022) von Olga Tokarczuk 16:30 Prof. Dr. Kanichiro Omiya (Keio University Tokyo): Coda : Begnadete Helden oder ausgebliebene Opfer. Candide, Egmont, Prinz von Homburg und der Offizier in der Strafkolonie zwischen Rettung und Entehrung des Opfers (öffentlich) 17:30 Abschluss Prof. Dr. Uwe Steiner: Uwe.Steiner@fernuni-hagen.de Dr. Wim Peeters: Wim.Peeters@fernuni-hagen.de Interne Förderung im Rahmen der Forschungsgruppe ›Gender Politics‹ Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Medientheorie FernUniversität in Hagen | Universitätsstr. 33 | 58084 Hagen | Deutschland Weitere Informationen, Flyer und Plakat unter : www.fernuni-hagen.de/literatur/forschung/tagungen/index.shtml An den öffentlichen Vorträgen Interessierte dürfen sich gerne bei Anna Maria Spener melden ( anna-maria.spener@fernuni-hagen.de ), um die Zoom-Zugangsdaten zu erhalten.

Energien der Avantgarde


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
20.01.2023
Beitrag von:
Susanne Strätling
Forschungsgebiete

Osteuropäische Literatur (Baltikum, Russland, Ukraine), 

Ecocriticism, 

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies

Erstellt am:
09.01.2023

Der Diskurs um Energie kann als eine der schillerndsten interdisziplinären Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts angesehen werden. Von der Literatur und Poesie über Malerei bis hin zu Film und Architektur wird Kunst als Energiequelle und Medum energetischer Spannungszustände verhandelt, welche die Grenzen zwischen einzelnen Kunstgattungen, zwischen Künsten und Wissenschaften sowie zwischen Kunst und Leben überschreitet. Der Workshop „Energien der Avantgarden“ zielt darauf ab, unterschiedliche Aspekte des energetischen Paradigmas in den Künsten der Avantgarden zu beleuchten. Dabei werden Erkenntnisse aus der Literatur-, Film- und Kunstwissenschaft mit philosophischen und psychologischen Erkenntnissen verbunden, um die Besonderheiten dieser Periode energetischen Denkens und Schaffens herauszustellen. Der Workshop ist Teil des DFG-Projekts „Energie: Schlüsselbegriff der sowjetischen Avantgarde“ . Konzept und Organisation: Werner Boschmann, Tatjana Petzer und Susanne Strätling

Symposium „Günter Wallraffs Reportagen“, Dortmund (03.02.2023)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
03.02.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur und Medienwissenschaften, 

Poetik

, und 2 weitere

Erstellt am:
09.01.2023

Symposium „Günter Wallraffs Reportagen“ (Dortmund, 03.02.2023) „Ich bin auf einiges gefasst. Auf das, was ich dann selber erlebt habe […], war ich nicht gefasst.“ G. Wallraff, Aus der schönen, neuen Welt Günter Wallraff gilt als Enfant Terrible der deutschen Literatur. Wobei noch gar nicht entschieden ist, ob seine Reportagen und Kritiken, seine Interventionen und Geschichten nun eigentlich zur Literatur zählen sollen – oder nicht. Denn nach dem großen Erfolg seines dokumentarischen Buches Ganz unten, in dem Wallraff als Ali Levent Sinirlioğlu in verschiedenen Unternehmen als ‚Gastarbeiter‘ recherchierte, geriet Wallraff in Verruf. Die einen warfen ihm vor, seine Autorschaft nur vorgetäuscht, die anderen, sich für die DDR verdingt zu haben. Das eine ist richtig, das andere wohl falsch. Tatsächlich war es Hermann L. Gremliza, der legendäre Herausgeber der Zeitschrift konkret, der Wallraff stilistisch zur Seite stand, als er seine Arbeiten über die Bild-Zeitung der Öffentlichkeit vorstellte. Aber Wallraff hatte nie wirklich einen Hehl daraus gemacht, dass er in Teams arbeitete. Wallraffs kritische Nähe zum Regime im Osten Deutschlands war offenkundig, Dissidenten waren seine Freunde. Ob er dabei zu weit gegangen ist oder sein Engagement nützlich und richtig gewesen war, darüber kann man streiten und man muss es wohl auch. Davon abgesehen aber dürfte Wallraff zu den wichtigsten Autoren der deutschen Nachkriegsgeschichte zählen, der als Mitglied der Dortmunder Gruppe 61 die Poetik der Reportageliteratur umzusetzen und zu popularisieren versuchte. Mit Erfolg. Ob Wallraffs Texte eigentlich ‚literarisch‘ sind oder einfach nur ‚journalistisch‘, ist nun in mehrfacher Hinsicht interessant. Zunächst einmal politisch: Seit dem literarischen Vormärz und Heinrich Heines Journalliteratur ist immer wieder versucht worden, der engagierten und interventionistischen Literatur den ästhetischen Wert abzusprechen. Dabei ging es nicht immer nur um Kunstfragen, sondern oft genug um politische Machtkämpfe. Wem das Prädikat ‚literarisch‘ verweigert werden konnte, den konnte man deutlich einfacher aus den bürgerlichen Diskursen, den kulturellen Institutionen der Gesellschaft fernhalten. Zweitens medienhistorisch, denn mit dem Aufstieg der Zeitung und des Feuilletons, der Zeitschrift, dem Radio und dem Taschenbuch, verschoben sich die Parameter des Schreibens. Kunst und Lohnarbeit mussten sich nicht mehr wie Fremde begegnen. Sie gehörten zusammen. Wallraffs Texte sind vor diesem Hintergrund also doppelt interessant: Sie setzen eine Tradition fort, die von Heinrich Heine über Bertolt Brecht und Max von der Grün in die Gegenwart reichen; sie konfrontieren die etablierten Kunstformen des Schreibens mit der Realität und Poetik der Arbeitswelt, sie ‚reportieren‘ die Wirklichkeit. Das Symposium will ein kleines Jubiläum aufgreifen, Günter Wallraffs 80. Geburtstag, um die Wortmeldungen dieses streitbaren Autors und Historikers der deutschen Nachkriegsgeschichte einer kritischen Re-Lektüre zu unterziehen. Dabei sollen neben den politischen auch die literarischen Eigenarten seiner Texte diskutiert werden, in der Tradition einer literarischen Aufklärung, die bis in unsere Gegenwart reicht. Im Mittelpunkt steht darum der Begriff der Reportage, der eigentlich aus der Zeitungswelt und dem Journalismus stammt, aber zugleich ein ästhetisches Vermögen zum Ausdruck bringt: die Erzählung aus eigener Anschauung. Wallraffs Rolle in der Dortmunder Gruppe 61 wird dafür von besonderem Interesse sein. PROGRAMM 10.30 Uhr Begrüßung 11.00 Uhr Tobias Eberwein, International Association for Literary Journalism Studies (IALJS) 12.00 Uhr Jasmin Grande, Institut Moderne im Rheinland, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 13.00 Uhr Pause 14:00 Uhr Marlene Knobloch, Reportage, Süddeutsche Zeitung 15.00 Uhr Alexander Rupflin, Redakteur bei der ZEIT 16.00 Uhr Pause 16.30 Uhr Daniel Puntas Bernet, Chefredakteur des Magazins Reportagen, Bern 17.30 Uhr Hektor Haarkötter, Professur für Kommunikationswissenschaft, Schwerpunkt politische Kommunikation, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg 18.30 Uhr Abschlussdiskussion ZEIT UND ORT Freitag, 03.02.2023 Literaturhaus Dortmund Neuer Graben 78 44139 Dortmund T 0231 33048497 info@literaturhaus-dortmund.de https://ift.tt/0DFHS8V Die Veranstaltung findet ‚hybrid‘ statt, am Ort und online. VERANSTALTER Technische Universität Dortmund Fakultät Kulturwissenschaften Professur für Neuere deutsche Literatur und eine kulturwissenschaftlich akzentuierte Literaturgeschichte und -theorie seit dem 18. Jahrhundert Prof. Dr. Martin Stingelin Emil-Figge-Str. 50 44227 Dortmund KONTAKT claas.morgenroth@tu-dortmund.de tobias.lachmann@tu-dortmund.de Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Johannes Schmidt] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu