Studientag 2023 – Pazifismen und Biographie


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
11.05.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Gender Studies/Queer Studies, 

Postkoloniale Literaturtheorie, 

Ecocriticism

, und 3 weitere

Erstellt am:
05.05.2023

Studientag 2023 Pazifismen und Biographie Donnerstag, 11. Mai und Freitag, 12. Mai 2023 im Forschungsinstitut Brenner-Archiv Universität Innsbruck Josef-Hirn-Str. 5–7, 10. Stock Der 11. Studientag 2023 wird sich mit der historischen Verknüpfung von Pazifismus und individuellen Leben beschäftigen, wobei der Schwerpunkt auf der genderorientierten Auto_Biographieforschung und/oder der Frauen- und Geschlechter-Kultur-Geschichte liegen wird. Sowohl bei der ersten Frauenbewegung vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg als auch bei der zweiten Frauenbewegung nach 1968 gab es ideologische und auch personelle Überschneidungen mit den jeweils zeitgenössischen Aktivitäten für den Frieden. Pazifismus versteht sich dabei nicht nur als gesellschaftspolitische Aktivität gegen Krieg, Rüstung und Erziehung zum Krieg. Geschlechtergerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Anti-Kolonialismus und Umweltgerechtigkeit wurden bereits von Protagonist*innen der historischen Friedensbewegungen als Voraussetzungen für Frieden begriffen. Pazifismus darf nicht länger als Naivität abgetan, als Luxuswert, Ideal und Utopie aufgefasst werden, sondern muss fest im gesellschaftlichen und politischen Diskurs verankert und mitgedacht werden. Welche Argumente gibt es, die diese Forderung unterstützen? Müsste die Forschung aktiver werden und sich in Talkrunden einbringen und einklagen? Hochgehaltene Schilder können nur ein Anfang sein. Arbeiten Forschung und Friedensorganisationen eng genug zusammen? Wohin kann ich mich wenden, um argumentativ „aus- gerüstet“ zu werden? Welche Aktivitäten lassen sich im eigenen Leben umsetzen? Und: Warum spalteten sich die Suffragetten an der Frage des Pazifismus? Programm Donnerstag, 11. Mai 2023, 19 Uhr – Gastvortrag Ingrid Sharp (University of Leeds, UK): Gefühl und Verstand: Feministische Friedenspolitik von Bertha von Suttner bis Annalena Baerbock Ingrid Sharp ist Professorin für German Cultural and Gender History an der University of Leeds. Sie hat zahlreiche Studien zur Kulturgeschichte des Pazifismus veröffentlicht, u.a. als Herausgeberin des 5. Bandes (1815-1920) der Cultural History of Peace (London: Bloomsbury 2020). Der Vortrag wird gestreamt. Den Link finden Sie zeitnah auf https://ift.tt/FDdu5sW Begrüßung: Ulrike Tanzer , Leiterin des Forschungsinstituts Brenner-Archiv und Annette Steinsiek , Sprecherin der Forschungsgruppe Auto_Biographie – De_Rekonstruktionen Freitag, 12. Mai 2023, 9.00 – 16.15 Uhr 9.00 – 9.55 Corinna Oesch, Universität Wien Frauen schreiben an die Friedensaktivistin Bertha von Suttner. Briefliche Beziehungen zwischen Frauenbewegung, Celebritykult und Pazifismus 10.00 – 10.55 Michaela Krucsay, Kunstuniversität Graz Pazifismen? Ethel Smyth, Virginia Woolf und der Krieg zwischen den Zeilen 10.55 – 11.30 Kaffeepause 11.30 – 12.25 Verena Lorber, Kath. Privat-Universität Linz Christlicher oder pazifistischer Widerstand? Auswirkungen der Wehrdienstverweigerung im NS-Regime auf die Paarbeziehung von Franz und Franziska Jägerstätter 12.25 – 14.00 Mittagspause 14.00 – 14.55 Claudia Kemper, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte Münster Keine Held*innengeschichte. Aktivismus für Frieden zwischen Überzeugung und Profession 15.00 – 15.55 Abschlussdiskussion und Résumé der Referentinnen Moderation: Ursula Schneider 15.55 – 16.15 Ausblick und Verabschiedung Siglinde Clementi (Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte, Freie Universität Bozen) Moderation Vormittag: Anna Findl-Ludescher Moderation Nachmittag: Ursula Schneider Die Vorträge dauern 30 min., die Diskussionen 25 min. Forschungsgruppe Auto_Biographie – De_Rekonstruktionen der Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck, in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen / Centro di Competenza Storia regionale, Libera Università di Bolzano und dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Universität Innsbruck

Reinheit und die Ordnung des Politischen (1900–2000), Koblenz


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
11.05.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur und Soziologie, 

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies, 

Literatur und Theologie/Religionswissenschaften

, und 2 weitere

Erstellt am:
05.05.2023

Mit dem Rekurs auf Reinheit werden sowohl ästhetische als auch ethisch-moralische Ordnungen formuliert, evaluiert und vollzogen. Der Diskurs der Reinheit ermöglicht und legitimiert damit grundsätzlich eine Differenzierung von dichotomen Zuständen (rein/unrein, befleckt/unbefleckt, das Eigene/das Fremde etc.), die oftmals in der politischen und/oder religiösen Rhetorik maximal aufgeladen werden. Die typische Struktur der Erzählung der ‚verlorenen Reinheit‘ ergibt sich aus diesen Differenzierungen: Der ‚reine‘ Ursprung, der im Regelfall eine Fiktion, ein Ursprungsmythos ist, wird als verloren diagnostiziert und betrauert. Die Diagnose der Differenz zu dem vormaligen Idealzustand erfordert dann die Operation der Reinigungspraktiken, die das ‚Unreine‘ eliminieren oder transformieren, um so die Reinheit des Ausgangszustands wiederherzustellen. Reinheit und Unreinheit werden einerseits als wechselseitige Negation gesetzt, sind andererseits aber zugleich aufeinander bezogen. Reinheit bedeutet die Abwesenheit eines störenden Elements – nämlich des verunreinigenden Schmutzes. Hieraus ergibt sich, dass Reinheit/Unreinheit wie Schmutz mit Ordnung/Unordnung korreliert; „Schmutz [ist] wesentlich Unordnung“ (Mary Douglas, 1985). Reinigungen oder (Wieder-)Herstellungen von Reinheit sind folglich als (Wieder-)Herstellungen von Ordnung zu verstehen. Somit sind Schmutz oder Unreinheit nicht auf ihren ontologischen oder essentialistischen Gehalt, sondern auf ihre Position zu untersuchen. Das relationale und arbiträre Konzept definiert Reinheit als Ordnung und als Nicht-Verstoß gegen die Regeln der räumlichen Zuordnung, woraus sich im Umkehrschluss ergibt, dass Schmutz bzw. Unreinheit mit Unordnung und unzulässigen Vermischungen in Verbindung stehen. Die Negativwertung der Vermischung, die mit der Absolutsetzung eines starren Ordnungssystems einhergeht, ist nicht nur aus einer ästhetischen, sondern vor allem aus einer politischen Perspektive als problematisch einzustufen. Jean-Luc Nancy hält hierzu pointiert fest: „Zunächst, um das klarzustellen: das simple Lob der Mischung hat vielleicht Irrtümer hervorgebracht, aber das simple Lob der Reinheit war und ist für Verbrechen verantwortlich“ (Jean-Luc Nancy, 1993). Ausgehend von diesen Überlegungen will die Tagung die Erzählungen der Reinheit (oder der Unreinheit) und ihre politischen Implikationen wie Logiken in den Blick nehmen. Zeitlich setzt die Veranstaltung um 1900 ein und nimmt die Zeit bis in die Gegenwart in den Blick. Programm: 11.05.2023: D 239 14.00 Uhr Come together 14.10 Uhr PD Dr. Immanuel Nover (Koblenz): Begrüßung und Einführung 14.30 Uhr Prof. Dr. Carsten Rohde (Sun Yat-sen University Guangzhou, China): „The phantasy of purity is appalling“. Reinheit als Denkfigur der Moderne und im Werk von Philip Roth [Vortrag via Zoom] 15.15 Uhr Rabea Conrad (LMU München): Reinheit durch Korrektur. Thomas Bernhards Vernichtungspoetik und das Ideal der Schwester 16.00 Uhr PAUSE 16.30 Uhr Dr. Tanja Angela Kunz (Bielefeld): Literarische Produktivität nationalpolitischer Reinheitsmythen: Die Schweiz im Spiegel der Dichterkritik 17.15 Uhr Prof. Dr. Stefan Neuhaus (Koblenz): Scherz, Satire, Reinheit und tiefere Bedeutung im Anschluss GEMEINSAMES ABENDESSEN 12.05.202: D 239 10.00 Uhr Prof. Dr. Christian Geulen (Koblenz): „Die reine Lehre“: Theoretisches Wissen und seine Gefährdung 10.45 Uhr: Dr. Eva Stubenrauch (HU Berlin): In Zukunft als (R)Einheit. Zum Double Bind verzeitlichter Genealogie 11.30 Uhr PAUSE 12.00 Uhr Dr. Sven Neufert (Bonn): Reinheit und die völkische Bewegung 12.45 Uhr Prof. Dr. Marcel Schmid (Virginia, USA): Lebensreform um 1900 [Vortrag via Zoom] 13.30 Uhr Abschlussdiskussion Kontakt: PD Dr. Immanuel Nover – nover@uni-koblenz.de

Verflechtungen: Wiener Moderne am Genfersee/ Entrecroisements. Réseaux modernistes entre Vienne et le Léman, Lausanne


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
12.05.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literaturgeschichtsschreibung (Geschichte; Theorie), 

Literatur und andere Künste

, und 1 weitere

Erstellt am:
05.05.2023

Verflechtungen: Wiener Moderne am Genfersee Am Genfersee, zwischen Montreux und Vevey, steht die 1904 errichtete Villa Karma, der erste Bauauftrag an Adolf Loos, der es diesem wichtigen Architekten der Wiener Moderne ermöglichte, erste Versuche in Richtung seiner Formensprache zu unternehmen. Sein Auftraggeber war der Wiener Physiologie Theodor Beer, Wissenschaftler, Fotograf, Feuilletonist, der zu bedeutenden Akteur:innen der Epoche, unter anderem zu Ernst Mach, Sigmund Freud und Arthur Schnitzler, enge Verbindungen unterhielt. Oskar Kokoschka, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Region um den Genfersee niederließ, porträtierte in ebendieser Gegend im Jahr 1910 die Wiener Autorin Bertha Eckstein-Diener, alias Sir Galahad. Der an der Université de Lausanne stattfindende Workshop hat es sich zum Ziel gesetzt, die weitgehend unerforschten Verflechtungen zwischen der Wiener Moderne und der Region um den Genfersee zu analysieren und den Impulsen nachzugehen, die von hier für die Wiener Moderne ausgingen. Auf der Grundlage von archivalischen Quellen werden Expert:innen aus den Bereichen Architektur- und Literaturgeschichte fallstudienartig Verbindungen zwischen Wien und der französischsprachigen Schweiz erforschen und dabei noch wenig bekannte Akteur:innen der Epoche, wie Theodor Beer und Bertha Eckstein-Diener, in den Blick nehmen, sowie neue Perspektiven auf bekannte Namen, wie Oskar Kokoschka und Adolf Loos, werfen. Insgesamt versteht sich der Workshop als Beitrag zur Erforschung eines Nebenschauplatzes der Wiener Moderne, dessen produktive Effekten für deren Innovationen untersucht werden sollen. Entrecroisements. Réseaux modernistes entre Vienne et le Léman Sur les rives du lac Léman, entre Montreux et Vevey, se dresse la Villa Karma, construite en 1904 à la suite de la première commande adressée à Adolf Loos, laquelle permit à cet éminent architecte du modernisme viennois d’entreprendre ses premières expérimentations esthétiques. Son commanditaire était le physiologiste viennois Theodor Beer, également scientifique, photographe et chroniqueur, lequel entretenait d’étroites relations avec des personnalités importantes de l’époque, dont Ernst Mach, Sigmund Freud et Arthur Schnitzler. En 1910, Oskar Kokoschka fit le portrait de l’écrivaine viennoise Bertha Eckstein-Diener, alias Sir Galahad, dans cette même région lémanique, où il s’installa après la Seconde Guerre mondiale. L’atelier qui se tiendra à l’Université de Lausanne vise à analyser les connexions largement inexplorées entre le modernisme viennois et la région lémanique et à retracer les influences que ces échanges ont exercées sur le modernisme viennois. En se basant sur des sources d’archives, des expert·e·s en histoire de l’architecture et de la littérature exploreront les liens entre Vienne et la Suisse romande sous forme d’études de cas, en considérant à la fois des protagonistes peu connu·e·s de l’époque, tel·le·s que Theodor Beer et Bertha Eckstein-Diener, et des sommités tel·le·s qu’Oskar Kokoschka et Adolf Loos. Dans l’ensemble, l’atelier se considère comme un apport à l’étude d’un phénomène parallèle au modernisme viennois, dont les effets productifs sur ses innovations restent encore à étudier. Programm Freitag, 12. Mai 2023, Université de Lausanne, ANT 4068 14:00 Hans Georg von Arburg, Robert Leucht (Lausanne): Begrüßung und Einführung 14:15 Elisabeth Dutz (Wien): Wiener am Genfersee: Biografische und genealogische Hintergründe zu Adolf Loos, Theodor Beer, Oskar Kokoschka und Max Oppenheimer 15:15 Markus Kristan (Wien): Intellekt und Trieb – Die Affäre Theodor Beer Pause 16:45 Robert Leucht (Lausanne): Freud, Mach, Popper: Theodor Beer und die Netzwerke der Wiener Spätaufklärung 17:45 Hans-Georg von Arburg (Lausanne): Theodor Beer und Adolf Loos als Feuilletonisten: Skizze zu einem stilphysiognomischen Doppelporträt Samstag, 13. Mai 2023, Université de Lausanne, ANT 4068 9:00 Ralf Bock (Wien): Die Villa Karma – Adolf Loos erster Bauauftrag – Einordnung des Um- und Zubaus der „Villa Maladaire“ in das Gesamtwerk von Loos 10:00 Dave Lüthi (Lausanne): Villas importées Pause 11:30 Gilles Prod’hom (Lausanne): Dissection de la villa Karma : l’apport des archives de Hugo Ehrlich à l’histoire d’une œuvre composite 12:30 Philipp Ramer (Genf/Zürich): Am schönen blauen Genfersee. Spuren der Wiener Moderne in der fanzösischen Schweiz

Generische Ambiguität in Idylle & Legende des langen 19. Jahrhunderts


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
25.05.2023
Beitrag von:
Johannes Hees-Pelikan
Erstellt am:
02.05.2023

Die vom 25.–27. Mai 2023 an der Universität Zürich stattfindende Tagung „Generische Ambiguität in Idylle & Legende des langen 19. Jahrhunderts“ widmet sich zwei ‚kleinen‘ Gattungen, die sich in der Moderne den ‚großen‘ Themen zuwenden: Ökologie, Ökonomie, Kolonialismus, Psychologie und Geschlechterordnung. Um zu verstehen, was Menschen und Gesellschaft bestimmt, erweisen sich Idyllen und Legenden als besonders einschlägig. Sowohl in Hinblick auf ihre Darstellungsverfahren als auch in Bezug auf ihre Themen zeichnen sie sich nämlich durch ein enormes Modernisierungspotenzial aus. Im Fokus der Tagung stehen dabei vor allem die Formen dieser Texte, deren Ambiguität eine Komplexität erzeugt, die einer genaueren Bestimmung bedarf. Dahinter steht die Einsicht, dass sich literarische Texte im Gegensatz zu historischen Dokumenten den historisch überlieferten Formen der ‚kleinen‘ Gattungen bedienen, um Probleme zu identifizieren und eventuell sogar zu lösen. Die Tagung widmet sich deshalb der Erforschung von Idyllen und Legenden mithilfe literaturwissenschaftlicher Form- und Ambiguitätstheorien sowie der jüngeren Gattungstheorie. Das Tagungsprogramm und weitere Informationen finden sich auf folgender Webseite: www.form.uzh.ch/en.html.

Treue. Die Ethik des Realismus, Berlin


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
19.05.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Ästhetik, 

Stoffe, Motive, Thematologie, 

Literatur des 19. Jahrhunderts

Erstellt am:
28.04.2023

Treue. Die Ethik des Realismus, Humboldt-Universität zu Berlin Organisation: Joseph Vogl, Roman Widder Treue – ausgerechnet mit diesem Begriff aus dem Inventar bürgerlicher Ehen und populärer Romanzen wird im Jahrhundert des Realismus der nicht mehr abzuweisende Anspruch auf die Nachahmung der Wirklichkeit geltend gemacht. ‚Wirklichkeitstreu‘ sind Darstellungen, die diesen mimetischen Anspruch einlösen. Die ethische Semantik hat dabei symptomatischen Stellenwert: Mit einer Wendung ins Ethisch-Normative löst auch die Poetik des programmatischen ‚Ideal-Realismus‘ das erkenntnistheoretische Problem, an dem die Ästhetik seit Kant laboriert. Die Semantik der Treue bezieht sich auf eine Ästhetik der Genauigkeit und eine Beziehung der Loyalität gleichermaßen: Im Ehe- und Ehebruchsroman birgt gerade die Ambivalenz der Semantik (Treue zum Anderen, Treue zu sich) ein schier unerschöpfliches Potential der narrativen Konfliktgestaltung. Politisch wird Herrschaftstreue im Programmrealismus nach 1848 vorausgesetzt, konfligiert allerdings mit dem Verlangen nach Gegenwartsromanen und der demokratischen Aufwertung aller möglichen Stoffe. Poetologisch korrespondiert das Postulat der Wirklichkeitstreue mit der Privilegierung zuverlässiger Erzählinstanzen und mittelmäßiger Helden und wirft damit die Frage nach der Glaubwürdigkeit nicht nur der Fiktion auf: Erzählung und öffentlicher Diskurs können den ökonomischen und moralischen Kredit des Publikums genießen oder einbüßen. Nicht zuletzt in Bezug auf die affektive Untreue gegenüber der kollektiven sozialen Fiktion, die gemeinhin als Realität firmiert, tangiert die Frage nach der Treue realistischer Darstellung deshalb auch noch die Wiederkehr des Realismus in der Gegenwart. Das Problem der Wirklichkeitstreue rückt die ethische Dimension von Mimesis in den Blick. Ziel der Konferenz ist es, die polyvalente Treue-Semantik auf ihre Kompetenz für die Beobachtung des Realismus zu befragen. Ort: Hauptgebäude (Unter den Linden 6), Raum 2249A (1. Zwischengeschoss) Programm Freitag, 19.5.2023 10:00: Roman Widder, Joseph Vogl: Einführung 10:15: Albrecht Koschorke: Fatum des Betrogenseins. Zur Psychodynamik des Realismus 11:15: Roman Widder: Darstellungsangst und Erzählgroll. Paul Heyses F.V.R.I.A. 12:15: Kaffeepause 12:30: Moritz Baßler: Negative Treue. Der realistische Held und die leere Mitte 13:30: Mittagspause 15:00: Philippe Roepstorff-Robiano: Ein treuloses Herz. George Sands Kritik an Gustave Flaubert 16:00: Stephan Brändle: Geschichtstreue als Fiktion. Theodor Fontane und der Deutsch-Französische Krieg 17:00: Kaffepause 17:30: Eva Heubach: ‚Die ungeheure Wirklichkeitstreue‘: Dante – Hegel – Auerbach 18:30: Eva Geulen: Treue und Kontingenz Samstag, 20.05.2023 10:00: Cornelia Zumbusch: Die Grenzen des Realismus: Ethik und Poetik der Sorge (Keller, Coetzee, Stelling) 11:00: Ethel Matala de Mazza: Milieutreue. Autosoziobiographik im Naturalismus 12:00: Kaffepause 12:15: Eva-Maria Konrad: Wer soll das glauben? Über göttliche Wunder und profane Freundestreue in Conrad Ferdinand Meyers Das Amulett 13:15: Mittagessen 14:30: Nicola Gess: ‚Credo quia absurdum‘. Von der Ethik der Treue zur Ästhetik der Untreue 15:30: Joseph Vogl: Fabulieren, finanzieren

The Politics of Alexander’s Fantastic Legacies


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
25.05.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur und Soziologie, 

Fiktionalität, 

Stoffe, Motive, Thematologie

, und 4 weitere

Erstellt am:
28.04.2023

Organised by Andrew James Johnston, Wolfram Keller, and Jan-Peer Hartmann, project „Imperial Fictions“ , Research Area 3: „Future Perfect“. David Ashurst (Durham University) Venetia Bridges (Durham University) Christine Chism (UCLA) Catherine Gaullier-Bougassas (Université de Lille) Giulia Gilmore (Durham University) Beatrice Gründler (Freie Universität Berlin) Jan-Peer Hartmann (Freie Universität Berlin) Andrew James Johnston (Freie Universität Berlin) Wolfram Keller (Freie Universität Berlin) Joanna Martin (University of Nottingham) Su Fang Ng (Virginia Tech) Henry Ravenhall (Cambridge University) Maud Pérez-Simon (Sorbonne Nouvelle) Russell Stone (Boston University) Event in English. Further information coming soon. Time & Location May 25, 2023 – May 27, 2023 Schwendener Strasse 8 14195 Berlin

Komik und Macht – Internationale Tagung beim Kasseler Komik-Kolloquium


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
10.05.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur und Soziologie, 

Rhetorik

, und 1 weitere

Erstellt am:
28.04.2023

In Krisenzeiten, da bestimmte Formen von Herrschaftsgewalt einem jegliches Lachen austreiben mögen, andererseits Comedians die Verantwortung für die Staatsführung übernehmen können, ist die Frage nach dem Wechselverhältnis von Macht und Komik besonders brisant. Wenn man unter Macht die Möglichkeit versteht, sozial den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, kann Komik dabei in verschiedene Richtungen wirken: Sie kann helfen, Macht zu legitimieren, zu festigen und auszuüben – allzu oft wird von oben nach unten gelacht. Komik kann sich dagegen aber auch kritisch und subversiv mit ihren stärksten Gegnern anlegen, mit etablierten und todernsten Mächten in Politik, Religion oder Medienöffentlichkeit. In diesem doppelten Sinn diskutieren die Vorträge und Gespräche anschaulich die Macht der Komik, ihre Formen, Möglichkeiten und Grenzen. Die Tagung des Kasseler Komik-Kolloquiums erfolgt diesmal in Kooperation mit dem Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft der FernUniversität in Hagen. Die Veranstaltung ist öffentlich; eine Anmeldung ist nicht notwendig. Veranstaltungsort: Stadtteilzentrum Vorderer Westen (Elfbuchenstraße 3, 34119 Kassel); Organisation: Dr. Friedrich W. Block (Kassel) & Dr. Nils Jablonski (Hagen) Infos zur Fachtagung: komik-kolloquium.de/veranstaltungsprogramm/fachtagung-komik-und-macht/ Infos zu den Veranstaltungen des Kolloquiums: komik-kolloquium.de Programm Mi / 10.5. / 14.00 bis 17.30 Uhr Friedrich W. Block (Kassel) und Nils Jablonski (Hagen) “Komik und Macht” – Begrüßung und Einführung Hans Roth (Berlin) Kollektives (Un-)Vermögen? Komik als Stolperstein der politischen Theorie Christian F. Hempelmann (Commerce, Texas) Humor macht Macht eigentlich nicht viel Helga Kotthoff (Freiburg) Humor in schulischen Eltern-Lehrperson-Sprechstunden. Ausgleich oder Bestätigung von Machtgefälle? Do / 11.5. / 10.00 bis 17.30 Uhr York Kautt (Gießen) Witzfiguren im politischen Feld: Diskurs, Stigma, Charisma Christian Maintz (Hamburg) “Ich wollt’, ich wär’ die Micky Maus, dann sähe ich sehr komisch aus.” Die Komödie im NS-Film. Anja Gerigk (Dresden) Die Queen trifft Paddington/James Bond. Macht – Komik – Medien Alexander Brock (Halle) Cringe Comedy: Die Macht der Komik über Nähe und Distanz Christiane Müller-Lüneschloß (Kiel) Hat Komik die Macht, die Welt zu verändern? Das Spiel mit Wirklichkeitsentwürfen bei Coline Serreau Lisa Wolfson (Bochum) Kommunikationsstrategien des Putin-Regimes und seiner Gegner:innen im Kontext von Komik und Propaganda Nils Jablonski (Hagen) “Putin has been overthrown!” – Wolodymyr Selenskyjs groteske Komik in Servant of the People (UA 2015-2019) Fr / 12.5. / 10.00 bis 13.00 Uhr Jennifer Neumann (Gießen) Komik als Mittel der Ermächtigung – Zu Form und Funktion humorbasierter Kommunikation in Krisenzeiten Janet Russell (Halle) Hab ich dir erlaubt zu lachen? – Vom Dürfen und Können der Komik Lutz Ellrich (Berlin) Ein unerhörtes Verhör – Notizen zur post-kafkaesken Komik Tom Kindt (Fribourg) “Es is schon viel, wenn man überhaupt noch da is heutzutag”. Von der Macht literarischer Komik – Betrachtungen am Beispiel von Werken Bertolt Brechts Kontakt: Dr. Nils Jablonski FernUniversität in Hagen Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft Lehrgebiet Medienästhetik Universitätsstr. 33, D-58084 Hagen nils.jablonski@fernuni-hagen.de

Audioliterary Poetry between Performance and Mediatization / Audioliterale Lyrik zwischen Performance und Mediatisierung


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
11.05.2023
Beitrag von:
Juliane Engel
Forschungsgebiete

Literatur aus Nordamerika, 

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literaturtheorie

, und 13 weitere

Erstellt am:
28.04.2023

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen , (english version below) Wir möchten Sie herzlich zur zweiten internationalen Tagung unseres ERC-Forschungsprojekts ‚Poetry in the Digital Age‘ einladen, welche vom 11.-13.5.2023 im Warburg-Haus Hamburg zum Thema ‚Audioliterale Lyrik zwischen Performance und Mediatisierung‘ stattfindet. Mehr Informationen inklusive Tagungsprogramm: www.poetry-digital-age.uni-hamburg.de/veranstaltungen/tagungen/sp1.html Die Konferenz widmet sich unter anderem folgenden Schwerpunkten: den techno-poetischen Umwelten audioliteraler Lyrik und ihrer posthumanen Oralität, den performativen Verkörperungen und multisensorischen Begegnungen performter Lyrik, den medialen Überschreitungen und transkriptiven Bewegungen aufgezeichneter Poetry Performances und schließlich dem poetischen Aktivismus, wenn gegenwärtige Lyrik vermittels sozialer Medien Öffentlichkeiten neu vernetzt. Gern weisen wir auch auf die im Rahmen der Tagung stattfindende Performance „All Machine 2013-2023“ von Kinga Tóth um 20:30 Uhr im Nachtasyl, Thalia Theater hin. In ihrer multimedialen Live-Performance verbindet Kinga Tóth visuelle Poesie und Sound Poetry. Karten gibt es im Vorverkauf (z.B. www.thalia-theater.de/stueck/performance-kinga-toth—all-machine-2013–2023-2023 ) und an der Abendkasse (9 €). Die Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch. Die Teilnahme ist kostenlos, wir bitten aber um Anmeldung über E-Mail: clara.cosima.wolff@uni-hamburg.de . Die Ergebnisse der Tagung werden 2024 in einem Band der neuen Buchreihe ‚Poetry in the Digital Age‘ (De Gruyter) veröffentlicht, über die wir Sie in Kürze auch noch separat informieren werden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und mit freundlichen Grüßen, Marc Matter, Dipl., Dr. Henrik Wehmeier und Clara Cosima Wolff, M. Sc. Forschungsprojekt ‚Poetry in the Digital Age‘ Institut für Germanistik Überseering 35 Postfach #15 22297 Hamburg www.poetry-digital-age.uni-hamburg.de Dear Colleagues, We would like to invite you to the second international conference ‚Audioliterary Poetry between Performance and Mediatization‘. The conference is hosted the ERC-funded research project ‚Poetry in the Digital Age‘ at the Universität Hamburg and will take place from 11-13/05/2023 at the Warburg-Haus Hamburg. More information including the conference programme: www.poetry-digital-age.uni-hamburg.de/veranstaltungen/tagungen/sp1.html The conference will focus on the techno-poetic environments of audioliterary poetry and its posthuman orality, the performative embodiments and multisensory encounters of performed poetry, the medial transgressions of recorded poetry performances, and the forms of poetic activism that reconnects the public with contemporary poetry through social media. We would also like to draw your attention to the performance „All Machine 2013-2023“ by Kinga Tóth at 8:30 pm in the Nachtasyl, Thalia Theatre, which will take place in the context of the conference. In her multimedia live performance, Kinga Tóth combines visual poetry and sound poetry. Tickets for the performance (9 €) are available on the website of Thalia Theater [https://ift.tt/VJln3ub] and at the evening box office. The conference languages are English and German. Participation is free of charge, but we ask for registration via e-mail: clara.cosima.wolff@uni-hamburg.de. The results of the conference will be published in 2024 in a volume of the new book series ‚Poetry in the Digital Age‘ (De Gruyter), about which we will also inform you separately shortly. Thank you very much for your attention and best regards, Marc Matter, Dipl., Dr Henrik Wehmeier and Clara Cosima Wolff, M. Sc. Research Project ‚Poetry in the Digital Age Institute for German Studies Überseering 35 PO Box #15 22297 Hamburg www.poetry-digital-age.uni-hamburg.de

Virtuelle Investigationen, Münster


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
04.05.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Interdisziplinarität, 

Literatur und andere Künste

, und 2 weitere

Erstellt am:
28.04.2023

Virtuelle Investigationen Zur Revision des Indizienparadigmas in Recht, Literatur und den Künsten Interdisziplinäre Tagung am SFB 1385 Recht und Literatur (04.-05. Mai 2023) Münster, Schlossplatz 34, Raum: Lesesaal der Bibliothek des Germanistischen Instituts Organisation: Prof. Dr. Joachim Harst (Köln), Nursan Celik (Münster) Keynote: Prof. Franziska Nori (Direktorin, Frankfurter Kunstverein) Programm 04.05.2023 11:00 Eric Achermann: Grußwort Joachim Harst, Nursan Celik: Einführung 11:30 Panel 1: Indizienparadigma und Investigationsliteratur Antonia Eder (Germanistik, Karlsruhe): Zur Vorgeschichte des Indizienparadigmas Sebastian Speth (Germanistik, Münster): Sicherheit durch Generalprävention. Vorformen von ‚predictive policing‘ um 1800 13:00 Mittagspause 14:00 Tobias Lebens (Germanistik, Tübingen): Zum Verhältnis von forensischer Ästhetik und zeitgenössischen investigativen Verfahren in der Literatur Reinhard Möller (Germanistik, Frankfurt a.M.): Akzidentelle Investigationen. ,Kommissar Zufall‘ in Dürrenmatts ‚Das Versprechen‘ und Lems ‚Der Schnupfen‘ 15:30 Kaffeepause 16:00 Panel 2: Rasterfahndungen Amadou Korbinian Sow (Rechtsphilosophie, Frankfurt/Oder): Vor dem Täter am Tatort sein. Zu den rechts- und gesellschaftstheoretischen Implikationen computerisierter Polizeiarbeit am Beispiel Horst Herolds Anna Mayer (Germanistik, New York): Die Rasterung Blums in Schlöndorffs und von Trottas Film ‚Die verlorene Ehre der Katharina Blum‘ (1975) 17:30 Pause 18:30 – Ort: Picasso Museum Münster Abendvortrag und Gespräch mit Franziska Nori (Direktorin des Frankfurter Kunstvereins): Aktivismus oder Kunst? 05.05.2023 09:30 Panel 3: Digitalisierung bei Polizei und Gerichtswesen Felix Bode (HS für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, Köln), Harald Kania (HS des Bundes für öffentliche Verwaltung, Brühl) & Stefan Kersting (HS für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, Köln): Zweieiige Zwillinge? Zur gegenseitigen Beeinflussung der Entwicklung von Kriminalität und Kriminalistik 11:00 Kaffeepause 11:30 Jan Mysegades (Jura, Hamburg): Software als Beweiswerkzeug 12:15 Panel 4: Forensische Medienpraktiken Carolin Höfler (Designtheorie und -forschung, Köln): Materielle Zeugen, digitale Muster. Zur Inszenierung einer ambivalenten Realität 13:00 Mittagspause 14:00 Vesna Schierbaum (Medienwissenschaft, Bochum): Ästhetiken der Objektivität in den Investigationsvideos von Forensic Architecture Ulrich Meurer (Medienwissenschaft, Wien): HOW NOT TO BE SEEN. Zwischen maschineller Detektion und menschlicher Camouflage 15:30 Kaffeepause 16:00 Johannes Ueberfeldt (Germanistik, Münster): Das ludische Dispositiv virtueller Investigationen. Auf Spurensuche in interaktiven Krimi-Formaten

Flower Power – Blossoms and Petals Between Beauty, Classification, and Dominance


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
11.05.2023
Beitrag von:
Sophie Emilia Seidler
Forschungsgebiete

Literatur aus Nordamerika, 

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur aus Großbritannien und Irland

, und 9 weitere

Erstellt am:
26.04.2023

Following the vegetal turn in the humanities, our conference aims to explore the literary, cultural, and philosophical implications of flowers. Flowers are far less innocent than bridal bouquets and Mother’s Day kitsch might suggest. For Alice Walker, the elaborate floral arrangements that her mother used to adorn even the shabbiest houses with symbolize not only comfort and hope despite poverty, but the creative potential of a generation of Black women who were denied other access to art, culture, and self-realization. Culturally and historically, flower picking is connoted with human power over nature, yet it also glosses over sexual violence, colonial fantasies of discovery, and anthropocentric delusions of grandeur. In ancient myths, girls are abducted and raped while gathering flowers; the symbolically charged breaking of flowers anticipates defloration. Most recently, the fact that Goethe’s folk poem “Heidenröslein” identifies a rape victim with a broken rose came under literal attack in the wake of a #MeToo-inspired campaign when the art collective Frankfurter Hauptschule threw toilet paper at the Goethe House in Weimar in the summer of 2019 to denounce the flowery euphemism. On colonial expeditions, botanists collected important plant knowledge, but the exotic objects unknown in Europe were also exported, classified, and monetized; this imperialist gesture still resonates in the term “plant hunter.” The poetry of symbolism, impressionism, and modernity seized the fascination for orchids, lilies, and azaleas. However, even today, tropical flowers are still a status symbol, as evidenced by the “PlantParenting” trend on social media platforms. Neo-baroque, floral book formats – anthologies, florilegia, herbaria – enjoy renewed popularity in times of climate crisis: in contemporary artistic plant collections, the need for order and explanation meets subversive critique of Western, anthropocentric exploitation of nature, while voices in philosophy, literary, and cultural studies aspire to re-establish the herbarium as a text genre for the humanities that meets critical and posthumanist demands more effectively than the individualistic monograph. We look forward to an interdisciplinary dialogue between literary and cultural studies, with research from collaborative fields such as gender studies, ecocriticism, ecofeminism, postcolonial/decolonial studies, critical plant studies, posthumanities, and environmental humanities.