Requisiten des Globalen. Dinge aus der Ferne als Medien der Weltvermittlung in literarischen und performativen Konstellationen, Berlin


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
02.11.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Postkoloniale Literaturtheorie, 

World Literature/Weltliteratur, 

Stoffe, Motive, Thematologie

Erstellt am:
13.10.2023

Requisiten des Globalen. Dinge aus der Ferne als Medien der Weltvermittlung in literarischen und performativen Konstellationen Humboldt Universität Berlin, 2.–4. November 2023 Veranstaltungsort: Humboldt Labor im Humboldt Forum, Schloßplatz, 10178 Berlin Leitung: Constanze Baum, Franziska Bergmann, Lily Tonger-Erk, Ulrike Vedder Gefördert von der DFG Programm Donnerstag, 2.11.2023 15.15 Ulrike Vedder (HU Berlin): Begrüßung Panel I: Ding – Bühne – Requisit Moderation: Ulrike Vedder 15.30 Constanze Baum (HU Berlin), Franziska Bergmann (FAU Erlangen-Nürnberg), Lily Tonger-Erk (Tübingen): Requisiten des Globalen. Einführung 16.00 Constanze Baum (HU Berlin): Versuch über das Requisit 16.30-17.00 Kaffeepause 17.00 Nina Tolksdorf (FU Berlin): Wenn nur die Dinge sprechen. Zur Funktion kolonialer Requisiten in der Pantomime um 1900 18.00 Alexander Košenina (Hannover): Ein bunter plappernder Vogel gehört mit zum guten Ton. Mehr als ein koloniales Requisit: Kotzebues Schauspiel Der Papagoy (1792) 20.00 Gemeinsames Abendessen Freitag, 3.11.2023 Panel II: Dinge im Koordinatensystem globaler Räume Moderation: Lily Tonger-Erk 9.00 Wendy Sutherland (New College of Florida, USA): Requisiten des Globalen im Haus des Adels: Karl Lessings Die Mätresse 10.00 Natalie Bloch (Luxemburg): Das parasitäre Dasein der Dinge. Über Geld, Koffer und Federschmuck in den Arbeiten des Korso-op.Kollektivs 11.00-11.30 Kaffeepause 11.30 Dominik Zink (Freiburg): Raubkunst als Requisit in Sharon Dodua Otoos Adas Raum 12.30 Koku G. Nonoa (Luxemburg): Jenseits des kolonialen Habitus. Dinge auf dem theatralen Schauplatz Panel III: Dingwelten: Globalität, Gemeinschaftlichkeit, Alterität Moderation: Franziska Bergmann 15.30 Kai Bremer (FU Berlin): „Laß deine Hand von meinem Bogen, Grieche.“ Philoktets Bogen und die Nicht-Gemeinschaft der Griechen 16.30-17.00 Kaffeepause 17.00 Romana Weiershausen (Saarbrücken): Dinge der Fremdheit – Verfremdung der Dinge: antike Alteritätsverhandlungen und ihre intertextuelle Fortsetzung im deutschsprachigen Theater (Hiketiden – Iphigenie – Medea) 18.00 Ulrike Vedder (HU Berlin): Das Theater der Weltausstellung 20.00 Gemeinsames Abendessen Samstag, 4.11.2023 Panel IV: Inszenierungen exotisierter Dinge Moderation: Constanze Baum 9.00 Lily Tonger-Erk (Tübingen): „Wunderdinge“. Dinge in und aus der Ferne in Joachim Heinrich Campes Robinson der Jüngere (1779) 10.00 Iulia-Karin Patrut (Flensburg): (Post-)koloniales Theater der Dinge in Gottfried Kellers Don Correa und Die Berlocken 11.00-11.15 Kaffeepause 11.15 Franziska Bergmann (FAU Erlangen-Nürnberg): Exotisierte Pflanzen in der europäischen Literatur und Kultur im langen 19. Jahrhundert 12.15 Führung durch das Humboldt Labor 13.15 Ende der Tagung [Alle Interessierten sind herzlich willkommen, um Anmeldung wird gebeten: RequisitendesGlobalen@gmail.com.] Contact Email RequisitendesGlobalen@gmail.com URL

Übersetzen vernetzen


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
23.11.2023
Beitrag von:
Arne Mrotzek
Forschungsgebiete

Übersetzung allgemein, 

Übersetzungstheorie

Erstellt am:
09.10.2023

Internationale Tagung: Übersetzen vernetzen Goethe-Universität Frankfurt am Main, 23.-25. November 2023 Die Arbeit des Übersetzens, die einen zentralen Bestandteil interkulturellen Austauschs und internationaler Wissenszirkulation darstellt, gilt landläufig als ein einsames Geschäft. In jüngster Zeit wird jedoch auf vielen Ebenen daran gearbeitet, den Austausch unter den Übersetzer*innen zu verstärken. Im Zuge dieser Vernetzungstendenzen lässt sich ein Paradigmenwechsel innerhalb der Übersetzungstheorie und -praxis beobachten: die Prozessualität des Übersetzens rückt in den Vordergrund; experimentelle und kollektive Übersetzungsprojekte gewinnen an Bedeutung und der grenzüberschreitenden Funktion des Übersetzens wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Frankfurter Tagung „Übersetzen vernetzen“ (23.-25. November 2023) – eine Kooperation zwischen dem Fachinformationsdienst Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, den Instituten für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Frankfurt und Berlin sowie der Maison des Sciences de l’Homme und der École des hautes études en sciences sociales in Paris – bringt erstmals kollektive europäische Übersetzungsprojekte zusammen und diskutiert im Dialog mit Übersetzer*innen, Übersetzungsförderung, Wissenschaftler*innen und Bibliothekar*innen die Möglichkeiten besserer Vernetzung. Reflektiert werden u.a. der kritische Mehrwert eines mehrstimmigen Übersetzens; Fragen der Abbildung der Prozessualität des Übersetzens; aktuelle politische und ethische Implikationen des Übersetzens sowie der Aufbau digitaler Vernetzungsstrukturen. Teilnahme Die Veranstaltung ist kostenlos. Für eine Teilnahme können Sie sich bis zum 17. November 2023 unter info@avldigital.de anmelden. Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) sowie mit großzügiger Unterstützung des Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales (IFRA-SHS) / Institut français Frankfurt und der Freien Universität Berlin. Organisation: Judith Kasper, Larissa Krampert, Volker Michel, Arne Mrotzek, Esther von der Osten, Bettina Sund, Susanne Strätling

Natur und Religion im Werk Christian Lehnerts


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
29.10.2023
Beitrag von:
Adela Sophia Sabban
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz

Erstellt am:
11.10.2023

Sonntag, 29. Oktober 2023 Ort: Raum „Teilhard de Chardin“, Le Domaine „Notre-Dame-de-la Route“, Chemin des Eaux-Vives 17, 1752 Villars-sur-Glâne 1. Sektion: Begrüßung und Eröffnung Moderation: Adela Sophia Sabban M.A. 17:30 – 17:35 Begrüßung 17:35 – 17:55 Prof. Dr. Ralph Müller (Freiburg, Schweiz): Raum und Natur in Christian Lehnerts Lyrik 17:55 – 18:15 Prof. Dr. Joachim Negel (Freiburg): „Dort liegen meine Hände auf der Bank…“. Anmerkungen zum stillen Zusammenhang von Liturgie und Dichtung 18:15 – 18:35 Prof. Dr. Henrieke Stahl (Trier): Auraerfahrung und poetische Imagination bei Christian Lehnert 18:35 – 19:00 Diskussion Montag, 30. Oktober 2023 Ort: Espace Güggi, MIS 08, 0101, Universität Fribourg, Rue de Rome 6, 1700 Freiburg 2. Sektion: Naturlyrik im Anthropozän Moderation: Prof. Dr. Henrieke Stahl 09:15 – 09:35 Dr. Ekaterina Friedrichs (Trier): Anthropozän im lyrischen Spiegel: Natur als Index und Archiv 09:35 – 09:55 Dr. Hanna Bingel-Jones (Cork): Tierdarstellungen in Christian Lehnerts Lyrik 09:55 – 10:20 Diskussion 10:20 – 10:40 Kaffeepause 10:40 – 11:00 Dr. Alexandra Tretakov (Eichstätt): Tiere im Werk Christian Lehnerts 11:00 – 11:20 Prof. Dr. Rainer Grübel (Oldenburg): Natura naturans und natura naturata in Gedichten Christian Lehnerts am Beispiel von Klang, Ton und Laut der Vögel und Engel 11:20 – 11:45 Diskussion 12:00 – 13:30 Mittagspause 3. Sektion: Transzendierung des Subjekts Moderation: Prof. Dr. Ralph Müller 13:30 – 13:50 Dr. Matthias Fechner (Trier): Formen des Dissenses in Christian Lehnerts Lyrik 13:50 – 14:10 Johanna Witzenrath M.A. (Hamburg): Hinüber ins Fremde. Denken und Selbsterfahrung bei Christian Lehnert 14:10 – 14:35 Diskussion 14:35 – 14:50 Kaffeepause 4. Sektion: Religiöse Horizonte Moderation: Dr. Matthias Fechner 14:50 – 15:10 Prof. Dr. Markus Riedenauer (Eichstätt): Ent-sprechen. Sprachphilosophische Überlegungen zu Christian Lehnerts Gedanken über Religion und Poesie 15:10 – 15:30 Adela Sophia Sabban M.A. (Stuttgart/Freiburg, Schweiz) „Der Gott in einer Nuß“: Landschaft und Religion 15:30 – 15:50 Prof. Dr. Salvatore Lavecchia (Udine): Ich als apokalyptische Verdichtung. Wege zur Harmonie von Wahrnehmung, Gedanke, Wort 15:50 – 16:30 Diskussion 18:30 Lesung von Christian Lehnert Das Haus und das Lamm. Neue Gedichte und Fliegende Blätter Ort: Kinderstube (MIS 11), Universität Freiburg, Rue de l’Hôpital 4, 1700 Freiburg

Zeit & Kybernetik in der Literatur & den Künsten, Berlin


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
13.10.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Digital Humanities, 

Literatur und andere Künste, 

Literatur und Philosophie

, und 1 weitere

Erstellt am:
09.10.2023

In der Literatur und den Künsten der Gegenwart werden verstärkt Wahrnehmungsweisen und Darstellungsformen reflektiert bzw. entworfen, die im Hinblick auf die stetig zunehmende Digitalisierung einen primär anthropozentrischen Begriff von Zeitlichkeit in Frage stellen. Man denke etwa an Judith Schalanskys Prosawerk „Verzeichnis einiger Verluste“ (2018), in dem über das Schreiben von Listen eine Zeitlogik des Während entwickelt wird, eine Wahrnehmungsform der Gleichzeitigkeit, unter der unterschiedslos alles verarbeitet und gespeichert wird, was ins System eingespeist wird; oder an Jeremy Shaws filmische Arbeiten in der Ausstellung „Quantification Trilogy“ (2018), die Randgesellschaften der Zukunft dokumentieren, die auf unterschiedliche Weise Transzendenz erfahren. In (pseudo-)wissenschaftlicher Manier werden drei vermeintlich zukünftige Lebenswelten erzählt, deren jeweilige Schauplätze jedoch an vergangene Zeiten erinnern. Jenseits künstlerischer Diskurse, sind die philosophische Bewegung des spekulativen Realismus (vgl. Quentin Meillassoux 2008) oder die neue linke Politik des Akzelerationismus (vgl. Nick Srnicek, Alex Williams 2016) aktuelle Beispiele dafür, wie der Mensch als Instanz von (Zeit-)Wissen in Frage gestellt wird. Unter den Bedingungen des digitalen Informationszeitalters, in dem Google uns und unsere Wünsche immer besser zu kennen scheint als wir uns selbst, KI-Algorithmen lernfähig sind und Quantentechnologien einen Punkt erreicht haben, an dem ein Quantensimulator tatsächlich alle möglichen Zukunftstrajektorien gleichzeitig durchspielen kann (vgl. Farzad Ghafari et al. 2019), wird die Vorstellung von der Zukunft als einem vom Menschen gestaltbaren Möglichkeitsraum in Frage gestellt. Diese vielseitige Beschäftigung mit Zeitlichkeit kann als eine diskursive Formation beschrieben werden, deren Ursachen und Implikationen auf kybernetische Debatten der 1940er und 1950er Jahre zurückgehen. Für den informationstheoretischen Ansatz der Kybernetik war die Dimension der Zeit essentiell, um einerseits menschliches und maschinelles Verhalten in Form von Input und Output zu beschreiben und zu operationalisieren (vgl. Henning Schmidgen 2004) und andererseits lineare Zeitstrukturen neu zu denken, um zukünftige Verhaltensmuster von Mensch und Maschine zu optimieren. Max Bense unterstellte den „kybernetischen Maschinen“ 1951 dabei ein besonderes Zeitverhältnis, da sie Additionen oder Subtraktionen in „fünfmillionstel Sekunde“ vornehmen können: „[S]ie arbeite[n] in den Feinstrukturen, in den Mikroverläufen der Zeit, die durch menschliches Handeln oder Denken nicht ausgenützt werden können. Desgleichen reicht unsere Vorstellungskraft nicht aus, Vorgänge in solche infinitesimalen Zeitbezirke zusammengerückt zu denken.“ (Max Bense, Metatechnik einer Maschine, S. 212f.) Die Schriften von Norbert Wiener hatten schon damals einen großen Einfluss auf Künstler:innen, die sich von dem neuen Ansatz der Kybernetik in der Informationstechnologie und der damit einhergehenden zukunftsorientierten und technologiebasierten Neubewertung von Zeitlichkeit inspirieren ließen (vgl. Pamela M. Lee 2002). Angesichts der grundlegenden technologischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte ist der Prozess der Digitalisierung und Technisierung heute an einem Punkt angelangt, an dem eine gestaltbare Zukunft, so könnte man thesenartig formulieren, durch eine gegenwärtige Zukunft abgelöst wird. Vor dem Hintergrund der Diskursivierung beschleunigter Kommunikationsprozesse seit den Gründungsjahren der Kybernetik Mitte des 20. Jahrhunderts und deren entscheidend transformierenden Auswirkungen auf lineare Zeitvorstellungen bis heute möchte der Workshop aus literaturwissenschaftlicher, medienwissenschaftlicher, kunsthistorischer und literarischer Perspektive das besondere Verhältnis von Zeit und Kybernetik näher in den Blick nehmen und gemeinsam diskutieren. Für Impulsvorträge mit viel Raum für Diskussionen im Anschluss konnte das Fachgebiet Literaturwissenschaft der TU Berlin die Kunsthistorikerin Sabeth Buchmann (Akademie der bildenden Künste Wien), den Medienwissenschaftler Bernhard Dotzler (Universität Regensburg), den Theater- und Literaturwissenschaftler Kai van Eikels (Ruhr-Universität Bochum) und den Schriftsteller Alban Nikolai Herbst gewinnen. Programm Freitag, 13.10.2023 Raum H 3002, Hauptgebäude TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin 1. Impulsvortrag Bernhard Dotzler (15 Minuten) + Diskussion: 15.30 Uhr – 16.45 Uhr 2. Impulsvortrag Sabeth Buchmann (15 Minuten) + Diskussion: 17.00 Uhr – 18.15 Uhr Samstag, 14.10.23 Raum H 3002, Hauptgebäude TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin 3. Impulsvortrag Alban Nikolai Herbst (15 Minuten) + Diskussion: 10.00 Uhr – 11.15 Uhr 4. Impulsvortrag Kai van Eikels (15 Minuten) + Diskussion: 11.30 Uhr – 12.45 Uhr Um Anmeldung bei Giulia Fammartino (fammartino@tu-berlin.de) wird gebeten.

WIGS (Women in German Studies) annual conference in Exeter 3 & 4 November


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
03.11.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Gender Studies/Queer Studies

Erstellt am:
09.10.2023

Dear Colleagues, Booking is now open for the annual WIGS (Women in German Studies) conference, which this year travels to Exeter on the 3rd and 4th November. The WIGS annual conference starts online with an online keynote address from Dr Annie Ring on the evening of Thursday 2nd November . This is open to all and can be booked here: www.eventbrite.com/e/women-in-german-studies-wigs-conference-keynote-tickets-727554213237 The conference proper convenes on Friday afternoon in Exeter city centre with a choice of workshops and the annual prize giving ceremony. There will be a conference dinner on Friday evening. Saturday is devoted to a programme of papers and the annual general meeting, running from 9 a.m. to 4 p.m. on the main university campus. You can find the programme here: womeningermanstudies.wordpress.com/2023/09/28/registration-now-open-for-35th-annual-wigs-conference/ Bookings for the conference can be made through the University of Exeter shop at: store.exeter.ac.uk/conferences-and-events/faculty-of-humanities-arts-and-social-sciences/languages-cultures-and-visual-studies/event/women-in-german-studies-35th-annual-conference Using a bookings system helps to minimize paperwork but like any online shop it requires a little patience. You will be asked to register as a new customer and prove that you are not a robot by doing a sum! Please let us you know if you encounter any technical issues. As usual, WIGS offers a range of options for attendance. It is possible to attend for both Friday and Saturday or just for one day. Online attendance of the Saturday papers is possible for a small fee. PGRs, ECAs on fractional and/or temporary contracts, and part-time and retired colleagues pay a concessionary rate. Full-time colleagues have the option of supporting PGRs and precarious members with a small additional donation. The WIGS conference is a members-only conference this year. Please contact the Treasurer, Ina Linge ( k.linge@exeter.ac.uk ), if you would like to join WIGS. For information on subscriptions, see: womeningermanstudies.wordpress.com/join-us/ . We can make recommendations for an overnight stay, but in general Exeter has plenty of choice of rooms on the usual booking platforms. We look forward to welcoming you to Exeter and/or to communicating with you online. Best wishes, The organising team (Chloe Paver, Ina Linge, and Ulrike Zitzlsperger)

Poetik, Hermeneutik und Praxis Künstlicher Intelligenz, Köln


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
18.10.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Digital Humanities, 

Hermeneutik, 

Interdisziplinarität

, und 2 weitere

Erstellt am:
09.10.2023

Seit etwa 2018 hat die Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz entscheidende Durchbrüche erzielt. In kürzester Zeit sind zahlreiche große Modelle entstanden, die ein neues Niveau bei der Erzeugung von Texten, Bildern und Sprache sowie zunehmend auch von Videos und Musik erreicht haben. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass in Zukunft ein immer größerer Anteil kultureller Produkte ganz oder teilweise von KI hergestellt wird. Diese Entwicklung stellt neuartige Herausforderung an die Fächergruppe der Geisteswissenschaften, deren traditioneller Forschungsgegenstand von Menschen gemachte kulturelle Artefakte sind. Denn die meisten Analysekategorien der Geisteswissenschaften stammen aus der Auseinandersetzung mit menschlichen Schöpfungen und lassen sich nicht ohne Weiteres auf automatisch generierte Werke beziehen. Die neuen KI-Modelle zwingen die Geisteswissenschaften damit zu einer Revision ihrer Leitbegriffe. Zugleich eröffnet der Fortschritt generativer Künstlicher Intelligenz den Geisteswissenschaften aber auch neue Forschungsperspektiven von neuer sozialer Relevanz. Denn wenn KI-Modelle mit und neben Menschen als Kommunikationsteilnehmer in Erscheinung treten, fordern sie andere kulturelle Techniken im Umgang mit ihnen ein. Die Geisteswissenschaften werden benötigt, um die Erzeugnisse generativer KI wie auch den Umgang mit diesen Erzeugnissen so zu erfassen, dass die veränderte gegenwärtige Lage beschrieben und gestaltet werden kann, ohne diese Veränderungen zu leugnen oder sie chiliastisch bzw. apokalyptisch zu dramatisieren. Diese Aufgabe wird durch die etablierten disziplinären Grenzziehungen erschwert. Während die traditionellen Geisteswissenschaften über weitreichende Kompetenzen in der Beschreibung von Produktion, Rezeption und Funktionen ästhetischer Werke verfügen, fehlt ihnen gelegentlich die technische Expertise, die nötig wäre, um ihre Beschreibungskategorien auf KI-Modelle zu übertragen. Den Computerwissenschaften, die über dieses Wissen verfügen, mangelt es hingegen bisweilen an der historischen Perspektive, die notwendig ist, um die sozialen Folgen generativer KI zu erfassen. Vor diesem Hintergrund soll der geplante Workshop einen Beitrag dazu leisten, das neue geisteswissenschaftliche Forschungsfeld der großen generativen Modelle in interdiszi­plinärer Perspektive auszuloten. Er bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen ins Gespräch, um neue geisteswissenschaftliche Forschungsperspektiven auf Künstliche Intelligenz zu entwickeln, die dem aktuellen Stand der technischen Entwicklung Rechnung tragen. Programm Mittwoch, 18.10.2023 13:00–14:00 Get-Together und Mittagsimbiss in der Stiftung 14:00–14:45 Prof. Dr. Christian Kirchmeier (Bremen): Einführung; Vorstellungsrunde 14:45–15:30 Prof. Dr. Stephanie Catani (Würzburg): Generative Literatur – ästhetische und ethische Perspektiven 15:30–16:00 Kaffeepause 16:00–16:45 Prof. Dr. Julika Griem (Essen): Ghostwriting 16:45–17:30 Dr. Roland Meyer (Bochum): Die Lücken im Archiv. Bildgeschichte als Ressource generativer KI 17:30–18:30 Abendimbiss in der Stiftung 18:30–19:30 Abendvortrag mit anschließendem Stehempfang in der Stiftung: Prof. Dr. Christian Kirchmeier (Bremen): Wie schreibt ChatGPT? Zur Poetik generativer Sprachmodelle Donnerstag, 19.10.2023 09:30–10:30 Prof. Dr. Markus Rautzenberg / Mona Leinung (Essen): Unerträgliche Erzeugnisse. Die Generativität der Intelligenz 10:30–11:15 Prof. Dr. Rainer Malaka (Bremen): Bedeutung und Verständnis in künstlicher Intelligenz 11:15–11:45 Kaffeepause 11:45–12:30 Dr. Nina Tolksdorf (Berlin): Müssen KI’s meinen, was sie sagen? Zur Rezeption generierter literarischer Texte 12:30–13:15 Leonie Weißweiler (München): Sprachmodelle – das nächste Schlachtfeld der Linguistics Wars 13:15–14:30 Mittagsimbiss in der Stiftung 14:30–15:15 Prof. Dr. Jens Schröter (Bonn): KI, Automatisierung, Kreativität, kognitive Arbeit 15:15–16:00 Prof. Dr. Tanja Prokic (München): The Weird and the Evil: K.I. als ProdUser:in 16:00–16:30 Kaffeepause 16:30–17:15 Jun.-Prof. Dr. Anna Schürmer (Köln): POSTHUMAN | POSTDIGITAL. Überlegungen zu (klang)künstl(er(i(s)chen Intelligenzen 17:15–18:00 Prof. Dr. Eyke Hüllermeier (München): Künstliche Intelligenz: deduktiv, prädiktiv, generativ 18:00–18:30 Abschlussdiskussion Veranstaltungsort: Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13–15, 50672 Köln Anmeldung für den Abendvortrag am 18.10. bitte online über: www.fritz-thyssen-stiftung.de/veranstaltungen/liste-veranstaltungen/ Contact Email christian.kirchmeier@uni-bremen.de

Österreich-DDR: Literaturbeziehungen in Zeiten des Kalten Krieges 1949-1989, Toulouse


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
18.10.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literaturgeschichtsschreibung (Geschichte; Theorie)

Erstellt am:
06.10.2023

Internationales Symposion Österreich-DDR: Literaturbeziehunhgen in Zeiten des Kalten Krieges 1949-1989 – Autriche – RDA : relation littéraires en temps de guerre froide 1949-1989 Während die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten einerseits und zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Österreich andererseits Gegenstand zahlreicher Studien und Analysen waren, haben die einzigartigen Verbindungen zwischen Österreich und der DDR bislang nur wenig Aufmerksamkeit von Historikern, geschweige denn von Literaturhistorikern, erhalten. Um diese Forschungslücke zu schließen, ist es daher das vorrangige Ziel der Tagung, die literarischen Beziehungen und Interaktionen zwischen der DDR und Österreich vom Kalten Krieg bis zum Ende der DDR 1989/1990 zu analysieren und zu beleuchten. Die zahlreichen literarischen Interaktionen zwischen den beiden Ländern werden unter verschiedenen Aspekten behandelt, ausgehend von der Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten, der Strukturierung der betreffenden literarischen Felder, der Verlagslandschaft und der Rolle der individuellen und institutionellen Akteure, die an den Transferphänomenen beteiligt sind, wobei die spezifische Wirkung des „Ingeborg-Bachmann-Preises“ und zahlreiche repräsentative Fallstudien nicht außer Acht gelassen werden sollen. Autriche-RDA: Échanges littéraires en temps de guerre froide (1949-1989) Österreich–DDR: Literaturbeziehungen in Zeiten des Kalten Krieges, 1949–1989 Université Toulouse Jean Jaurès – Maison de la Recherche 18-20 octobre 2023, Amphi F 417 Organisation scientifique : Jacques Lajarrige, Alfred Prédhumeau Contact : Prof. Dr. Jacques LAJARRIGE Université Toulouse Jean Jaurès Centre de recherche et d’Etudes Germaniques 5, Allées Antonio Machado 31058 Toulouse Cedex 9 E-Mail : jacques.lajarrige@univ-tlse2.fr Mercredi 18 octobre 2023 Ouverture du colloque à 18 h 00 au Goethe Institut de Toulouse : 19 h 00 : Projection du film sur Fred Wander d’Irene Loebell, Eine Reise nach Genf, suivie d’une table-ronde avec Irene Loebell, Walter Grünzweig et Alfred Prédhumeau (modération) 19-20 octobre : Université Toulouse Jean Jaurès – Maison de la Recherche – Amphi F 417 Jeudi 19 octobre 2023 9 h 00 : Accueil 9 h 20 : Ouverture du colloque L’arrière-plan historique des relations culturelles entre l’Autriche et la RDA / Zum historischen Hintergrund der Kulturbeziehungen zwischen Österreich und der DDR Modération : Mario Kessler 9 h 30 : Ulrich PFEIL (Université de Lorraine – Metz, CEGIL) : Kulturbeziehungen im Kalten Krieg zwischen Öffnung und Abgrenzung 10 h 00 : Laure GALLOUËT (Université Paris Est, Créteil) : Bilaterale Beziehungen zwischen Österreich und der DDR während der Kreisky-Ära 10 h 30 : Discussion et pause 11 h 15 : Maximilian GRAF (Österreichisches Staatsarchiv) : Die Rolle der Kultur in den „anderen“ österreichisch-deutschen Beziehungen 11 h 45 : Doris MOSER (Universität Klagenfurt) : „Vom Aufstehen“: Helga Schubert, die DDR und der Ingeborg-Bachmann-Preis 12 h 15 : Discussion et buffet Médiations et transferts littéraires / Mediation und Literaturtransfer Modération : Jacques Lajarrige 14 h 00 : Günther STOCKER (Universität Wien, Institut für Germanistik): Literaturtransfer mit Hindernissen. Die Österreichische Gesellschaft für Literatur und ihre DDR-Aktivitäten 14 h 30 : Hélène LECLERC (Université Toulouse Jean Jaurès) : Österreich, die DDR und die Tschechoslowakei in den 1960er Jahren. Trianguläre Kulturbeziehungen im Spiegel der tschechoslowakischen Zeitschrift « Im Herzen Europas » 15 h 00 : Discussion et pause 15 h 30 : Mario KESSLER (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam) : Ernst Fischer und die DDR 16 h 00 : Christoph KAPP (Literaturarchiv der Akademie der Künste, Berlin) : Personen, Institutionen, Konstellationen – Die DDR und Österreich im Literaturarchiv der Akademie der Künste, Berlin 16 h 30 : Discussion Vendredi 20 octobre 2023 Relations entre les éditeurs / Beziehungen zwischen den Verlagen Modération : Günther Stocker 9 h 15 : Siegfried LOKATIS (Universität Leipzig) : Die österreichische Literatur im Verlag Volk und Welt 10 h 00 : Ingrid SONNTAG (Universität Leipzig): Künstler und Intellektuelle der Wiener Moderne im Programm von Reclam Leipzig 10 h 45 : Discussion et pause 11 h 15 : Sebastian KUGLER, (Institut für Germanistik Universität Wien): „So kann kein Verlag existieren“ – der Globus-Konzern zwischen Konkurrenz und Kommunismus 11 h 45 : Stefan MAURER (Literaturhaus Wien) : Die Rache der Provinz. Zur Publikationsgeschichte zweier Linzer Schriftsteller in der DDR: Franz Kain und Karl Wiesinger 12 h 15 : Discussion et buffet Études de cas / Fallstudien Modération : Christoph Kapp 14 h 00 : Walter GRÜNZWEIG (Technische Universität Dortmund) : „Jude sein ist dort nebensächlich“: Fred Wanders Bild der DDR 14 h 30 : Gauthier LABARTHE (Université de Bourgogne) : Irrgang durch die Gegenwelten des Schreibens : Peter Handke und Brigitte Burmeister im Vergleich 15 h 00 : Discussion et pause 15 h 30 : Anna HORAKOVA-KOENIG (Université du Connecticut) : Die Dichter des Prenzlauer Bergs und die Wiener Schule 16 h 00 : Elisabeth KARGL (Nantes Université) : Die österreichische Avantgarde und die DDR 1970-1990 16 h 30 : Alfred PRÉDHUMEAU (UT2J – CREG) : Der Tod und die Autorinnen – Ingeborg Bachmann und Autorinnen in der DDR am Beispiel von Christa Wolf, Maxie Wander und Brigitte Reimann 17 h 00 : Discussion 17 h 30 : Clôture du colloque / Abschlussdiskussion : Jacques Lajarrige Contact Information Univ. Prof. Dr. jacques LAJARRIGE Université Toulouse Jean Jaurès jacques.lajarrige@univ-tlse2.fr Contact Email jacques.lajarrige@univ-tlse2.fr URL

Discourses in/of Disruption, Dresden


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
16.11.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Interdisziplinarität, 

Literatur und Soziologie, 

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies

, und 1 weitere

Erstellt am:
06.10.2023

The 12th annual meeting of the network “ Diskurs – interdisziplinär ” (16–17 November 2023) is dedicated to the multifaceted entanglements of discourse and disruption. It will focus both on discourses in disruption, addressing disruptive subversions of discursive orders and constellations, and discourses of disruption, addressing discursive negotiations of disruptive events. The conference is addressed to researchers from various disciplines, including but not limited to linguistics, literature, sociology, history, political science and philosophy, to discuss theoretical issues and empirical analyses of discourse in/of disruption. A keynote will be held by Lars Koch (Dresden). There will be no conference fees. If you wish to participate (on-site or online), please visit our website . Thursday, 16.11.2023 09:00 – 09:15 Introduction 09:15 – 09:45 Fiona Makulik (Bremen): Nur Widersprüche oder doch diskursive (disruptive) Ereignisse? 09:45 – 10:15 Hanna Völker (Marburg): Sprachthematisierungen und Disruption in einwanderungspolitischen Debatten 10:15 – 10:45 Coffee Break 10:45 – 11:15 Kathrin Hamann & Vanessa Kanz (Magdeburg): „Antisemitismus, ganz normal [?]“ – Diskursive Ereignisse und ihre Auswirkungen auf polizeiinterne Diskursordnungen 11:15 – 11:45 Lena Rebhan (Duisburg-Essen): Diskursive Konstitution terroristischer Akte in der Wikipedia 11:45 – 12:15 Patrick Johnson (Darmstadt): „Das muss Konsequenzen haben!“ – Öffentliche Verantwortungszuschreibungen in parlamentarischen Aushandlungsprozessen 12:15 – 14:00 Lunch Break 14:00 – 14:30 Jonas Trochemowitz (Bremen): The disruptive potential of declarative speech 14:30 – 15:00 Herbert Rostand Nguou (Maroua, Cameroon): Challenging and repairing asymmetric diplomatic relations through disruptive discourse: the case of the Democratic Republic of Congo and Mali 15:00 – 15:30 Alexander Lasch & Sophia Seemann (Dresden): No Experiments!“ Schooling and Digital Transformation 15:30 – 16:00 Coffee Break 16:00 – 17:15 Lars Koch (Dresden): Keynote: Tentative Überlegungen zur disruptiven Kondition der Gegenwart  Friday, 17.11.2023 09:00 – 09:30 Friedrich Markewitz (Paderborn): Tarnschriften als Medien diskursiver Disruption 09:30 – 10:00 Benjamin Schweitzer (Greifswald): Vom „Anti-Väinämöinen“ zum „neuen Sibelius“: Werk und Persönlichkeit der Komponistin Kaija Saariaho als Musterbruch im finnischen Musikdiskurs 10:00 – 10:30 Ramona Plitt (Dresden): Disrupted Urban Discourse? A Linguistic and Body Language Analysis of a Debatable Debate 10:30 – 11:00 Coffee Break 11:00 – 11:30 Karla Schröter (Turku, Finland): Enforcing White governementality in the European court of human rights 11:30 – 12:00 Sagar Ved Sing (Rajastha, India): [Up]setting orders of discourses in Indian tv and digital news media 12:00 – 12:30 Kerstin Roth (Dresden) & Katharina Worms (Heidelberg): A woman becomes poeta laureata: a disruptive event in the literary discourse of the German Enlightenment 12:30 – 12:45 Closing statement and outlook Organisation committee: Hanna Acke (Åbo Akademi University) Silvia Bonacchi (Uniwersytet Warszawski) Mark Dang-Anh (IDS Mannheim) Simon Meier-Vieracker (TU Dresden) Ingo H. Warnke (Universität Bremen) URL

Liquide Formen 1800, Konstanz


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
12.10.2023
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur und andere Künste, 

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies, 

Literatur und Philosophie

, und 4 weitere

Erstellt am:
06.10.2023

Liquide Formen 1800 Internationale literaturwissenschaftliche Tagung, Universität Konstanz, 12.-14. Oktober 2023 Formbegriff und Wasserströme scheinen zunächst gegensätzlichen, wenn nicht gar sich ausschließenden Denk- bzw. Phänomenbereichen anzugehören. Wo Form als konturiertes und integriertes Gebilde verstanden wird, muss liquide Bewegung immer schon sistiert sein, so wie sich Wasser umgekehrt durch Gestaltlosigkeit auszeichnet, das sich zwar einfassen, aber selber nicht formieren lässt. Gegenüber einer solchen Divergenz von Form und Fluidum ist für die Sattelzeit um 1800 ein Konzept der endogenen Form (Wellbery) profiliert worden, welches Form prozessual als Explikation der Idee in der Erscheinung begreift und diese Formdynamik zugleich im Phänomenbereich liquider Umwelten verankert: Ästhetik, Morphologie, Naturphilosophie und romantische Poetik zeichnen sich unisono dadurch aus, dass sie ihren Formbegriff als ‚Hemmung‘ bzw. ‚Rückstau‘ einer entgrenzten Strombewegung konfigurieren und Form derart verzeitlichen. Damit ist die Differenz zwischen eidetisch-platonischer und endogen-romantischer Form auch und insbesondere an einem divergenten Verhältnis zu fluiden Verläufen festzumachen: Während in der Antike das Heraklit zugeschriebene Diktum des panta rhei („Alles fließt“) die flüchtige und fließende Zeit exemplifiziert, die indessen von keiner Form restlos eingeholt werden kann, rückt in der Moderne die Zeitlichkeit bzw. der Widerstand, der ihrem Fluss entgegengebracht wird, zum Paradigma von „Theorien vom Formwandel“ (Geulen) auf. Wie dynamische Formmodelle über Arbeit am Liquiden ihre energetischen Ökonomien regulieren, ist aus literatur- wie kulturwissenschaftlicher Perspektive Untersuchungsgegenstand der Tagung. Wie tarieren um 1800 Literatur, Kunst und ihre Theorien das Formideal dynamischer Prozessualität am Gefälle fluider Bewegungen aus? Inwiefern geht die „Verflüssigung aller Formverhältnisse“ (Schneider/Vogel) mit einer Neukonzeptionalisierung von Rhythmus und Metrik einher? In jedem Fall steht der Pluralisierung von Formkonstellationen ein breites Spektrum an ‚Liquiditätsszenarien‘ zur Verfügung, an denen sie sich durchdeklinieren lassen: Wasserkreislauf und ozeanische ‚Allnatur‘, reißende und stehende Gewässer, Katarakt und Austrocknung, Überflutungsphantasien und Deichkonstruktionen, Quellareale und Brunnenarchitekturen, Spiegeleffekte und Opazitätsschwellen. Damit lässt sich die Emergenz eines Formpluralismus um 1800 nicht nur auf eine Diversität ‚aquatischer Spielräume‘ abbilden. Zu berücksichtigen ist gleichfalls der ingenieurstechnische Fortschritt der Wasserbaukunst (Blackbourn), der systematisch die Trockenlegung von Sümpfen und Rektifizierung von Flussläufen erlaubt und damit Natur selbst als formbare Ressource in den Blickpunkt rückt. Programm 12.10. 2023 14:30 Empfang 15:00 – 15:30 Lars Friedrich, Florian Schneider, Juliane Vogel: Einführung 15:30 – 16:30 Lars Friedrich: Das strömende Gefälle der Ode. Zur Vorgeschichte einer Lyrik in Freien Rhythmen 17:00 – 18:00 Philipp Lammers: Metrik und Hydraulik im Fabelgarten von Versailles 18:00 – 19:00 Konstantin Sturm: Aporien des Liquiden. Anmerkungen zu einer fabeltheoretischen Kontroverse in Johann Jakob Breitingers „Critischer Dichtkunst“ 13.10.2023 9:00 – 10:00 Florian Schneider: Flussumkehr. Zum Lauf der Geschichte bei Schiller 10:00 – 11:00 Alexander Honold: Poetische Aggregatzustände in Hölderlins Stromdichtungen 11.30 – 12:30 Richard Heinrich: Eile und Hemmung in Hölderlins Rheinhymne 13:30 – 14:30 Juliane Vogel: „Achill kämpft mit den Flüssen.“ Formen und Fluten in den Weimarer Preisaufgaben 1799 -1804 14:30 – 15:30 Cornelia Zumbusch: West-östliche Wasserwirtschaft. Goethes Arbeit an den Formen der Dichtung 16:00 – 17:00 Eva Geulen: „Schöpft des Dichters reine Hand / Wasser wird sich ballen“. Überlegungen im Ausgang von Goethes „Lied und Gebilde“ Abendvortrag 18:00 – 19:00 David Wellbery: Fließendes als Moment der Formdynamik. Zur leiblich-affektiven Dimension einiger Goetheverse 14.10. 2023 9:00 – 10:00 Philipp Ekardt: Fluss und Fassung. Bewegte Form in Lady Hamiltons „Attitudes“ 10:00 – 11:00 Roland Borgards: Fassung finden, Form verlieren. Karoline von Günderrodes „Aegypten“, „Der Nil“ und „Ein apokaliptisches Fragment“ 11:30 – 12:30 Sebastian Meixner: Narratives Überfließen. Zur Liquidierung der Form in „Die Leute von Seldwyla“ 12:30 – 13:30 Elisa Ronzheimer: Formen des Fluiden in der Literatur der „Neuen Empfindsamkeit“ Die Tagung wird gefördert von der DFG und der Universität Konstanz. Contact Information PD Dr. Florian Schneider, Universität Konstanz, Fachbereich Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften PD Dr. Lars Friedrich, Universität Konstanz, Fachbereich Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften Contact Email florian.schneider@uni-konstanz.de

Nouveaux savoirs du monde/Savoirs du Nouveau Monde : encyclopédisme, processus de traduction et réorganisations du savoir au siècle des Lumières


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
12.10.2023
Beitrag von:
Carla Dalbeck
Forschungsgebiete

Literatur aus Nordamerika, 

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies, 

Literatur der Frühen Neuzeit (14. und 15. Jh.)

, und 3 weitere

Erstellt am:
04.10.2023

Geographischem und anthropologischem Wissen über die außereuropäische Welt kam im 18. Jahrhundert eine besondere Bedeutung zu. Enzyklopädische Wissenssammlungen wie Reisekompendien, Kolonialhistorien, Universal- und Sachwörterbücher versammelten, ordneten und disponierten entsprechende Wissensbestände. Über das allgemeine Erkenntnisinteresse der Aufklärung hinaus ist dies vor dem Hintergrund handels- und kolonialpolitischer Interessen zu denken sowie der Bedeutung, die ‚fremden‘ Kulturen für die philosophische Reflexion über die Ordnungen der Welt und die ‚eigenen‘, europäischen Gesellschaften zukam. Nicht selten wurden enzyklopädische Werke zu vielrezipierten Bestsellern, die in unterschiedliche europäische Sprachen übersetzt wurden. Geographisches und anthropologisches Wissen zirkulierte folglich in einem transnationalen und transkulturellen Raum, der sich über Gesamteuropa und bis nach Übersee erstreckte. Im Zuge ihrer Übersetzung erfuhren die Wissensbestände eine Korrektur und Erweiterung, die oftmals zielkulturell motiviert war. Auch das epistemologische Verständnis wandelte sich im Verlauf des Jahrhunderts: Augenzeugenschaft und Empirie wurden eine immer stärkere Bedeutung zugemessen. Dies führte zu Verschiebungen hinsichtlich der Wissensproduzenten. Empirisches Anschauungswissen trat in Konkurrenz zu den kompilatorisch-philologischen Verfahren der Lehnstuhlgeographen und „armchair philosophers“; die Perspektive des außereuropäischen ‚Anderen‘ erfuhr zunehmend Berücksichtigung. Für die jungen Nationen bzw. die an der Schwelle zur Unabhängigkeit stehenden Länder des amerikanischen Doppelkontinents verband sich die Publikation von Wissenskompendien mit Prozessen der Autonomisierung von der (ehemaligen) kolonialen Metropole, mit Wortergreifung und der Entwicklung eines eigenständigen, nationalen Wissensraums. Eine Online-Teilnahme an der Tagung ist möglich. Für die Zusendung der Zugangsdaten bitte eine kurze Notiz an: susanne.greilich@ur.de