Transidyllische Perspektiven Bremen


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
22.06.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Postkoloniale Literaturtheorie, 

Intermedialität, 

Gattungspoetik

, und 1 weitere

Erstellt am:
16.06.2023

Transidyllische Perspektiven Workshop des Netzwerks „Politiken der Idylle“ Universität Bremen (Gebäude GW2, Raum A3570) 22.-23. Juni 2023 Gewöhnlich wird die Idylle mit Vorstellungen von Geschlossenheit und Statik verbunden. Das Netzwerk Politiken der Idylle hat demgegenüber die prozessuale und darin dynamische Dimension der Konstitution des Idyllischen betont. Geschlossenheit, Einfachheit, Harmonie und weitere Elemente des Idyllischen sind demnach nicht als diegetisch vorliegende Gegebenheiten zu begreifen, sondern im Zusammenhang von Verfahren des Idyllisierens. Der Einsatz dieser Verfahren, ihre Effekte, Potentiale und Zwecke sind Teil dessen, was man ‚Politiken der Idylle‘ nennen kann. Die mit der Idylle assoziierten Formen der Schließung oder einer harmonisch-ursprünglichen Einfachheit sind durch diese Perspektive bereits insofern überschritten, als zum einen die ihnen zugrundeliegende Dynamik und zum anderen ihr konstitutiver Bezug auf ein Äußeres sichtbar wird. Mit der Begriffskombination „transidyllisch“ führt der Workshop diese Perspektiven fort und befragt sie in ihrem systematischen ebenso wie ihrem analytischen Stellenwert. Grundlegend ist dabei die Beobachtung, dass die Idylle auf allen Ebenen ihrer Vermittlung und Repräsentation von Übergängen und Querungen geprägt ist: in der Überschreitung von Gattungsgrenzen und in Gattungshybridisierungen; in transnationalen Übersetzungs- und Rezeptionsprozessen; in inter- und transmedialen Konstellationen; in der Kreuzung paradigmatischer Diskurse und Praktiken; in Übergängen zwischen lebensweltlichen und ästhetischen Praktiken; aber auch durch die Darstellung von Figuren des Übergangs und der Transgression. Besonders im Zugriff unterschiedlicher Disziplinen wurde in der Arbeit des Netzwerks zudem deutlich, dass mit der Transposition der Idylle als literarisch-künstlerischem Zusammenhang auf andere Bereiche auch Begriff und Erscheinungsform des Idyllischen immer wieder neu zu fassen sind. Kontakt: Jan Gerstner (gerstner[a]uni-bremen.de) Programm: Do., 22.6 14:00 Begrüßung 14:30 Annika Nickenig (Berlin/Göttingen): Bukolik und generische Überschreitung vom Hausbuch zur Novelle 15:15 Fabio D’Addona (Mainz): Idyllische (?) Kolonialphantasien in Johann Gottfried Herders Neger-Idyllen (1797) 16:00 Kaffee 16:30 Melanie Rohner (Bern): Grenzüberschreitungen: Goethes Hermann und Dorothea 17:15 Lucas Weiser (Halle): Theokrit-Rezeption in deutschen Sizilienreiseberichten des 18. Jahrhunderts Fr., 23.6. 9:30 Nils Lehnert (Bremen): „Plötzlich…“ Zur dynamischen (Ent-)Idyllisierung von semantischen Räumen bei Walter Moers 10:15 Jan Gerstner (Bremen): Das wandelnde Klischee. Die ‚romantische Idylle‘ als Grenzphänomen 11:00 Kaffee 11:15 Annette Dorgerloh (Berlin): Zwischen Zeitkritik und Rückzugstraum – Idylle als Gegenentwurf in bildender Kunst und Filmen der DDR in den 70er Jahren 13:00 Nils Jablonski (Hagen): Körperphantasien: Das Idyllische im Horror-Genre 13:45 Jakob Heller (Halle): Vom Bestellen des digitalen Gartens. Idyllisieren und Ludologie 14:30 Abschlussdiskussion und Verabschiedung der Gäste

Johann Anton Leisewitz (1752-1806) und die Kreise seiner Wirksamkeit vom Göttinger Hain und Sturm und Drang zur Braunschweiger Spätaufklärung, Braunschweig


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
16.06.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Französische Literatur, 

Literatur des 18. Jahrhunderts

, und 1 weitere

Erstellt am:
12.06.2023

Freitag, 16. Juni 2023 13.30-14.15 Eröffnung der Tagung, Grußworte 14.15-15.00 Gerd Biegel: Leisewitz und Braunschweig 15.00-15.45 Alexander Kosenina: Leisewitz‘ Briefwechsel – ein Werkstattbericht Kaffeepause 15.45-16.15 16.15-17.00 Martin Schippan: „Die Fürsten haben keine Freunde“. Herrschaftskritik in Lessings „Emilia Galotti“ und Johann Anton Leisewitz‘ „Julius von Tarent“ 17.00-17.45 Susanne Brüggemann: „Söhne der Natur“ im europäischen Theater des 18. Jahrhunderts: Diderots Le Fils naturel ou Les Épreuves de la vertu und Leisewitz’ Julius von Tarent 17.45-18.30 Anett Lütteken: „Nachrichten von geschehenen Kriegsbegebenheiten“: Beobachtungen zur Arbeitsweise des Historikers Leisewitz Samstag, 17. Juni 2023 9.00-9.45 François Charette: Rosinus Hartken und das bürgerliche Umfeld Leisewitzens: Die nordamerikanischen Briefe Heinrich Urban Cleves, 1776–1782 9.45-10.30 Cord-Friedrich Berghahn: „Mich betreffende Nachrichten und Betrachtungen“ & „Commentarien über mich selbst“: Leisewitz‘ Tagebücher 10.30-11.15 Kaffeepause 11.15-12.00 Till Kinzel: Leisewitz und das Versprechen einer klassischen deutschen Literatur im Lichte der Kontroverse von Friedrich II. von Preußen, Justus Möser und Abt Jerusalem 12.00-14.30 Mittagspause 14.30-15.15 Rodrigo Carmen-Cerdán: Sozialpolitische Kritik im Werk von Johann Anton Leisewitz 15.15-16.00 Gérard Laudin: „alles ist Palliativ“: Die Aufgabe des Gesetzgebers in Leisewitz‘ Aufsatz „Noch etwas ueber Uniformen und Kleiderordnungen“ 16.00-16.30 Kaffeepause 16.30-17.15 Felix Woywode: Das Spiel mit dem Glück. Kartenspiel und Langeweile in den Tagebüchern von Johann Anton Leisewitz 17.15-18.00 Manuel Zink: »Ich hasse diese Aggregate von kleinen Unglücken«. Leisewitz und Ludwig August Schlözers Universal-Historie Contact Info: Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung, TU Braunschweig Fallersleber-Tor-Wall 23 | 38100 Braunschweig Telefon 05 31 1219674 | Fax 05 31 123 27 19 ibrg@tu-braunschweig.de | https://ift.tt/pv7AlW2 Contact Email: till.kinzel@gmx.de URL: www.bs-heimat.de/termine/biegel-termine.pdf

Whiteness in der Schweizer Literatur, Bern


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
15.06.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Postkoloniale Literaturtheorie

Erstellt am:
09.06.2023

Tagung: Whiteness in der Schweizer Literatur 15.-16. Juni 2023 Universität Bern Organisation: Melanie Rohner (Bern) Vorträge: Seminarraum im Obergeschoss, Haus der Universität, Schlösslistrasse 5, 3008 Bern Abendveranstaltung: Raum 215, Hauptgebäude Universität Bern, Hochschulstrasse 4, 3012 Bern Im Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekts „Whiteness im Werk Friedrich Dürrenmatts“ findet am 15. und 16. Juni 2023 an der Universität Bern eine Tagung zum Thema „‚Whiteness in der Schweizer Literatur“ statt. Ziel der Tagung ist aufzuzeigen, dass eine Perspektivierung von ‚whiteness‘ auch in der Schweizer Literatur äußerst ertragreich ist. Damit kann dem Alltagsmythos begegnet werden, dass ‚race‘ als Differenzkategorie in der Schweiz nie eine entscheidende Rolle gespielt habe, weil ‚people of colour‘ hier die längste Zeit kaum ansässig geworden seien. Dieser Mythos hält sich, obwohl auch Schweizer Wissenschaftler und Ideologen eine prominente Rolle in der Geschichte des westlichen Rassismus spielten (vgl. Painter 2020), der qua essentialistischer Abgrenzung von anderen, ‚minderwertigen‘ ‚Rassen‘ oder Gruppierungen stets auch sein eigenes Selbstverständnis bekräftigte (vgl. z.B. Poliakov 1977; Mosse 1990). Das ökonomische Engagement der Schweiz im kolonialen Raum schrieb sich darüber hinaus tief in ihre Alltagskultur ein, via Kolonialwaren, Werbungen, Beiträge in den Massenmedien, populärwissenschaftliche Publikationen, Reiseberichte und fiktionale Texte der Trivial- wie der ‚hohen‘ Literatur (vgl. z.B. Purtschert 2019). Die Absenz realer ‚people of colour‘ wurde durch ihre Omnipräsenz im Imaginären und Symbolischen so gleichsam kompensiert. An verschiedenen Beispielen aus drei Jahrhunderten soll daher verdeutlicht werden, dass Vorstellungen von ‚whiteness‘ auch in der Schweiz nicht unwesentlich zur Konstitution einer nationalen Identität beitrugen. Ein besonderes Gewicht wird die Tagung dabei aber auch auf die Vielschichtigkeit der literarischen Repräsentationen von ‚whiteness‘ legen. Aufgrund ihres fiktionalen Status ist Literatur in der Lage, Räume zu entwerfen, in denen herkömmliche Rassendichotomien ihre Macht bisweilen verlieren. Weit davon entfernt, einfach nur affirmiert, konsolidiert und weiter tradiert zu werden, erweist sich ‚whiteness‘ in verschiedenen Texten entsprechend wiederholt als Phantasma und lassen sich aus ihnen Strategien ableiten, die einer Weitertradierung von Stereotypen und kolonialen Erzählmustern entgegengenwirken. Programm Donnerstag, 15. Juni 2023 9:45-10:00 Einführung (Melanie Rohner, Bern) 10:00-10:45 Kolonialismus, Sklaverei und Rassismus als Tragödienstoff bei Benjamin Constant (Markus Winkler, Genf) 10:45 Kaffeepause 11:00-11:45 Whiteness bei Johann Jakob Bachofen (Yahya Elsaghe, Bern) 11:45-12:30 Weißer als die Weißen. Thomas Becket in C. F. Meyers Der Heilige (1879) (Ueli Boss, Bern) 12:30 Mittagspause 14:00-14:45 Zu Gottfried Kellers Umgang mit Whiteness (Iulia-Karin Patrut, Flensburg) 14:45-15:30 Die Rettung der „weissen Rasse“ als schweizerische Mission. Felix Moeschlins Weltkolonisation! Auswanderung! (1935) (Eva Wiegmann, Düsseldorf) 15:30 Kaffeepause 15:45-16:30 „hochgradig unschweizerisch“? ‚Nicht-/weiße‘ Positionen und nationale Herkunft bei Friedrich Glauser (Jan Gerstner, Bremen) 16:30-17:15 Schweizer, Jude, „Asiate“, weiss? Der Fall Jonas Fränkel. Macht und Marginalisierung im Schweizer Literaturdiskurs (Joanna Nowotny, SLA) 17:15 Pause 18:00-19:15 Abendveranstaltung in Kooperation mit dem Schweizerischen Literaturarchiv (SLA): Vernissage Quarto 51 (hg. Lucas Gisi); Lesung von Martin R. Dean Freitag, 16. Juni 2023 10:00-10:45 ‚Whiteness‘ und ‚non-whiteness‘ in Friedrich Dürrenmatts Der Verdacht (1951/1953) (Sabine Barben, Bern) 10:45 Kaffeepause 11:00-11:45 Stranger in the Village von James Baldwin. Eine Schweizer Dorfgeschichte aus der Feder eines Nordamerikaners (Robert Leucht, Lausanne) 11:45-12:30 „Nun ist der weiße Mann gekommen“. René Gardis Perspektivierung der Mafa in Mandara, unbekanntes Bergland in Kamerun (1953) (Tevodai Mambai, Maroua/Bern) 12:30 Mittagspause 14:00-14:45 Schwarz werden bei Friedrich Dürrenmatt und Urs Widmer (Lucas Gisi, SLA/Neuchâtel) 14:45-15:30 Transkulturelle Erfahrungen in Melinda Nadj Abonjis Tauben fliegen auf (2010) (Meher Bhoot, Mumbai) 15:30 Kaffeepause 15:45-16:30 Zur Erotisierung des Fremden im Schweizer Gegenwartsroman (Malika Maskarinec, Bern)

250 Jahr „Von deutscher Art und Kunst“, Osnabrück


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
15.06.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literaturgeschichtsschreibung (Geschichte; Theorie), 

Interdisziplinarität

, und 5 weitere

Erstellt am:
09.06.2023

Das Erscheinen der Schrift „Von deutscher Art und Kunst“ vor 250 Jahren gibt den Anlass für eine Tagung, auf der interdisziplinär wie kritisch die Bedeutung des von Herder publizierten Buches untersucht werden soll. Mittels einer Podiumsdiskussion soll abschließend zudem die Frage aufgeworfen werden, welche Erkenntnisse sich aus den historischen Perspektiven auf die Schrift für Kunstbetrachtungen der Gegenwart ergeben. Die Tagung findet im Akzisehaus des Museums Osnabrück vom 15.-16.6.2023 statt und wird gemeinsam mit der Möser-Gesellschaft Osnabrück und dem IKFN der Universität Osnabrück realisiert. Donnerstag 15.6.2023 14:00-14:30 Uhr Kai Bremer, Martin Siemsen, Winfried Woesler: Begrüßung Moderation am Nachmittag: Olav Krämer 14:30-15:15 Uhr Winfried Woesler (Osnabrück): Herders Ossian-Aufsatz und die Schwierigkeit, literarische Texte zu übersetzen 15:15-16:00 Uhr Michael Fischer (Freiburg/Br.): Je älter, je volksmäßiger, je lebendiger? Die Volksliedideologie Herders und ihre zeitgenössische Kritik 16:00-16:30 Uhr Kaffeepause 16:30-17:15 Uhr Volkmar Hansen (Neuss): Gottseliges Volksleben. Henrich Stillings Jugend. Eine wahrhafte Geschichte 17:15-18:00 Uhr Jürgen Klein (Hamburg): Herders Shakespeare-Essay in literarischen und theoretischen Konstellationen Freitag 16.6.2023 Moderation am Vormittag: Magdalena Fricke (Berlin) 9:30-10:15 Uhr Klaus Niehr (Berlin): Ansichten über Gotik. Erfahrungen und Ideen des 18. Jahrhunderts 10:15-11:00 Uhr Heike Spies (Düsseldorf): Von Deutscher Baukunst. Biographische und künstlerische Selbsterfahrung des jungen Goethe 1770/1775 11:00-11:30 Uhr Kaffeepause 11:30-12:15 Uhr Paolo Sanvito (Wien): Frisis bautechnische und kunstgeschichtliche Kritik an der Gotik 12:30-14:00 Uhr Mittagspause Moderation am Nachmittag: Martin Siemsen (Osnabrück) 14:00-14:45 Uhr Michael Maurer (Jena): Justus Mösers historische Vernunft 14:45-15:30 Uhr Frans Willem Lantink (Utrecht): Herder und Justus Mösers Osnabrückische Geschichte 15:30-16:00 Uhr Kaffeepause 16:30-17:15 Uhr Gunter Reiß (Münster): „was deutsch und ächt“. Hans Sachs und Wagners Meistersinger auf dem Weg ins Kaiserreich 17:15-17:45 Uhr Abschlussdiskussion (Moderation Kai Bremer) 19:00-21:00 Uhr Podiumsdiskussion: Was ist deutsche Kunst heute? Mit Roswitha Neu-Kock, Stefan Lüddemann, Gunter Reiß; Moderation Susanne Tauss Kontakt und Informationen Prof. Dr. Kai Bremer, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie, Freie Universität Berlin: kai.bremer@fu-berlin.de

Schreibweisen der Gegenwart: Vom ‚doomscrolling‘ zum ‚deep reading‘. Zeit und Lektüre nach der Digitalisierung, Greifswald


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
15.06.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Digital Humanities, 

Digitale Literatur, 

Literatur des 21. Jahrhunderts

Erstellt am:
09.06.2023

Wissenschaftlicher Workshop im Rahmen des DFG-Projekts „Schreibweisen der Gegenwart. Zeitreflexion und literarische Verfahren nach der Digitalisierung“ am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald am 15. Juni 2023, 10-19.30 Uhr Lesen ist auf mehreren Ebenen unmittelbar mit Fragen der Zeit verbunden: 1. in der Frage nach Zeitpunkt und Dauer des Lesens, 2. in der Frage nach Geschwindigkeit und Rhythmus des Lesens, 3. in der Frage nach der Zeiterfahrung im Leseprozess. Auf all diesen Ebenen sind in Bezug auf das Lesen und im Reden über das Lesen nach der Digitalisierung Verschiebungen festzustellen. So berühren etwa die Veränderungen in der Wahrnehmung von Gegenwart im gegenwärtigen Digitalisierungsdiskurs (vgl. Schumacher 2021) nicht nur das Schreiben, sondern genauso das Lesen. Häufig werden – etwa in Hans Ulrich Gumbrechts Unsere breite Gegenwart (2010) oder Byung-Chul Hans Im Schwarm (2013) – digitale gegen analoge Leseszenen gestellt und mit konträren Gegenwartserfahrungen gekoppelt. Auch die Formel „tl;dr“ („too long; didn’t read“) auf Social Media, die Diskussionen über doomscrolling (Sharma/Lee/Johnson 2022) oder deep reading (Wolf 2018, Carr 2010) deuten auf je unterschiedliche Weise auf bestimmte Kopplungen von Lektüre und Zeitkonzepten. In Bezug auf neue Formen professionellen Lesens – im Verhältnis von close reading und distant reading – spielt der Aspekt ebenfalls eine Rolle: Mit digitalen Verfahren ist es möglich, eine Menge von Texten in kurzer Zeit auszuwerten, deren Lektüre die Lebenszeit eines Menschen übersteigen würde. Der Workshop setzt in Bezug auf diese Fragen der Zeit auf zwei Ebenen an: Zum einen bei der Beobachtung konkreter „Szenen des Lesens“ (Griem 2021) und zum anderen in der Analyse der Verfahren, Figuren und Metaphern im Schreiben über das Lesen. Dafür bietet sich reichlich Material: Vom „Ende der Gutenberg-Galaxis“ (Bolz 1993) bis zur „Stavanger-Erklärung“ (2019) begleitet die Frage nach der Veränderung von Lesepraktiken im Kontext digitaler Medien den Digitalisierungsdiskurs seit Jahrzehnten. Auch im wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Diskurs wird das Thema immer wieder aufgegriffen (zuletzt etwa Wolf 2018, Lauer 2020, Wilke 2022, Bickenbach 2023). Nicht zuletzt ist an literarische Leseszenen im Kontext des Digitalen, etwa bei Leif Randt, Terézia Mora oder Julia Zange, zu denken. In fast allen diesen Texten laufen die angesprochenen Fragen nach den Zeiten des Lesens im Hintergrund mit, selten wird der Fokus jedoch direkt auf sie gerichtet. Der Workshop nimmt diesen zentralen Aspekt der Reflexion über das Lesen nach der Digitalisierung nun gezielt in den Blick. 10.00 Uhr Begrüßung und Einleitung 10.30 Uhr Erika Thomalla (München): Speed reading, ohne Druck. Lektürestrategien in Social-Reading-Communities 11.30 Uhr Franziska Wilke (Frankfurt/Oder): Zeiterfahrung und Lektüre: Kontinuitäten und Brüche in der digitalen Lesepraktik. Susanne Berkenhegers „Zeit für die Bombe“, Tilmann Rammstedts „Morgen Mehr“ und „Der Mauerfall und ich“ (BpB) im Vergleich Moderation: Philipp Ohnesorge 12.30 Uhr Mittagspause 14.00 Uhr Elias Kreuzmair (Greifswald): Manisch lesen, hektisch klicken, alles wissen. Zur Gegenwart der Lektüre in digitalisierungskritischen Zeitdiagnosen 15.00 Uhr Matthias Bickenbach (Köln): Vielfalt oder Einfalt? Lesen in digitalen Dystopien. Thomas Raabs „Die Netzwerk-Orange“ und Eugen Ruges „Follower“ 16.00 Uhr Kaffeepause 16.30 Uhr Kristina Petzold (Bielefeld): Zurück in die Zukunft? Zur Gegenwärtigkeit digitaler Lesepraktiken am Beispiel der Stilometrie Moderation: Eckhard Schumacher 17.30 Uhr Pause 18.00 Uhr Heilige Schrift I Lesung und Gespräch mit Wolfram Lotz Moderation: Elias Kreuzmair Wissenschaftliche Leitung: Elias Kreuzmair (Greifswald) Anmeldung: elias.kreuzmair@uni-greifswald.de

World Exhaustion in Latin American Literatures and Cultures. El agotamiento del mundo en las literaturas y culturas de América Latina


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
29.06.2023
Beitrag von:
Jan Knobloch
Forschungsgebiete

Ibero-Amerikanische Literatur (einschl. Karibik)

Erstellt am:
02.06.2023

International Conference World Exhaustion/Agotamiento del mundo : this theoretical concept has emerged against the backdrop of today’s world culture in a distinctive and ambivalent way— one characterized by manifold post-global dynamics. In this congress, we aim to analyse the implications of the term “world exhaustion”, examining geopolitical and cultural effects that are particularly salient in the literatures and cultures in the Latin American region. The conceptual term is suitable for the ambivalence of the lived experiences of societies that have been marked by centuries of globalization— and for the artistic production that seeks to give form and meaning to these experiences. Organization and concept Gesine Müller (Universität zu Köln) and Ignacio M. Sánchez Prado (Washington University in St. Louis) Speakers Álvarez Vega, Alain Daniel (Cuidad de México) Armillas-Tiseyra, Magalí (Pennsylvania State University) Dhondt, Reindert (Utrecht) Esch,Sophie (Rice University) Fornoff, Carolyn (Cornell University) Gesine Müller (Cologne) Gómez, Liliana (Kassel) Gustavo Guerrero (Cergy Paris Université) Hammerschmidt, Claudia (Jena) Jan Knobloch (Cologne) Klengel, Susanne (FU Berlin) Kurfürst, Sandra (Cologne) Lemos Horta, Paulo (NYU Abu Dhabi) Locane, Jorge (Oslo) Müller, Gesine (Cologne) Rigby, Kate (Cologne) Ruisánchez Serra, José Ramón (University of Houston, Texas) Ruiz Sosa, Eduardo (Barcelona) Sánchez Prado, Ignacio (Washington University in St. Louis) Segura, Ramiro (La Plata) Temelli, Yasmin (Siegen) Torres, Victoria (Cologne) Vanden Berghe, Kristine (Liège) Wedemeyer, Catarina von (Jena) Welge, Jobst (Leipzig) This conference is part of the DFG Project “Post-globale Ästhetiken. Welt(er)schöpfung in lateinamerikanischen Literaturen des 21. Jahrhunderts”. romanistik.phil-fak.uni-koeln.de/personen/professorinnen/mueller/prof-dr-gesine-mueller/drittmittelprojekte/post-globale-aesthetiken Venue: Fritz Thyssen Stiftung Apostelnkloster 13-15 50672 Köln Participation is possible in presence as well as via Zoom. If you are interested, please register until June 24 via email to Ceylan Küfner: ckarada2@uni-koeln.de

Theory as Event: Epistemic Cultures and Humanistic Knowledge Production in Germany Since 1968


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
14.09.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literaturtheorie, 

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies

, und 2 weitere

Erstellt am:
02.06.2023

Theory as Event: Epistemic Cultures and Humanistic Knowledge Production in Germany Since 1968 Washington University in St. Louis, September 14-17, 2023 (Travel grants available for graduate students and early career faculty: contact conference organizers) It is a well-established paradox that theoretical knowledge, although it aspires by its very nature to universal validity, is in fact highly contingent, depending on a wide range of institutional, historical, political, material, and medial factors. Elucidating these factors as they pertain to the natural sciences has been a central preoccupation of scholars in science studies for several decades (Latour, Knorr-Cetina). More recent work by historians of knowledge (for example, those affiliated with the Zürich Center for the History of Knowledge) has expanded the scope of such investigations to include academic knowledge more generally as well as diverse forms of popular knowing. The German context in particular (Spoerhase, Felsch) has seen a rise in interest in “praxeological” approaches to the production, representation, and reception of humanistic knowledge, approaches that emphasize the everyday social and institutional practices that give rise to new insights and perspectives and enable the ascendency of particular theoretical paradigms. Building on this research and extending it in new directions, the 26 th Biennial Symposium on German Literature and Culture seeks to situate recent developments in the humanities and social sciences in German-speaking lands in their broader social and historical frameworks. Our reference to “theory as event,” is intended to draw attention to those specific occurrences that are often seen to be especially significant in this context: public controversies, debates, and other forms of popularization; lecture series, conferences, and exhibitions; individual book publications as well as the founding of new presses. Besides the events of the everyday that shape humanistic knowledge production, we are also interested in singular significant events within the academy – here one might think of Friedrich Kittler’s habilitation defense, the formation of the research group Poetik und Hermeneutik, or Niklas Luhmann filling in for Adorno as chair of sociology in Frankfurt in 1968. Finally, the term event can be understood in more praxeological terms, as referring to those inconspicuous but no less important acts of research, teaching, and even administration that have helped to shape the intellectual landscape of the humanities in Germany, Austria and Switzerland since 1968. CONFERENCE SCHEDULE Thursday, Sept. 14, 2023 Location: Ginko Reading Room 5:30-7:00pm: Reading and Reception Matthias Göritz (Washington University in St. Louis): “Auerbach in Istanbul: A Reading from Die Sprache der Sonne (2023)” Friday, Sept. 15, 2023 Location: Umrath Lounge 9:00 – 9:30AM: Opening Remarks PANEL 1: Frankfurt and its Discontents 9:30 – 10:00AM André Fischer (Washington University in St. Louis): “From Bielefeld with Love: Luhmann on Adorno’s Chair in 1968/69” 10:15 – 11:00AM Philipp Felsch (Humboldt University Berlin): “The Thermidor of Jürgen Habermas” 11:00 – 11:30AM: COFFEE BREAK 11:30 – 12:15PM Richard Langston (University of North Carolina): “Wendetheorie: On the Disjuncture of Theory and Revolution, Part II” 12:15 – 1:45PM: LUNCH BREAK PANEL 2: Resistance to Theory I 1:45 – 2:30PM Christine Weder (University of Geneva): “Historicizing Theory as ‘Eventization’: On the Birth of Postmodernism out of the Zürcher Literaturstreit” 2:30 – 3:15PM Matt Erlin (Washington University in St. Louis): “Postmodernism as (German) Media Event” 3:15-4:00PM: COFFEE BREAK PANEL 3: Resistance to Theory II 4:00 – 4:45PM Adrian Daub (Stanford University): “The Academic Praxeology of Anti: German Resistances to Theory after 1968” 4:45 – 5:30PM Claudia Liebrand (University of Cologne): “Habilitation as Event in the History of the Humanities: Kittler’s Habilitation Defense and the Emergence of a New Discipline” Saturday, Sept. 16, 2021 Location: Umrath Lounge PANEL 4: Theory as Resistance 9:00 – 9:45AM Paul Fleming (Cornell University): “1969: Marcuse, Davis, and the other Trajectory of Critical Theory” 9:45 – 10:30AM Tiffany Florvil (University of New Mexico): “Black German Wake Work: The Intellectual Contours” 10:30 – 11:00AM: COFFEE BREAK PANEL 5: Mediating Theory 11:00 – 11:45AM Sean Franzel (University of Missouri): “Koselleck’s Inventories: Notes on the Media Practices of Conceptual History” 11:45 – 12:30pm Leif Weatherby (New York University): “The Dialectical Surround” 12:45 – 2:00PM: LUNCH BREAK PANEL 6: Theory as Practice I 2:00 – 2:45PM Lilla Balint (University of California, Berkeley): “’Ich als Text’: Autotheory and/as Poetikvorlesung” 2:45 – 3:30pm Arne Hoecker (University of Colorado, Boulder): “Spex 08/1993: The German Issue” 3:30-4:00PM: COFFEE BREAK PANEL 7: Theory as Practice II 4:00 – 4:45PM Nicolas Pethes (University of Cologne): Theory is History. Critical, Archeological, and Praxeological Trends in Recent Cultural and Literary Studies“ 4:45 – 5:30PM Kirk Wetters (Yale University): The Pre-History of the Edited Volume Conference Organizers: Matt Erlin ( merlin@wustl.edu ) and André Fischer ( andrefischer@wustl.edu )

Virtual Worlds, Bochum


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
21.06.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Digital Humanities, 

Digitale Literatur

Erstellt am:
02.06.2023

Virtual Worlds (21.-23.06.2023, Bochum) First Annual Conference of the CRC 1567 Virtual Lifeworlds (Ruhr-Universität Bochum) Virtuality has become commonplace. It is a driving force for social and cultural transformations, as the pandemic has demonstrated. Virtuality has become so differentiated in its manifestations that it can be decoupled from the nimbus of the special and observed in its references to the life-world. This status raises the question of how current discussions about virtuality relate to the debates about virtual reality in the 1990s and how we can talk about virtuality today – with the changed conditions of its normalization in mind. It is necessary to detach the concept of virtuality from its rigid opposition to reality in order to circumvent the concomitant charges of the virtual as the extraordinary, other-worldly, and unreal. How such a contemporary concept of virtual worlds could look like is explored by the first annual conference of the Collaborative Research Centre 1567 Virtual Lifeworlds. In order to arrive at a different concept appropriate to current developments, we want to discuss what role virtuality currently plays in literary studies, history, art history, and media studies. The focus will be on the connection between the concept of virtuality and the concept of the world. It is precisely this interconnection that raises a number of fundamental questions in the humanities, such as the concepts of representation, plurality, relationality, and interactivity. Starting from the disciplinary debates, the conference promotes an exchange between the very different expectations towards the concept of virtuality in order to speculate together – and with the impetus of collective work – on the future of virtuality. Five topics are at the core of the conference: „The Counterfactual“, „In the Making“, „Worlding“, „Plurality“ and „Experimenting“. Please register to participate (presence/Zoom): terminplaner6.dfn.de/de/b/623bc5b1f2de37377eb759c21d4d1b1d-227023 Location of the conference: Kunstmuseum Bochum | Kortumstraße 147 | 44787 Bochum Location of the optional program : Situation Kunst | Museum unter Tage | Nevelstraße 29D | 44797 Bochum Organisation: Natalie Binczek | Ina Bolinski | Patrizia Breil | Ida Brückner | Christian Bunnenberg | Lena Ciochon | Robert Dörre | Manischa Eichwalder | Christoph Engemann | Laura Göbl | Ann-Carolyn Hartwig | Klaus Oschema | Julia Reich | Felix Rissel | Armin Schäfer | Isabel Schmiedel | Florian Sprenger | Annette Urban | Manuel van der Veen | Suzette van Haare Website: www.sfb1567.ruhr-uni-bochum.de/blog-post/first-annual-conference-virtual-worlds-21... Program: Wednesday 14.00 Optional Programm Visit to the exhibition Diving into Art with a guided tour | Museum unter Tage | Situation Kunst | Schloßpark Weitmar | Nevelstraße 29D | 44797 Bochum 15.00 and 16.00 Bus transfer to the Kunstmuseum Departure: Museum unter Tage | Stops at the main train station (Bochum Hbf) and at the Kunstmuseum Bochum 17.00 – 17.30 Welcome and Introduction Stefan Rieger (Bochum) 17.30 – 19.00 Panel: Plurality (Project A03) Yuk Hui (Hong Kong): Technologies of Co-Existence. Beyond the Organismic Metaphor, or Philosophy after Cybernetics Orit Halpern (Dresden): Planetary Intelligence 19.00 Conference Buffet Dinner All registered guests, participants and CRC-Members Thursday 09.30 – 11.00 Panel: The Counterfactual (Project B02) Steffen Patzold (Tübingen) | Tobias Winnerling (Düsseldorf) | Maria Courtial (Darmstadt): Impulses on virtuality and history – between immersion and the counterfactual 11.00 – 11.30 Coffee Break 11.30 – 13.00 Panel: In the Making (Project B01) Anja Lemke (Köln): Possible worlds – Leibniz and the novel around 1800 Elisabeth Strowick (New York): „[…] oh, just think of all that could happen.“ Kafka’s Burrow in the Making 13.00 – 14.00 Lunch Break 14.00 – 15.30 Panel: Experimenting (Early Career Forum) Kelsie Acton | Jarah Moesch | Hannah Wong: Critical Design Lab: Disability Community and Culture at a Distance 15.30 – 16.00 Coffee Break 16.00 – 18.00 Speakdating All interested guests, participants and CRC-Members Friday 09.30 – 11.00 Panel: Worlding (Project C03) Lívia Nolasco-Rózsás (Karlsruhe): „What never was but might yet have been“. Thoughts on the virtual condition on the basis of the project Beyond Matter Andrea Pinotti (Mailand): VR and the World of the Other. Dark and Bright Sides of Immersive Empathy Tina Sauerländer (Berlin): World Building in Virtual Reality Art. Home of the Brain (1991/2) by Monika Fleischmann & Wolfgang Strauß and Aporia (2019) by Patricia Detmering in dialogue 11.00 – 12.00 Wrap-Up 12.00 – 13.00 Bits & Pretzels Related date: June 21, 2023 to June 23, 2023

Die unsichtbare Ubiquität der Wissenschaftsrhetorik. Aktualität und Perspektiven eines vernachlässigten Forschungsparadigmas.


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
22.06.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur und Naturwissenschaften, 

Rhetorik

Erstellt am:
02.06.2023

Konzept und Organisation: Elisabetta Mengaldo (Universität Padua), Riccardo Nicolosi (LMU München) Das in der angelsächsischen Tradition immer hoch im Kurs gestandene Forschungsparadigma rhetoric of science scheint in deutschsprachigen Ländern nie auf ein dergleichen massives Interesse gestoßen zu sein. Dies ist umso erstaunlicher, als die Literatur- und Kulturwissenschaft hierzulande in den letzten 30 Jahren nie aufgehört haben, Poetologie und Medialität von Wissen zu untersuchen sowie der Frage nach der epistemischen ‚Aussagekraft‘ literarischer Texte nachzugehen. Dennoch: Konnte sich eine deutschsprachige Tradition der Wissenschaftsrhetorik nicht wirklich etablieren, so lässt sich zugleich eine „unsichtbare Ubiquität“ der Rhetorik innerhalb der Wissenspoetologie beobachten. Der Workshop setzt sich deshalb zum Ziel, über die Rhetorik des wissenschaftlichen Wissens und über ihre Formen und Funktionen explizit zu reflektieren und dabei darüber nachzudenken, ob und inwieweit eine (revidierte) Wissenschaftsrhetorik neue Forschungsperspektiven generieren kann. Tagungsort: Seidlvilla, Nikolaiplatz 1b, 80802 München Programm 22. Juni 2023 10:00 – 10:30 Uhr: Elisabetta Mengaldo, Riccardo Nicolosi: Begrüßung und Einleitung 10:30 – 11.30 Uhr: Hans-Jörg Rheinberger (MPI Wissenschaftsgeschichte Berlin): Facetten experimenteller Rhetorik 11:30 – 12:30 Uhr: Karin Krauthausen (HU Berlin): Rhetorik des Materials: ›Naturnachahmung‹ und ›Verlebendigung‹ in den zeitgenössischen Materialwissenschaf­ten 12.30 – 14 Uhr: Mittagessen 14:00 – 15:00 Uhr: Peter Schnyder (Université de Neuchâtel): „Vor der Sündfluth!“. Zur Rhetorik breit rezipierter Darstellungen geologischen Wissens um 1850 15:00 – 16:00 Uhr: Yvonne Wübben (Ruhr-Universität Bochum): Deutschsprachige Lehrbücher der Psychiatrie (um 1900). Neuere Ansätze in der Wissenschaftsrhetorik 16:00 – 16:30 Uhr: Kaffeepause 16:30 – 17:30 Uhr: Kärin Nickelsen (LMU München): „Methodische Verirrung“? Analogieschlüsse in der Stoffwechselforschung (ca. 1840-1920) 23. Juni 2023 10:00 – 11:00 Uhr: Rüdiger Campe (Yale University): Direkte und indirekte Beschreibung bei Ernst Mach 11:00 – 12:00 Uhr: Stefan Willer (HU Berlin) : Wahrrede. Überlegungen zur Rhetorik der Etymologie 12:00 – 12:30 Uhr: Kaffeepause 12:30 – 13:30 Uhr: Anna-Maria Gasser (FU Berlin) : „Deshalb lehrt niemand die Geometrie auf diese Weise“ – zur unrhetorischen Rhetorik griechischer Mathematik 13:30 – 15 Uhr: Mittagessen 15:00 – 16:00 Uhr: Christina Brandt (Universität Jena): Metapher, Narration, Wissen – wissenschaftshistorische Annäherungen an die „Aktualität der Rhetorik“ nach dem practical turn 16:00 – 17:00 Uhr: Richard Nate (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt): Von Kriegen und Märschen: Metaphern und Narrative im Streit um die Wissenschaft 17:00 – 17:30 Uhr: Kaffeepause 17.30 – 18:00 Uhr: Abschlussdiskussion und Ende des Workshops Eintritt frei, Anmeldung erbeten an: riccardo.nicolosi@slavistik.uni-muenchen.de ; elisabetta.mengaldo@unipd.it

Literaturwissenschaft im 21. Jahrhundert. Festtagung anlässlich des 100jährigen Jubiläums der DVjs


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
03.06.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literaturtheorie, 

Poetik, 

Literatur des 21. Jahrhunderts

Erstellt am:
02.06.2023

Literaturwissenschaft im 21. Jahrhundert Festtagung anlässlich des 100jährigen Jubiläums der DVjs Berlin, Literarisches Colloquium, 3. Juni 2023 Im Jahr 2023 feiert die Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (DVjs) ihr 100jähriges Bestehen. Sie nimmt dies zum Anlass für eine Festveranstaltung, die am Samstag, den 3. Juni 2023, in den Räumen des Literarischen Colloquiums am Wannsee in Berlin stattfinden wird. Aufgrund begrenzter Kapazitäten Teilnahme nur nach persönlicher Einladung. Programm 13.00–13.45 Ankunft, kleiner Imbiss 13.45 Begrüßung und Einführung 14.00 Rita Felski: How Not To Talk About Experience 14.50 Françoise Lavocat: Is character still a subject matter of literary theory? 15.40–16.10 Kaffeepause 16.10 Franco Moretti: Wo aber Gefahr ist… Historical problems, theoretical chance In the talk I will look at several problematic recent developments, and reflect on whether they offer us a chance to come up with a literary theory for the 21st century. 17.00–19.30 Podiumsdiskussion mit Jake Fraser (Reed College, Portland), Eva Horn (Universität Wien), Racha Kirakosian (Universität Freiburg), Todd Kontje (UC San Diego) und Chenxi Tang (UC Berkeley) ab 20.00 Empfang und Feier 100 Jahre DVjs. Konzept und Fragestellung Mit der Gründung der DVjs im Jahr 1923 waren hohe Erwartungen verbunden. Die DVjs sollte nicht lediglich eine germanistische Fachzeitschrift sein, sondern die „Geschichte des deutschen Geistes“ als ganze in ihrer „Wechselwirkung“ mit der „Geistesgeschichte anderer Völker“ abbilden. Das Jubiläum fordert Antworten auf die Frage heraus, wie dieses damals innovative Programm unter den soziopolitischen, kulturellen, medialen, wissenschaftlichen und fachspezifischen Bedingungen des 21. Jahrhunderts fortgeschrieben werden kann. Im Jubiläumsjahr wird die DVjs von ihrem üblichen Verfahren abweichen und statt der unabhängigen Einsendungen vier von den Herausgeber_innen kuratierte thematische Schwerpunkthefte herausbringen. Heft 1 (März 2023) trägt den Titel „Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte: Eine Provokation?“ Heft 2 (Juni 2023) wird sich unter diesem Vorzeichen mit Perspektiven auf Mittelalter- und Frühneuzeitforschung befassen. Heft 3 (September 2023) widmet sich der Geschichte der DVjs, während Heft 4 (Dezember 2023) nach „Gegenwartsliteratur als Herausforderung des Literarischen“ fragt. In Ergänzung dazu wollen wir auf der Festveranstaltung die Zukunftsperspektiven der Literaturwissenschaft erörtern. Hier stehen vor allem vier Fragekomplexe zur Diskussion: Was bedeutet es, die Germanistik, die das fachliche Zentrum der DVjs bildet, aus der Tradition einer im 19. Jahrhundert verankerten deutschen Nationalphilologie herauszulösen? Wichtige Anstöße zu einer modifizierten Literaturgeschichtsschreibung kommen vor allem aus der Imperiumsforschung, die den deutschen Sprachraum nicht im Sinne der frühen Germanistik auf einen nationalkulturellen Bestand hin zuschneidet, sondern als den Raum eines interimperialen Ideenverkehrs konzeptualisiert und in einen gesamteuropäischen Kontext einbettet. Wie lässt sich das Studium der Einzelphilologien überzeugend zu einer Globalgeschichte der Literatur zusammenführen, die sich mit entsprechenden Bestrebungen auf dem Feld der Geschichtswissenschaft messen kann? Eine solche Globalgeschichte der Literatur kann nicht nur eine über das Einzugsgebiet der bisherigen Komparatistik hinaus räumlich erweiterte Geschichte wechselseitiger Beeinflussungen sein. Sie muss mit der zusätzlichen Möglichkeit umgehen können, dass strukturell ähnliche Ursachen auch unabhängig voneinander gleichartige kulturelle Wirkungen zeitigen. Die Herausforderung würde mithin darin bestehen, Modelle einer Weltliteraturgeschichtsschreibung zu entwerfen, die auf zwei Prinzipien ruhen: Verflechtung und Vergleich, und die es dadurch erlauben, sowohl motivische, form- und gattungsgeschichtliche Querverbindungen als auch Parallelentwicklungen und sich ohne wechselseitige Beeinflussung herausbildende Isomorphien zu erfassen. Welche Auswirkungen hat die wohl größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts, nämlich die Umweltproblematik und insbesondere der Klimawandel, auf das Selbstverständnis auch der Literaturwissenschaft? Hier wird ihre Aufgabe darin bestehen, der Mächtigkeit literarisch geprägter Imaginationen im Verhältnis zwischen Mensch und Natur Rechnung zu tragen. In einer noch grundsätzlicheren Weise wird die in der europäischen Geistesgeschichte gezogene Trennlinie zwischen Mensch und Natur angesichts neuester Entwicklungen sowohl ökologischer als auch technologischer Art zunehmend zweifelhaft. Dies hat Auswirkungen nicht allein auf das Menschenbild der humanistischen Tradition, sondern auch auf die disziplinäre Verortung der Humanwissenschaften. Wie kann die Literaturwissenschaft auf die Veränderungen des Literarischen in der Medienrealität heutiger Gesellschaften reagieren? Welche Forschungsparadigmen sind den neuen Praxen des Literarischen jenseits herkömmlicher Vorstellungen von Buch, Text, Autorschaft, Lektüre, Literaturdistribution und literarischer Öffentlichkeit gemäß? Der Akzent der Veranstaltung soll auf intensiven Diskussionen liegen. Sie sieht deshalb nur drei Vorträge und eine größere Gesprächsrunde auf der Basis knapper Statements vor, gefolgt von einem feierlichen Abendempfang.