Medien, Landschaft und globale Reiseliteratur. Workshop anlässlich des DAAD-Fellowship von Prof. Dr. Caroline Schaumann, Universität Vechta


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
10.07.2024
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Ecocriticism, 

Literatur und Geographie/Kartographie, 

Reiseliteratur

Erstellt am:
24.06.2024

Medien, Landschaft und globale Reiseliteratur Workshop anlässlich des DAAD-Fellowship von Prof. Dr. Caroline Schaumann Universität Vechta, 10.07.2024 – 17.30 Uhr, N 118 13.30 – 14.10 Walter Erhart (Universität Bielefeld) Keine Landschaft, nirgends. Chamissos Weltreise und die Vermeidung von ‚Nature Writing‘ 14.10 – 14.50 Caroline Schaumann (Emory University Atlanta/GA) Abbildungen und Abgründe der frühen Alpengeologie: Louis Agassiz und die Schlagintweit Brüder 14.50 – 15.15 Pause 15.15 – 15.50 Gesa Mackenthun (Universität Rostock) Wastelanding und Überfluss. Die Ästhetik kolonialer Landnahme in Nordamerika 15.50 – 16.30 Christoph Schaub (Universität Vechta) Zwischen Globalem und Planetarem: Weltbeziehungen, Medien und Landschaften bei Kracht/Nickel und Ransmayr 16.30 – 16.40 Pause 16.40 – 17.15 Gabriele Dürbeck (Universität Vechta) Gestörtes Gelände. Karstslandschaften und ihr Gedächtnis bei Robert Macfarlane und Jan Röhnert

„‚Tipping Points‘. Balanceakte in der Literatur und Kultur“, Bergische Universität Wuppertal (28. Juni 2024)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
28.06.2024
Beitrag von:
Ben Sulzbacher
Forschungsgebiete

Digital Humanities, 

Literaturgeschichtsschreibung (Geschichte; Theorie), 

Literaturtheorie

, und 11 weitere

Erstellt am:
24.06.2024

In Zeiten großer Unsicherheit ob der (In-)Stabilität von Strukturen aller Arten sehen sich die Literatur- und Kulturwissenschaften mehr denn je mit Fragen nach Verantwortung, Abhängigkeiten und Verletzlichkeit konfrontiert: Die Verstrickung von menschlichem Leben und anderen Lebensformen wird zunehmend komplexer (vgl. Tsing 2015), der anthropozäne Mensch ist selbst längst zur Naturgewalt geworden (vgl. Horn/Bergthaller 2019: 59). Wie schon Gladwell (2001) herausstellt, sind die Beispiele für Kontexte, in denen der sprichwörtliche Tropfen das Fass zum Überlaufen gebracht hat, zahlreich; seien es der Klimawandel, politische Entwicklungen und Konflikte oder Balanceakte auf kleinerer, persönlich-individueller Skala. Diese und andere Themen haben Eingang in vielgestaltige Narrationen gefunden (Romane, filmische Erzeugnisse, Games etc.), die es sich zu untersuchen lohnt. Diese Tipping Points (Kipppunkte) sind oftmals nur vage bzw. intuitiv bestimmbar. Auch eine präzise Definition gestaltet sich schwierig, sodass eine disziplin- und phänomenübergreifende Bestimmung bislang nicht auszumachen ist. Weit gefasst bezeichnen Tipping Points „Momente[], an denen ein quantitativer Zuwachs in einen qualitativ anderen Zustand umschlägt“ (Horn/Bergthaller 2019: 211). Ähnlich wertfrei definiert das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache den Kipppunkt als „Ausgangspunkt bzw. Abschnitt in einer Entwicklung, ab dem bestimmte Prozesse sich selbst beschleunigen, außer Kontrolle geraten und nicht mehr rückgängig zu machen sind; Punkt, bei dessen Überschreiten ein System aus dem Gleichgewicht gerät“ (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache 2024). Anderen Bestimmungsversuchen gegenüber bieten diese Ansätze den Vorteil, dass sie sowohl ‚positiven‘ als auch ‚negativen‘ Tipping Points Rechnung tragen. Denn im Gegensatz zu dem alltagssprachlich häufig negativ konnotierten Begriff betrachtet etwa die Soziologie, die das Konzept bereits in den 1950er Jahren etabliert hat (vgl. Grodzins 1957), in den vergangenen Jahren vermehrt positive Tipping Points und analysiert mögliche Trigger, die ein gesellschaftlich ‚wünschenswertes‘ Verhalten bekräftigen können (vgl. Lenton u. a. 2022). Die Literatur und andere Künste sind für die Erprobung gesellschaftlicher Prozesse besonders prädestiniert: Sie können als Versuchsanordnungen dienen und so Potenziale, Versäumnisse und Gefahren aufzeigen. Mit Blick auf bestimmte Gattungen kann gegenwärtig ein hohes Aufkommen entsprechender Thematiken beobachtet werden. Vom autobiografischen und ‑fiktionalen Erzählen (Benjamin von Stuckrad-Barre: Noch wach? ) über Science Fiction (Raphaela Edelbauer: DAVE ) bis hin zu Climate Fiction (Roman Ehrlich: Malé ) bzw. Social Fiction (Sibylle Berg: GRM ) – die Liste literarischer Beispiele allein aus dem deutschsprachigen Raum ist schier unendlich und zeigt, dass Formen des Erzählens einem Prozess der Entwicklung unterliegen. Auch nicht-menschlichen Perspektiven wird angesichts akuter Problemlagen eine Stimme verliehen und „intentionale Handlungsmacht“ bzw. „kausale Wirkmacht“ zugestanden (Horn/Bergthaller 2019: 63). Auf diskursiver Ebene – in Hinblick auf den literarischen Markt und seine Wirkung – präsentiert sich Text als literarisch fixierte Momentaufnahme gesellschaftlicher (Wertungs‑)Prozesse (Kim de l’Horizon: Blutbuch ). Veranstaltungsort ist: die börse Wuppertal Wolkenburg 100 42119 Wuppertal Programm: 11:30 Ankunft 11:40 Begrüßung 1 1:45 – 12:15 Camille Englert„Seiltanz in der ‚Eva der Zukunft‘ von Villiers de l’Isle-Adam“ 12:20 – 12:40 Jens Niklas van Laack „Wolodymyr Selenskyj: Reden gegen den Krieg; ein Tipping Point?“ 12:45 – 13:15 Bernhard Hertlein „Kipppunkt erkennen, Kipppunkt verhindern – Eine Herausforderung für Literatur und Literaturwissenschaft“ 13:15 – 13:55 Mittagspause 13:55 – 14:15 Paula Seifert „Modernisierung, Militarismus und Widerstand – Tipping Points in Kurt Tucholskys Gedicht ‚Arbeit tut not –!‘“ 14:20 – 14:40 Kathrin Ziolkowski „KI in der Arbeitswelt am Beispiel von Tesla“ 14:45 – 15:15 Sören Barkey „Mimikry und Maskerade – Formen von Tarnung und Täuschung hinsichtlich der Irreversibilität gesellschaftlicher und erdsystemischer Kipppunkte in Eckhart Nickels ‚Hysteria‘ und Karen Duves ‚Macht‘.“ 15:15 – 15:45 Kaffee 15:45 – 16:15 Marco Maffeis „Die Peripetie als Tipping Point und der Barbie-Film als klassisches Drama? Ein vergleichender Stresstest“ 16:20 – 16:40 Kubilay Cumur „Gemeinsam gegen das Böse: Der Schwur im Klub der Verlierer“ 16:45 – 17:05 Said Nom „Vom Chemielehrer zum Drogenbaron-Tipping Points zur Charakterentwicklung von Walter White in ‚Breaking Bad‘“ 17:05 Abschluss

Literary Value: Artistic, Academic and Critical Practices / Annual Conference of the EXC 2020 »Temporal Communities«


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
03.07.2024
Beitrag von:
Alexandra Ksenofontova
Erstellt am:
18.06.2024

Der Exzellenzcluster »Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective« lädt Sie sehr herzlich zu seiner Jahrestagung am 3.–5. Juli im Literarischen Colloquium Berlin ein. Die Tagung findet unter dem Titel »Literary Value: Artistic, Academic and Critical Practices« statt und umfasst neben Panels und Keynotes diverse weitere Formate, von Workshops und zahlreichen Roundtables bis zu künstlerischen Beiträgen und einem Raw Material Picnic. Das vollständige Tagungsprogramm finden Sie beigefügt als Flyer oder auf der Konferenzwebsite unter https://ift.tt/l8SPnxL . Um Anmeldung wird gebeten: bis zum 30. Juni an literary-value@temporal-communities.de . The Cluster of Excellence »Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective« is delighted to invite you to its annual conference, which will take place on July 3–5 at the Literarisches Colloquium Berlin. The conference is titled »Literary Value: Artistic, Academic and Critical Practices« and includes a variety of different formats, from panels, keynotes, and workshops to roundtables, artistic contributions, and a raw material picnic. You can find the full conference program attached or on the conference website: https://ift.tt/l8SPnxL . Please make sure to register by June 30 by emailing us at literary-value@temporal-communities.de .

Werther-Transformationen. Transnationale Konstellationen, Diskurse, Medien im 18. und 19. Jahrhundert, Weimar


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
04.07.2024
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur des 18. Jahrhunderts, 

Literatur des 19. Jahrhunderts

Erstellt am:
14.06.2024

Werther-Transformationen Transnationale Konstellationen, Diskurse, Medien im 18. und 19. Jahrhundert Weimar, 4. bis 7. Juli 2024 Tagungsort: Goethe-Nationalmuseum, Festsaal Frauenplan 1, 99423 Weimar Wissenschaftliche Leitung: Mark-Georg Dehrmann (Humboldt-Universität zu Berlin) Carsten Rohde (Sun Yat-sen Universität Guangzhou) Kontakt bei Fragen über Kerstin Krull (kerstin.krull@hu-berlin.de). In Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar Mit Unterstützung der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) Die Tagung ist öffentlich, die Teilnahme kostenfrei Goethes Briefroman Die Leiden des jungen Werthers erschien zuerst 1774, vor 250 Jahren. In den folgenden Jahrzehnten entfaltete er ungeheuer reiche, internationale Wirkungen. Der Roman wurde vielfach übersetzt, literarisch imitiert, fortgeschrieben, parodiert, kommentiert, interpretiert, dramatisch, lyrisch oder musikalisch adaptiert, in Bildmedien dargestellt. Seine Figuren, deren Bilder selbst Waren wie Teeservices oder Handschuhe schmückten, wurden zu populären Mythen einer beginnenden Kultur der Massenmedien. Den internationalen Transformationen des Romans und seiner Gestalten in den ersten 100 Jahren nach Erscheinen möchte die Tagung in 18 Vorträgen und einer Podiumsdiskussion nachgehen. Programm Do., 4.7.2024 15.00-15.30 Begrüßung und Einführung Helmut Heit, Mark-Georg Dehrmann, Carsten Rohde Diskurse 15.30-16.15 Erika Thomalla (LMU München): Fortgesetzte Leiden. Werther-Fanfiction 16.15-16.45 Kaffeepause 16.45-17.30 Joanna Raisbeck (Università degli Studi di Verona): „Der junge Mensch hatte Anlagen zu einem politischen Werther dieser Zeit“. Zur Werther-Rezeption vor 1848 17.30-18.15 Toni Tholen (Universität Hildesheim): Werther als Schlüsselfigur moderner Männlichkeit 19.00 Gemeinsames Abendessen Fr., 5.7.2024 Diskurse (Fortsetzung) 9.30-10.15 Birgit Tautz (Bowdoin College Portland): Transformationen als Übertragung. Werther zwischen Buch und sentimentalem Stil 10.15-10.45 Kaffeepause 10.45-11.30 Carsten Rohde (Sun Yat-sen University Guangzhou): Werther, der Spätromantiker. Zur Darstellung eines Figurentypus in Literaturgeschichten der 1830er bis 70er Jahre Medien und Gattungen 11.30-12.15 Ethel Matala de Mazza (Humboldt-Universität zu Berlin): Komödie des Irren. Werther im Vaudeville 12.15-14.30 Mittagspause 14.30-15.15 Florian Trabert (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf): Jenseits von Massenet. Das erste Jahrhundert musikalischer Werther-Adaptionen 15.15-16.00 Christiane Holm (Martin-Luther-Universität Halle): Werther im Gebrauch. Praxeologische Überlegungen zur Beziehung von Literatur und Dingkultur 16.00-16.30 Kaffeepause 16.30-17.15 Evanghelia Stead (Université de Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines): Magic Lantern and Kaleidoscope. On Image and Image-Making in Goethe’s Werther and its Visual Reception 18.00-19.30 Öffentliche Podiumsdiskussion: Werther forever? Tradition und Zukunft eines Mythos Elena Agazzi (Università di Bergamo), Lothar Müller (Süddeutsche Zeitung), Sandra Richter (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Jan Süselbeck (Norwegian University of Science and Technology Trondheim) Moderation: Stefan Matuschek (Friedrich-Schiller-Universität Jena) 19.30 Stehempfang mit Fingerfood und Getränken im Foyer des Goethe-Nationalmuseums Sa., 6.7.2024 Medien und Gattungen (Fortsetzung) 9.30-10.15 Johannes Schmidt (Humboldt-Universität zu Berlin): Gräberpoesie. Werther als Motor transnationaler lyrischer Traditionsbildung 10.15-10.45 Kaffeepause 10.45-11.30 Jin Yang (Sun Yat-sen University Guangzhou): Wilhelm-Metamorphosen und Werther-Spuren in deutschsprachigen Erzählwerken des 19. Jahrhunderts Länder und Sprachräume 11.30-12.15 Barry Murnane (University of Oxford): Verschwindende Spuren einer monströsen Empfindsamkeit. Werther und Frankenstein von Shelley bis Branagh 12.15-14.30 Mittagspause 14.30-15.15 Roman Lach (Keimyung University Daegu): „Les maladies de l’imagination dans notre siècle“. Einbildungskraft und Politik in der französischen Werther-Rezeption 15.15-16.00 Marco Castellari (Università degli Studi di Milano): Wertherismi. Ein Jahrhundert italienischer Werther-Transformationen – intertextuell, interkulturell und intermedial 16.00-16:30 Kaffeepause, anschließend Gelegenheit zu individuellen Aktivitäten 19.00-20.00 Öffentlicher Abendvortrag zum 250. Jubiläum von Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers Ernst Osterkamp (Berlin): Liebes Schattenbild. Portrait einer Unbekannten So., 7.7.2024 Länder und Sprachräume (Fortsetzung) 9.30-10.15 Mark-Georg Dehrmann (Humboldt-Universität zu Berlin): Looking for Lotte – Spin offs in weiblichen Perspektiven 10.15-10.45 Kaffeepause 10.45-11.30 Paula Wojcik (Universität Wien): Von Werther zum polnischen Wertherismus. Eine Spurensuche in Romanen am Beginn des 19. Jahrhunderts 11.30-12.15 Václav Smyčka (Czech Academy of Sciences Prag): Werther an der konfessionellen und nationalen Grenze – der Fall Böhmen 12.15-13.00 Abschlussdiskussion Contact Information Für organisatorische Fragen: Kerstin Krull, Institut für deutsche Literatur, HU Berlin Contact Email kerstin.krull@hu-berlin.de

Krisen als Impulse für die Germanistik? Überlegungen, Untersuchungen, Reflexionen, Seoul


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
28.06.2024
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Ecocriticism, 

Interdisziplinarität

, und 2 weitere

Erstellt am:
14.06.2024

Krisen als Gegenstand der wissenschaftlichen Auseinandersetzung haben in der germanistischen Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft eine lange Tradition: Grimmelshausens Simplicissimus Teutsch (1668) thematisiert den Dreißigjährigen Krieg, Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten (1794-5) die Französische Revolution, und während seiner sogenannten Kant-Krise (1800-01) überkamen Heinrich von Kleist fundamentale Zweifel an der Verlässlichkeit empirischen Wissens. Die Sprachkrise um 1900 findet ihren Niederschlag in Hoffmannsthals Brief an Lord Chandos (1902), Adornos und Horkheimers Dialektik der Aufklärung (1944) thematisiert die Krise des rationalen Denkens, die Lyrik Paul Celans den Zivilisationsbruch des Holocaust, Günter Grass’ Roman Die Rättin (1986) die atomare Bedrohung … die Zahl der Beispiele ließe sich nahezu beliebig vermehren. Historisch-etymologisch betrachtet bezeichnet das Wort Krise (von griech. krísis: Streit, Urteil, Entscheidung, Wendepunkt) in der antiken Medizin „die finale Phase des Krankheitsprozesses mit der Wendung zu Gesundung oder Sterben“ (Steg 2020, 425). Auf so unterschiedliche Bereiche wie Politik, Rechtswissenschaft, Soziologie und Theologie übertragen, impliziert der Begriff die Existenz „zugespitzte[r] Alternativen, die keine Revision mehr zul[ass]en: Erfolg oder Scheitern, Recht oder Unrecht, Leben oder Tod, schließlich Heil oder Verdammnis“ (Koselleck 2006: 204). Bereits im Jahr 1982 erklärt Reinhart Koselleck das Konzept der Krise zur „strukturellen Signatur der Neuzeit“ (627), während der Philosoph Paul Ricœur gar von einer „permanente[n] Struktur der conditio humana“ (1986: 53) spricht. Die Geschichte scheint Ricœur Recht zu geben, denn im Jahr 2023 ist die Krise zum Dauerzustand geworden: Klimakrise, Flüchtlingskrise und Finanzkrise beeinflussen und verschärfen einander; Populisten stellen die Demokratie und Verschwörungstheoretiker Grundannahmen der Weltwahrnehmung in Frage. Die Corona-Pandemie hat nicht nur das Vertrauen in die Stabilität des gesellschaftlichen Zusammenlebens erschüttert, sondern auch zu tiefer persönlicher Verunsicherung geführt: Das Gefühl, in einem dauerhaften und allgegenwärtigen Krisenzustand zu leben, bildet für viele Menschen eine immer größere seelische Belastung, die selbst krisenhafte Züge annimmt. Diese fundamentale Krisenhaftigkeit der menschlichen Existenz wird zum Gegenstand der Germanistik, sofern ihre konkreten Ausprägungen eben auch in deutschsprachigen Äußerungen, Werken der deutschen Literatur oder Diskursen zum Ausdruck kommen, die die deutsche Kultur und Gesellschaft betreffen. Zugleich aber liegt es in der Natur globaler Krisen, dass ihre Wirkungszusammenhänge und Implikationen weit über den begrenzten Bereich einer Nationalsprache, ihrer Literatur und Kultur hinausweisen. Diese Tagung setzt sich aus interkultureller und interdisziplinärer Perspektive mit dem Thema der Krise auseinander. In Beiträgen aus der germanistischen Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache erörtern Kolleginnen und Kollegen aus Asien, Afrika, Nordamerika und Europa eine Vielzahl verschiedener Aspekte dieses komplexen Themas. Genauere Informationen zu Anmeldung und Anreise finden Sie unter gig.snu.ac.kr Contact Information Dr. Christian Baier Contact Email cbaier@snu.ac.kr URL gig.snu.ac.kr Attachments Programm „Krisen als Impulse für die Germanistik?“

Literatur und Podcast. Inszenierungsformen – Rezeptionsmodelle – Wissenskommunikation, Würzburg


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
27.06.2024
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur und Medienwissenschaften, 

Intermedialität

Erstellt am:
14.06.2024

Interdisziplinäre Tagung: Literatur und Podcast. Inszenierungsformen – Rezeptionsmodelle – Wissenskommunikation (27.–29. Juni 2024, Schelling-Forum in Würzburg) Organisation: Prof. Dr. Stephanie Catani, Sonja Schmalenberger, David Selzer (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte) Ende Juni 2024 veranstaltet der Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte eine interdisziplinäre Tagung, der es um die multiperspektivische Erforschung des intermedialen Zusammenspiels von Literatur und Podcast, eines in der Praxis prominent vertretenen, dabei wissenschaftlich gänzlich unerforschten Gegenwartsphänomens, geht. Die Tagung berücksichtigt die Gattung des Podcasts als medialen Kommunikations- und Diskursraum sowie als Marketinginstrument. Untersucht wird die Funktion des Podcasts als Gatekeeper im Literaturbetrieb der Gegenwart und als Instrument der Wissenskommunikation und -vermittlung – sowohl aus literatur- und medienwissenschaftlichen als auch aus literaturdidaktischen Perspektiven. Die Tagung bringt systematisch-theoretische Untersuchungen zum Verhältnis von Literatur und Podcast sowie exemplarische Analysen konkreter, auch fremdsprachiger Podcasts und ihrer Wirkungsmechanismen zusammen. Die Tagung wird von Donnerstag, den 27. Juni, bis Samstag, den 29. Juni 2024, in den Räumen des Schelling-Forums (Klinikstraße 3, 97070 Würzburg) stattfinden, das, 2021 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Würzburg gegründet, ein Ort des Austausches und der Wissenschaftsvermittlung ist. Studierende und alle interessierten Besucher:innen sind herzlich willkommen! Donnerstag, 27. Juni 2024 14.00–14.30 Uhr: Begrüßung und Einführung durch Prof. Dr. Stephanie Catani, Sonja Schmalenberger und David Selzer 14.30–15.15 Uhr: Dr. Elisabeth Weiß-Sinn (Würzburg): Als der Podcast noch jung war. Formen des Literaturresorts des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vor 2010 15.30–16.15 Uhr: Dr. des. Tillmann Heise (Paderborn): Labern als Beruf? Schriftsteller:innen-Intellektuelle in Podcasts 16.15–17.00 Uhr: Prof. Dr. Juliane Blank (Freiburg): Frau Autor. Genderspezifische Strategien der Fremd- und Selbstinszenierung weiblicher Autorschaft im Podcast 17.30–19.00 Uhr: Podcast-Werkstatt. Gespräch mit den Podcaster:innen Jana Eckardt (Kannst du mir folgen?), Dr. Guido Graf (Litradio), Ludwig Lohmann (blauschwarzberlin) und Julia Ritter (Die Buch) Freitag, 28. Juni 2024 9.30–10.15 Uhr: Sonja Schmalenberger (Würzburg): Meinungsstarke Laien? (Selbst‑)Inszenierungen von Leser:innen im Podcast 10.15–11.00 Uhr: Prof. Dr. Elke Wagner (Würzburg): Podcasts in intimisierter Öffentlichkeit 11.30–12.15 Uhr: Dr. Kay Wolfinger (München): Eins zu Eins. Literatur? Kontexte der Literaturgespräche des Podcasts Eins zu Eins. Der Talk (BR 2) 12.15–13.00 Uhr: Dr. Guido Graf (Hildesheim): Gegenwart erforschen. Litradio als kollektives Podcast-Labor 14.30–15.15 Uhr: Prof. Dr. Kirsten Sandrock (Würzburg): “The Isle is Full of Noises”. Shakespeare’s Podcast Globe 15.15–16.00 Uhr: Prof. Dr. MaryAnn Snyder-Körber (Würzburg): Radio Dada. PennSound und die Paradoxie einer institutionellen Avantgarde 16.30–17.15 Uhr: Prof. Dr. Thomas Wortmann und Dr. Sandra Beck (Mannheim): Von Scripted-Reality-TV zum True-Crime-Podcast und auf die Bestsellerlisten. Überlegungen zur Ästhetik und Ethik eines Medienwechsels 17.15–18.00 Uhr: Nicolas Paulus (Hamburg): Subvertiertes True Crime. Bret Easton Ellis’ The Shards Samstag, 29. Juni 2024 9.00–9.45 Uhr: Prof. Dr. Juliane Tauchnitz (Würzburg): Littéramours und Co. Französische Literatur als Gegenstand deutscher Podcasts 9.45–10.30 Uhr: Samuel Müller (Berlin): Inszenierungsformen ‚neurechter‘ Literatur-Podcasts 11.00–11.45 Uhr: David Selzer (Würzburg): Literaturgeschichte(n) im Podcast. Wissensvermittlung zwischen Fakt und Fiktion 11.45–12.30 Uhr: Dr. Roberto Hübner (Würzburg): Gespräche über Literatur in Podcasts – Überlegungen zu didaktischen Potenzialen eines ‚jungen‘ Mediums 12.30 Uhr: Abschlussdiskussion und Verabschiedung Contact Information Prof. Dr. Stephanie Catani, Sonja Schmalenberger, David Selzer Universität Würzburg Institut für Deutsche Philologie Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte Am Hubland, Raum 4.O.8 D-97074 Würzburg Telefon: +49 (0) 931 31-88610 | – 85640 (Sekretariat: Gabriele Knies) Contact Email david.selzer@uni-wuerzburg.de URL

Schwarze deutsche Literatur und ihre Vermittlung. Ästhetik, Politik, Kanonkritik | Online


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
24.06.2024
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literaturgeschichtsschreibung (Geschichte; Theorie), 

Postkoloniale Literaturtheorie

, und 3 weitere

Erstellt am:
10.06.2024

Schwarze deutsche Literatur und ihre Vermittlung. Ästhetik, Politik, Kanonkritik Online-Workshop (Zoom) Montag, 24.6.2024, 10-17 Uhr Organisation: PD Dr. Lily Tonger-Erk, Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit Prof. Dr. Franziska Bergmann, FAU Erlangen-Nürnberg In den letzten Jahren hat sich die Präsenz deutschsprachiger Gegenwartsliteratur von Schwarzen Autor*innen im literarischen Feld deutlich verstärkt: Romane wie Olivia Wenzels 1000 Serpentinen Angst oder Sharon Dodua Otoos Adas Raum sind in den Fokus der literarischen Diskussion gerückt. Auszeichnungen wie der Ingeborg-Bachmann-Preis für Otoo oder der Friedenspreis des Buchhandels für Tsitsi Dangarembga sorgen für mehr Aufmerksamkeit. Festivals wie „Resonanzen – Schwarzes Internationales Literaturfestival“, das 2024 bereits zum dritten Mal Teil der Ruhrfestspiele Recklinghausen war, machen die Vielfältigkeit Schwarzer Perspektiven und Poetiken sichtbar. Und an US-amerikanischen wie deutschen Universitäten etablieren sich die Black German Studies zunehmend als transdisziplinäres Forschungsfeld, das die langjährige afrodiasporische Präsenz in Deutschland erschließt und ihre Literaturtraditionen bzw. ästhetischen „Interventionen“ erforscht. Die Forderung, im Literaturbetrieb nicht-weiße Autor*innen und Positionen vermehrt zu sehen und sichtbarer zu machen, ist die Antwort auf eine langwährende Praxis gesellschaftlicher Marginalisierung, die sich auch in vermeintlich objektiven Kriterien literarischer Valorisierung niederschlug. Die Black-Lives-Matter-Proteste im Jahr 2020 haben ein Bewusstsein für institutionellen Rassismus in Deutschland in breitere Bevölkerungsschichten getragen und zum Nachdenken darüber angeregt, wie der deutsche Literatur- und Theaterbetrieb sein Weißsein reflektieren und fehlender Diversität begegnen kann. Und dennoch bleibt viel zu tun, wie Sharon Dodua Otoo 2022 feststellt. Weil es noch „nicht genug Schwarze Autor_innen gibt, die in großen Verlagen veröffentlicht werden, die rezensiert werden, die zu Lesungen und Literaturveranstaltungen eingeladen werden, die Literaturpreise erhalten“ [1] , müsse eine politisch-aktivistische Dimension die ästhetische ergänzen. Der Workshop erkundet das dynamische Feld der Literaturvermittlung in Bezug auf Schwarze deutsche Literatur: Welche Rolle spielen identitätspolitische Kriterien in Bezug auf die Vermittlung von Literatur? Inwiefern öffnen sich deutsche Verlage zunehmend für marginalisierte Stimmen? Welche politischen Ziele sind mit einer dezidiert antirassistischen Verlagsarbeit verbunden? Welche Erfahrungen, Perspektiven und ästhetische Positionen gilt es sichtbarer zu machen? Nach welchen Kriterien werden Festivals wie „Resonanzen“ oder die „Popup-Werkstatt Schwarze deutsche literarische Perspektiven“ kuratiert? Wie verändert sich die Selbstwahrnehmung in der neueren Schwarzen deutschen Literatur? Und was muss noch getan werden, damit marginalisiertes Wissen „seinen Weg von exklusiven Safer Spaces in Räume und Formate der Gesamtgesellschaft“ [2] findet? Der Online-Workshop findet im Rahmen eines transregionalen Lehrprojekts an der Universität Duisburg-Essen sowie der FAU Erlangen-Nürnberg statt. Interessierte Gäste sind willkommen. Sie erhalten gerne den Link nach Ihrer Anmeldung (bitte mit Klarnamen und Institution) unter literaturvermittlung@gmail.com . Programm 24.6.2024 10.00 Uhr Lily Tonger-Erk und Franziska Bergmann: Begrüßung 10-12 Uhr Tatjana Niederberghaus (Verlegerin Unrast Verlag und Projektleiterin „Resonanzen – Schwarzes Internationales Literaturfestival/Ruhrfestspiele Recklinghausen“): Antirassistische Verlagsarbeit. Politische Ziele und praktische Strategien 13-15 Uhr Yeama Bangali (Literaturwissenschaftlerin und Kuratorin der „Popup-Werkstatt Schwarze deutsche literarische Perspektiven“): (Un)sichtbare Literaturtraditionen? Schwarze Ästhetiken in der deutschsprachigen Literatur und die Bedeutung von Literaturfestivals 15-17 Uhr Melanelle B. C. Hémêfa (Performing Poetess, Autorin und Consultant für DEI & Empowerment): „O le gbo gnea“. Lesung und Diskussion [1] Sharon Dodua Otoo, Jeannette Oholi (Hg.): Resonanzen. Schwarzes Literaturfestival. Ruhrfestspiele Recklinghausen, 19.-21. Mai 2022. Eine Dokumentation. Leipzig 2022, S. 18. [2] Noah Anderson, Kevin Junk (Hg.): Parabolis Virtualis 3: Neue, queere Lyrik. Berlin 2023, S. 92. Contact Information PD Dr. Lily Tonger-Erk Universität Duisburg-Essen Contact Email lily.tongererk@uni-due.de

Interdisziplinäres Kolloquium für (Post-)Doktorand:innen in den Postcolonial und Gender Studies


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
20.06.2024
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Gender Studies/Queer Studies, 

Postkoloniale Literaturtheorie

Erstellt am:
10.06.2024

Interdisziplinäres Kolloquium für (Post-)Doktorand:innen in den Postcolonial und Gender Studies Donnerstag, der 20. Juni 2024 (B12/PhiLab, Uni Trier Campus 1) 14:30 Uhr Begrüßung durch die Veranstalterinnen Janine Forstner (Trier): Der Jugendroman „Unser wildes Blut“ – Literaturwissenschaftliche Analyse und Wahrnehmung rassistischer Strukturen durch Schüler:innen Asmae Makhloufi (Hagen): Postmigration und Postkolonialismus in frankophoner und deutschsprachiger Literatur: Eine vergleichende Analyse. 16:30 – 17:30 Uhr Fabian Heyduck (Trier): Hebräisch-Jiddisch-Deutsch – Sprache als Mittel der Zensur von Geschlechterthemen in Handschriften der altjiddischen Medizin Eric Llaveria Caselles (Berlin): Begegnungen zwischen historisch-materialistischer Geschlechtertheorien und Trans Studies 17:45 – 19:00 Uhr Diskussion: Austausch zu Konflikten um ‚das Politische‘ in academia: Wie weiter mit Gender Studies und postkolonialen Studien? Freitag, der 21. Juni 2024 (B12/PhiLab, Uni Trier Campus 1) 09:00 – 10:30 Uhr Luisa Maria Gärtner (Trier): Macht-Missbrauch: Zu Paradoxien und Fallstricken der Prävention sexueller Belästigung im Hochschulsystem als Dissertationsvorhaben Aastha Tyagi (Hamburg): How female students are self-fashioning in university elections to fashion themselves as career politicians Bahar Oghalai (Koblenz/Berlin): Feministischer Diaspora Aktivismus: Ein Spannungsverhältnis zwischen geographischer Distanz und affektiver Nähe. 10:45 – 11:45 Uhr Barbara Scharfbillig (Trier) mit Lisa Noonga und Patricia Ndjavera: German-Namibian Exchange of Educators and Qualification in the Field of Education for Sustainable Development Elena Freund (Trier): Eine humangeographische Perspektive auf gesellschaftliche Naturverhältnisse und Recht 12:00 – 13:00 Uhr Dina Bolokan (Neuchâtel): Kriegsdienstverweigerung, Männlichkeit und Inter-Imperialität Leo Ryczko (Berlin): Strategien der Legitimation – Koloniales Wissen in queeren Zeitschriften der Weimarer Republik Contact Email cepog@uni-trier.de URL www.uni-trier.de/forschung/cepog/aktivitaeten Attachments 2024-plakat-cepog-kolloquium-programm.pdf

Klassen.Gefühle.Erzählen


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
13.06.2024
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur und Soziologie, 

Literatur des 19. Jahrhunderts

, und 1 weitere

Erstellt am:
07.06.2024

Die Literaturwissenschaftlerin bell hooks schreibt in ihrem Buch Die Bedeutung von Klasse: „Heutzutage ist es angesagt, über Themen wie race und Gender zu sprechen; das weniger coole Thema ist Klasse. Es ist das Thema, bei dem wir alle verkrampfen, nervös werden, nicht sicher sind, wo wir stehen.“ Und doch spielen, in einem offenen Verständnis des Begriffs, Klassenzugehörigkeiten für die soziale Verortung des Einzelnen im eigenen Umfeld, für die affektive Verankerung in der gesellschaftlichen Realität, aber auch für individuelles Fühlen und das Erleben des Selbst vielfältige Rollen, die auch in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aus unterschiedlichsten Perspektiven erfasst werden. Vom Nischenthema, das bell hooks in ihrem zuerst im Jahr 2000 erschienenen Text diagnostizierte, hat sich das Thema Klasse in den letzten Jahren erkennbar wegentwickelt – man könnte gar argumentieren, dass mit Annie Ernaux 2022 eine Autorin den Literaturnobelpreis erhielt, die als Chronistin von Klassengefühlen zu beschreiben wäre. Die Tagung, die von Mitarbeiter*innen des Instituts für deutsche und niederländische Philologie ausgerichtet wird, nimmt sich vor, diese Gefühlswelten von Klassenbewusstsein, Aufstieg und Abstieg in der Gegenwartsliteratur zu kartieren: Welche Gefühlswelten und affektiven Dynamiken werden mit Klasse verbunden – und wie werden sie erzählt? Zum Auftakt der Veranstaltung am 13.06., 13:30 Uhr, begrüßen wir den Schriftsteller Enno Stahl zu Lesung und Gespräch (mit Robert Walter-Jochum). Den anschließenden Vorträgen folgt am Donnerstagabend, 13.06., 20 Uhr, unter dem Titel „Class Confusion“ ein Gespräch mit der Schriftstellerin Barbara Juch (mit Lea Schneider) Programm: Donnerstag, 13.06. 13:30-13:45 Ankommen und Begrüßung (Sophie König) 13:45-15:15 Klasse, Gefühl und Form unter den Bedingungen eines „Analytischen Realismus“. Der Schriftsteller Enno Stahl (Neuss) im Gespräch mit Robert Walter-Jochum 15:15-15:45 Kaffeepause 15:45-16:30 Friederike Schruhl (Bayreuth): Zur Faktizität von „Klasse“ in der Gegenwartsliteratur 16:30-17:15 Alfred Stumm (Berlin): Wütende Texte 17:15-17:30 Kaffeepause 17:30-18:15 Julia Bodenburg (Münster): Liebevolles Erzählen: Zur Affektpoetik von transclasse-Figuren und ihrer ‚Mutter-Sprache‘ in jüngster Gegenwartsliteratur 18:15-19:00 Patrick Eiden-Offe (Berlin): Inmitten der Weltkrise die Klasse gewechselt: Klassenbewusstsein, Klassenstolz und Klassenscham. Georg Lukács als transfuge 19:00 Abendessen 20:00 „Class Confusion“. Die Lyrikerin Barbara Juch (Wien) im Gespräch mit Lea Schneider. Moderation Jana Maria Weiß Freitag, 14.06. 9:00-9:45 Carolin Amlinger (Basel): Reading Class. Lesen und soziale Grenzen 9:45-10:30 Gesa Jessen (Berlin): Der diskrete Charme der Literatur. Gefühlswelten der Creative Class in Romanen der Gegenwart 10:30-11:00 Kaffeepause 11:00-11:45 Corinna Schlicht (Duisburg/Essen): Scham, Wut und Verzweiflung – Erfahrungen von Klassismus in Romanen von Julia Franck und Shida Bazyar 11:45-12:30 Lisa Wille (Darmstadt): Brüchige Aufstiegsversprechen und soziale Exklusionsangst in Kristine Bilkaus Die Glücklichen und Deniz Ohdes Streulicht 12:30-14:00 Mittagspause, Imbiss 14:00-14:45 Robert Walter-Jochum (Berlin): „Apropos Waffen.“ Gentrifizierung und Verdrängung bei Anke Stelling, Enno Stahl und Torsten Schulz 14:45-15:30 Tanja Prokic (München): Kurzer Vortrag über Tobias. Affektive Dissonanzen zwischen Klassengefühlen, Identitätspolitik und Neuer Spiritualität 15:30-16:00 Kaffeepause 16:00-16:45 Sarah Carlotta Hechler (Berlin): Affektrekonstitution und -verweigerung im autosoziobiographischen Schreiben Annie Ernaux’: Eine distanzierte Vermittlung von ‚Klassengefühlen‘? 16:45-17:30 Kevin Drews (Lüneburg): „Ich will nicht die Jobs, die für mich vorgesehen sind, sondern die, die sie für sich reservieren wollen“. Zur Arbeit (in) der postmigrantischen Gegenwartsliteratur 17:30-18:00 Schlussbemerkung, Publikationsvorhaben, Abschied (Robert Walter-Jochum) Veranstaltungsort: Aquarium im Südblock Skalitzer Str. 6 10999 Berlin Organisation: Sophie König, Lara Tarbuk, Robert Walter-Jochum, Jana Maria Weiß Anmeldung erbeten unter robert.walter@fu-berlin.de Contact Email robert.walter@fu-berlin.de URL

Sensus Non-Communis. Gegenwarten im Widerstreit, Bonn


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
13.06.2024
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Postkoloniale Literaturtheorie, 

Literatur und Soziologie, 

Literatur und Philosophie

, und 1 weitere

Erstellt am:
03.06.2024

Sensus Non-Communis. Gegenwarten im Widerstreit Internationale Tagung 13.-14. Juni 2024 Universität Bonn Einer gängigen Auffassung zufolge ist die heutige Zeit charakterisiert durch eine radikale Nicht-Gemeinschaftlichkeit. „Wir sollten nicht betonen, was alle Menschen verbindet, sondern vielmehr das, was uns trennt […]: Mitglieder einer Gruppe können die Erfahrungen anderer Gruppen nie wirklich nachvollziehen“, [1] so die Rede. Die Möglichkeit der anschlussfähigen Kommunikation, einander am selben Ort oder zur selben Zeit gegenüberzutreten, wird zunehmend angezweifelt. Ein solches Gegenübertreten meinte bekanntlich das deutsche Wort Gegenwart in seiner ursprünglichen Bedeutung. Diese neue Nicht-Gemeinschaftlichkeit wäre das Ende einer Gegenwärtigkeit, wie sie lange für gesellschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Prozesse bestimmend war. Die Tagung versteht sich als Raum für eine produktive Auseinandersetzung mit dieser Zeitdiagnose. Historisch schlägt sie eine Brücke von der frühen Neuzeit über das 18. und 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Vorträge fächern die Frage des sensus (non-)communis aus begriffsgeschichtlicher, philosophiehistorischer, medialer und postkolonialer Perspektive auf. Sie diskutieren die Bedeutung des Gemeinsinns unter anderem bei Giordano Bruno, Immanuel Kant, Friedrich Schiller und Hannah Arendt, nehmen jedoch auch eine postkoloniale Perspektive auf die frühneuzeitliche Genese westlicher Universalismen ein. Ferner wird nach den literarischen und medialen Interventionsmöglichkeiten zur Herstellung einer geteilten Gegenwart oder eben zur Feststellung ihrer Abwesenheit gefragt. In seinem Abendvortrag zeichnet Prof. Dr. Jürgen Fohrmann verschiedene Modelle des sensus communis bei Kant und die Bedeutung von Reziprozität für die Operativität des sensus communis nach. Sensus non-communis soll dabei auch als ein unhintergehbar Geteiltes bei dem Anzeigen von Unteilbarem verstanden werden – einen möglicherweise doch geteilten Sinn dafür, was die eigene Sichtweise von denen anderer immer schon trennt. [1] David Brooks, “Universities are failing at inclusion”, New York Times, 16. Nov. 2023 (Übers. Martyn). Programm 1. Tag: Donnerstag, 13.6.2024 09:45 Uhr: Begrüßung 10:00-10:45: Gabriel Trop (Durham): Giordano Bruno: On the Power of the Bond 10:45-11:30: Glen Gray (Baltimore): Die Grenzen des Mitleids: Enteignung der Gefühle bei Metastasio 11:30-12:00: Kaffeepause 12:00-12:45: Christian Moser (Bonn): Der bon sens des versammelten Volks: Revolution – Theater – Gemeinwille, 1789-1793 12:45-13:30: Christiane Frey (Baltimore): “…in ihrer Art ungemein”: Launiges Unvernehmen zwischen Shaftesbury, Wieland und Kant 13:30-14:30: Mittagessen 14:30-15:15: Luke Beller (Baltimore): “Das gesellige Gesetz”: (Un-)Sociability between Kant and Schiller 15:15-16:00: David Martyn (St. Paul): “…wir verstehen uns einander nicht”: Maimon, Reinhold und die unbeherrschbare Inklusivität des Streitgesprächs 16:00-16:30: Kaffeepause 16:30-17:30: Abendvortrag Jürgen Fohrmann (Bonn): ‘Gemeine Sense‘? Reziprozitätsannahmen und Operativität des sensus communis 2. Tag: Freitag, 14.6.2024 09:30-10:15: Katharina Kraus (Baltimore): Kant on the Human Perspective, the Formation of Meaning, and the Sensus Communis 10:15-10:30: Kaffeepause 10:30-11:15: Rochelle Tobias (Baltimore): On the History of Forgetting: Kafka’s “Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse” 11:15-12:00: Fabian Rüther (Bonn): West-östliche Epochenverschleppungen: Gregor von Rezzoris Ein Hermelin in Tschernopol und der Mythos “Mitteleuropa” 12:00-13:00: Mittagessen 13:00-13:45: Sophie Modert (Bonn): Österreichisches Vaterland und deutsche Nation: Zum Verhältnis von Schulstufe und kultureller Identität im Österreich des 19. Jahrhunderts 13:45-14:30: Sarah Goeth (Innsbruck): Beobachteter Gemeinsinn: Statistisches Erzählen des Sozialen im 19. Jahrhundert 14:30-14:45: Kaffeepause 14:45-15:30: Inés Noé (Bonn): Das lateinamerikanische testimonio als literarische Intervention: Politische Fragen zur Ästhetik im Spannungsfeld zwischen sprechen und schreiben 15:30-16:15: Pablo Valdivia (Frankfurt/Oder): Sensus communis oder commons: Überlegungen zum Verhältnis von Besitz, Ästhetik und Gemeinschaft in der kolonialen Moderne 16:15-16:30: Kaffeepause 16:30-17:30: Dorothea von Mücke (New York): Sensus Communis for Immanuel Kant, Hannah Arendt, and Ana María Goméz Lopéz Response by Ana María Goméz Lopéz 17:30-18:15: Abschlussdiskussion Sensus Non-Communis. Gegenwarten im Widerstreit — GRK 2291 Gegenwart/Literatur (uni-bonn.de) Teilnahme per Zoom auf Anfrage möglich. Anfragen bitte an Anna Stelter: grk2291@uni-bonn.de Contact Information Sophie Modert DFG-Graduiertenkolleg 2291 Gegenwart/Literatur. Geschichte, Theorie und Praxeologie eines Verhältnisses Genscherallee 3 53113 Bonn Contact Email smodert@uni-bonn.de URL www.grk-gegenwart.uni-bonn.de/de