Poièsis et passion: actes du langage destinal, Metz


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
07.06.2024
Beitrag von:
Redaktion avldigital.de
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Französische Literatur, 

Ecocriticism

, und 4 weitere

Erstellt am:
03.06.2024

Poièsis et passion: actes du langage destinal COLLOQUE INTERNATIONAL 07 & 08 JUIN 2024 Université de Lorraine, Campus Saulcy Espace Rabelais – 2e étage, Salle de thèse Die Tagung findet im Rahmen des ANR-Projekts „Laboratoire transfrontalier et franco-allemand d’étude des fractures destinales“ statt, das auf begrifflicher Ebene die Problematiken untersucht , die mit den zahlreichen zeitgenössischen Krisen verbunden sind und Formulierung: „schicksalhafte Brüche“ ins Zentrum stellt. Darin treffen das Schicksal, das den Ereignissen in der Welt oder des individuell gelebten Lebens durch die Idee einer notwendigen Motivation einen Sinn geben soll, und die Idee des Bruchs, durch den sich Kräfte manifestieren – seien diese identifizierbar oder unbekannt –, die eine einheitliche oder totalisierende Sicht der Welt in Frage stellen, aufeinander. Der Ausdruck „schicksalhafte Brüche“ ermöglicht, den Diskurs über die Umwälzungen in den Beziehungen zwischen Kultur- und Naturgeschichte neu zu fassen. Er setzt voraus, dass die Frage sowohl von einem phänomenalen als auch von einem kulturwissenschaftlichen Standpunkt aus angegangen wird, der literarische, philosophische und theologische, aber auch naturwissenschaftliche Überlegungen miteinander verbindet, wobei das Ganze von einem mediologischen Ansatz gerahmt wird. Der grenzüberschreitenden, deutsch-französischen Ausrichtung des Projekts Rechnung tragend, liegt der Fokus auf Texten dieser beiden Sprachgebiete. Die Tagung findet in Präsenz statt. Eine Online-Teilnahme ist möglich. Schreiben Sie dazu bitte eine kurze Email an daniel.kazmaier@univ-lorraine.fr Vendredi 7 juin 2024 09h00 Accueil 09h30 Françoise LARTILLOT, Daniel KAZMAIER (Université de Lorraine, CEGIL) Mots de bienvenue et Introduction 10h00 Frauke BERNDT (Université de Zurich) Keynote : Der moderne Fluch 11h00 Pause-café Epistemologische Überlegungen / Réflexions épistémologiques Présidence : Cécile Chamayou-Kuhn 11h20 Mariele NIENTIED (Université européenne Viadrina Francfort-sur-l’Oder) „Eine leise, wie aus der Ferne herschattende Dunkelheit“ : Blumenbergs Sprengmetaphorik 12h10 Marion PICKER (Université de Poitiers/Centre Marc Bloch) Karte als Schicksal. Aby Warburgs ambivalente Kritik am Sternglauben 13h00 Pause midi Autour de 1800 Présidence : Daniel Kazmaier 14h30 Pierre BRUNEL (Université Lyon 2) De Hölderlin à Broch. Dire le destin dans le roman avec Platon et Virgile 15h20 Eva KOCZISZKY (Université de Pannonie Veszprém) Schwören, fluchen, Worte färben: Schicksal und Tragik in Hölderlins Sprechakten 16h10 Pause-café 16h30 Savannah-Lou COCHRAN-MAVRIKAKIS (Université de Montréal) ONLINE L’autre sublime. Karoline von Günderrode et l’équivoque de la catastrophe 17h20 Gabriel TROP (University of North Carolina Chapel Hill) Fate, Indexicality, Void / « La notion de destin au 18 e: entre indexicalité et vide » Samedi 8 juin 2024 Imprägnierte Sprechakte / Actes empreints du langage Présidence : Françoise Lartillot 09h30 Anthony MASQUELIER (Université de Lorraine, Ecritures) La Vie henryenne, une vie « destinale » ? 10h20 Cécile CHAMAYOU-KUHN (Université de Lorraine, CEGIL) Gesetzeskraft und Schicksalssprechen: Flüchtlinge als Figuren des Bruchs? (Abbas Khider und Maxi Obexer) 11h10 Pause-café 11h30 Nele Guinand (Université de Nantes) Lügen als fracture destinale et auto-destin 12h20 Pause midi Contemporanéité Présidence : Daniel Kazmaier 14h00 Lilla BALINT (University of California Berkeley) „when the shit hits the fan“: Schicksal im Anthropozän bei Judith Schalansky 14h50 Juliane OSTERMOOR (Université de Lorraine, CEGIL) Der Frankfurter Christmetten-Suizid in Deniz Ohdes Streulicht: Vom Identifikationsmythos zur Abgrenzungsfigur 15h40 Pause-café 16h00 Alexander DRAXL (Princeton University) ONLINE „‘Alles ist miteinander verbunden‘: Alte und neue Schicksale in Dark (2017–2020) von Jantje Friese und Baran bo Odar.“ 16h50 Discussion de clôture Contact Information Daniel Kazmaier Professeur junior (Etudes culturelles franco-allemandes et Border Studies) Université de Lorraine – Metz UFR Arts, Lettres et Langues Ile du Saulcy 57000 Metz Contact Email daniel.kazmaier@univ-lorraine.fr URL

„Jenseits des Abenteuers“ (München, 27./28./29.06.2024) – Abschlusstagung der DFG-Forschungsgruppe „Philologie des Abenteuers“)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
26.06.2024
Beitrag von:
Carina Breidenbach
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur aus Großbritannien und Irland, 

Französische Literatur

, und 7 weitere

Erstellt am:
30.05.2024

Die DFG-Forschungsgruppe 2568 „Philologie des Abenteuers“ an der LMU München lädt herzlich zu ihrer Abschlusstagung „Jenseits des Abenteuers” ein, die am 27./28./29. Juni 2024 im IBZ München (Amalienstraße 38) stattfindet. Einen Teil des Tagungsprogramms bildet eine literarische Abendveranstaltung (Lesung & Gespräch) mit Ulrike Draesner mit dem Titel „pene/opes sch[]iff. Von der Umkehr der Abenteuer“ am 28.06. (18-20 Uhr c.t., LMU-Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, Hörsaal D209). Der Besuch der Tagung oder einzelner Vorträge ist ohne Anmeldung möglich. Aktuelle Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Homepage: www.abenteuer.fak13.uni-muenchen.de/aktuelles/termine/jenseitstagung/index.html Konzeption und Organisation: Martin von Koppenfels, Philip Reich, Michael Waltenberger Abstract: Wohin führt uns das Abenteuer? Einerseits hängt seine Attraktivität von der sicheren Erwartung ab, nach dem Aufbruch ins Anderswo, nach gefährlichen Abwegen ins Ungebahnte und nach explorativen Stichwegen ins Unbekannte wieder zur Ruhe geregelter Verhältnisse diesseits abenteuerlicher Aufregungen zurück¬kehren zu können. Andererseits wirkt in abenteuerlichen Episodenstrukturen eine kaum aus sich selbst heraus limitierbare Erzähl- und Handlungslogik der Intensitäts¬steigerung und agonalen Überbietung, die zur Selbstüberschreitung tendiert. Schon intradiegetisch können sich so an den Rändern des Abenteuerraums Figuren eines mythisch oder religiös Jenseitigen abzeichnen, welches nicht nur das Abenteuer selbst transzendiert, sondern auch die Ordnung, von der es ausgeht. Zugleich bleibt einerseits der Tod als Gegenpol des Abenteuers intradiegetisch stets in Sichtweite – und andererseits droht in der Übersteigerung auch stets der Rückfall auf seine (medialen) Möglichkeitsbedingungen. Dazu kommt eine diskursive Dynamik, die das Abenteuererzählen in Kontakt und Differenz zu dokumentarischen oder biographischen Textsorten sowie zu politischen, sozialen oder religiösen Formationen bringt. Am Ende bleibt die doppelte Frage: Welches Jenseits macht das Abenteuer sichtbar – und von welchem Jenseits aus gewinnt es allererst Form und Funktion? Programm: Donnerstag, 27.06.2024, 14-18 Uhr (IBZ München, Amalienstraße 38) 14:00-14:30 Uhr: Einführung (Michael Waltenberger) 14:30-15:30 Uhr: Keynote: Udo Friedrich (Köln): „Abenteuer und Leben: Seefahrt als Metapher, Narrativ und Chronotopos“ (Moderation: Michael Waltenberger) 15:30-16:00 Uhr: Kaffeepause 16:00-17:00 Uhr: Schamma Schahadat (Tübingen): „Neue Abenteuer und neue Abenteu(r)er in der (ost)mitteleuropäischen Literatur der 1990er Jahre“ (Moderation: Anke Hennig) 17:00-18:00 Uhr: Brigitte Obermayr (Potsdam): „Michail Bachtins Argumente gegen den Abenteuerroman“ (Moderation: Anke Hennig) Freitag, 28.06.2024, 09-17:30 Uhr (IBZ München, Amalienstraße 38) + Abendveranstaltung: LMU-Hauptgebäude, 18-20 Uhr c.t. 09:00-10:00 Uhr: Anna-Maria Gasser (Berlin): „Was wäre (gewesen), wenn…? Kontrafaktische Imaginationen jenseits des Abenteuers im griechischen Roman“ (Moderation: Susanne Gödde) 10:00-10:45 Uhr: Jutta Eming (Berlin): „(Keine)Absage an die aventiure : Wigalois und Le Bel Inconnu “ (Moderation: Susanne Gödde) 10:45-11:00 Uhr: Kaffeepause 11:00-12:00 Uhr: Philip Reich (München): „ Experientia und aventiure . Abenteuer bei Bernhard von Clairvaux, Hadewijch, Marguerite Porete und Heinrich Seuse?“ (Moderation: Bernhard Teuber) 12:00-13:00 Uhr: Manuel Mühlbacher (Wien): „Schmerzhafte Erfahrungen jenseits des Abenteuers“ (Moderation: Bernhard Teuber) 13:00-14:30 Uhr: Mittagspause 14:30-15:30 Uhr: Inka Mülder-Bach (München): „Adventus und offene Zukunft. Abenteuerzeiten in Wilhelm Meisters Lehrjahre “ (Moderation: Christian Begemann) 15:30-16:30 Uhr: Oliver Grill (München): „Bannkreis und Drachenauge. Grenzerfahrungen in Thomas Manns Der Zauberberg und Heimito von Doderers Das letzte Abenteuer “ (Moderation: Christian Begemann) 16:30-17:30 Uhr: Roger Lüdeke (Düsseldorf): „Abenteuer im Jenseits der Gemeinschaft. Zur Sirenen-Episode im Ulysses von James Joyce“ (Moderation: Georg Huber) 18-20 Uhr c.t.: Literarische Abendveranstaltung (LMU-Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, Hörsaal D209): Lesung & Gespräch mit Ulrike Draesner: „pene/opes sch[]iff. Von der Umkehr der Abenteuer“ (Moderation: Michael Waltenberger) Samstag, 29.06.2024, 09-14 Uhr (IBZ München, Amalienstraße 38): 09:00-10:00 Uhr: Achim Geisenhanslüke (Frankfurt a.M.): „Das Nächste Beste. Hölderlins französisches Abenteuer“ (Moderation: Martin von Koppenfels) 10:00-11:00 Uhr: Juliane Vogel (Konstanz): „In 80 Tagen durch die magnetischen Felder. Surrealismus und Abenteuer“ (Moderation: Martin von Koppenfels) 11:00-11:15 Uhr: Kaffeepause 11:15-12:15 Uhr: Robert Stockhammer (München): „Combray – Ungenach – Porodin. Warum es die Schauplätze der Literatur nicht gibt“ (Moderation: Philip Reich) 12:15-13:15 Uhr: Rembert Hüser (Frankfurt am Main): „Das Ende des Abenteuers. Witze am Kopierer“ (Moderation: Philip Reich) ab 13:15 Uhr: Abschlussgespräche

Karl Kraus und die Institutionen, Wien, 13.–14.6.2024


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
13.06.2024
Beitrag von:
Thomas Traupmann
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur und Soziologie, 

Literatur und Recht

, und 2 weitere

Erstellt am:
24.05.2024

Internationales Symposium Karl Kraus und die Institutionen 13.–14. Juni 2024 Loos-Räume der Wienbibliothek im Rathaus, Bartensteingasse 9, 1. Stock, 1010 Wien Konzept und Organisation: Johannes Knüchel, Isabel Langkabel und Thomas Traupmann; in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institute for Digital History und der Wienbibliothek im Rathaus „Man muss diese Institutionen erst von der Unmoral reinigen, die nicht in ihrem Wesen liegt, ehe es der Mühe lohnt, die Unmoral ihres Wesens zu kritisieren.“ (Karl Kraus) Für das (Nach-)Leben und Schaffen von Karl Kraus spielen Institutionen in all ihrer Diversität eine zentrale Rolle – nicht nur als Ziel satirischer Kritik zu Lebzeiten, sondern auch gegenwärtig als Bewahrungs- und Forschungsstätten. Zum 150. Geburtstag des Schriftstellers wollen wir diese komplexen Beziehungen erstmals genauer betrachten und zur Diskussion stellen. Unter Institutionen verstehen wir dabei – über einen enger gefassten soziologischen Begriff hinaus und anknüpfend an einen rezenten Vorschlag zum Verhältnis von Literatur und Institution (vgl. Müller et al. 2023, S. 11f.) – mindestens dreierlei: Erstens gehen wir von rechtlichen und politischen Institutionen aus, die durch ihre gesellschaftliche Implementierung alltäglich und mithin in ihrem ‚Funktionieren‘ intransparent geworden sind. Solche Institutionen, die soziales Handeln regulieren und strukturieren, können durch publizistische Schreibprojekte kritisch hinterfragt und sichtbar gemacht werden, wirken sich aber auch selbst wiederum auf diese Schreibprojekte aus. Zweitens sind jene Institutionen zu berücksichtigen, welche die Produktion, Distribution und Rezeption von (literarischen) Texten steuern. Sie werfen etwa die literatursoziologische Frage nach Positionierungslogiken auf und betreffen die (auch postume) öffentliche Wirkung des Autors Kraus. Drittens – und ergänzend dazu – möchten wir Institutionen bedenken, die gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Zusammenhalt stiften und organisieren. Inwiefern profiliert sich Kraus in diesen institutionellen Kontexten ebenfalls als entscheidender Akteur? Diese und verwandte Institutionen können aus einer doppelten Perspektive betrachtet werden: synchron als Institutionen zu Kraus’ Lebzeiten und diachron als Institutionen des Kraus’schen Nachlebens. Um Anmeldung vorab per E-Mail an folgende Adressen wird gebeten: mail@th-tr.at isabel.langkabel@history.lbg.ac.at johannes.knuechel@history.lbg.ac.at PROGRAMM Donnerstag, 13. Juni 2024 9:00–9:30 Johannes Knüchel, Isabel Langkabel und Thomas Traupmann: Begrüßung und Eröffnung 9:30–10:15 Sigurd Paul Scheichl (Innsbruck): Kraus, der Antiparlamentarier 10:15–11:00 Ethel Matala de Mazza (Berlin): Kraus und der Justizpalastbrand 11:30–12:15 Rupert Gaderer (Bochum): Karl Kraus. Beschweren als Lebensform 12:15–13:00 Burkhardt Wolf (Wien): „Bureaukretinismus“. Kraus als Verwaltungskritiker 14:30–15:15 Elisabeth Grabenweger (Wien): Von „verwahrlosten Germanisten“ und „anrüchigen Kanzeln“. Karl Kraus beobachtet die universitäre Literaturgeschichte 15:15–16:00 Gerald Krieghofer (Wien): Die Masken von Karl Kraus 16:45–17:45 Führung mit Katharina Prager durch die Ausstellung Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben – Die Familie des Satirikers Karl Kraus im Foyer der Wienbibliothek (Rathaus, Eingang Felderstraße, Stiege 6, 1. Stock) Freitag, 14. Juni 2024 9:30–10:15 Laura Untner (Wien): Karl Kraus und die „Kaffeehausdekadenzmodernen“ im Spiegel seiner Rechtsakten 10:15–11:00 Gal Hertz (Jerusalem): Theatralität und Gerechtigkeit – Karl Kraus und die Justiz um 1900 11:30–12:15 Daniela Strigl (Wien): „Durch nichtsnutzige Directoren zuschanden geleitet“ – Kraus und das Burgtheater 12:15–13:00 Maria Piok (Innsbruck): Karl Kraus und die Salzburger Festspiele 14:30–15:15 Friedrich Weber-Steinhaus (Berlin): Kraus’s Last Tape. Institution und Nachruf 15:15–16:00 Abschlussdiskussion

Workshop: List, Compile, Assemble: Small Forms and the Power of Collecting


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
14.05.2024
Beitrag von:
Chiara Sartor
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Französische Literatur, 

Oral poetry / Mündlichkeit

, und 7 weitere

Erstellt am:
23.05.2024

Interdisciplinary Workshop of the Research Training Group “The Literary and Epistemic History of Small Forms” June 14–15, 2024 Humboldt-Universität zu Berlin | Main Building, 2nd Floor | Room 2070 A | Unter den Linden 6, 10117 Berlin Organization: Michael Kellerer, Claas Oberstadt & Chiara Sartor [Program below] Collecting is, in many respects, an asymmetrical undertaking. Those who assemble, compile, curate or publish collections remove items from their original contexts, establish inclusion or exclusion criteria, and exercise interpretative power. Moreover, collections invite attention to the intricacies, disparities, and tensions within and between the small forms they contain, as well as between individual parts and the collection as a whole. Unraveling the various asymmetries inherent in collecting requires shifting our focus from collections themselves to how collections come into being. This entails viewing collections as both purposeful and contingent results of scientific or cultural practice (cf. te Heesen & Spary 2001, 8). Those who collect data, documents or texts inscribe their own assumptions, prejudices and preferences into collections and thereby determine which perspectives are rendered legible and whose become illegible. Beyond the exercise of epistemic violence (Brunner 2020), collection practices can also give rise to physical violence (cf. Pollock 2023, 381). Such power imbalances are familiar features of archaeological and anthropological collections of material culture but shape other fields and types of collections as well. Literary anthologies, for instance, serve not only as potent tools of canonization and reader direction (cf. Price 2004) but as observed in the case of the textualization of oral literatures, can result from asymmetrical practices of collecting and recording as well (cf. Albers & Schmid 2023). Drawing on the history of collecting (Pomian 1988, Findlen 1994, te Heesen 1997) and the history of paperwork (cf. Latour 1986, Gitelman 2014, Bittel/Leong/von Oertzen 2019), this interdisciplinary workshop specifically aims to enhance our understanding of the collecting processes involving written testimonies, inscriptions, and texts. With a focus on contexts such as artistic-literary primitivism or colonial encounters, the workshop proposes a comparative examination of the asymmetries associated with collecting via three main axes: Actor-networks involved in the production of collections. Collecting practices not only assume a powerful role in the construction and dissemination of knowledge, as elucidated by Latour (1986), but also capitalize on existing power imbalances. The gathering of items from various corners of the globe in specific locations, such as museums, private collections or merchants’ houses, hinges on varied resources, contacts, and techniques. Collections often originate within collector subcultures (cf. Stagl 1998, 50) and their success relies on factors such as institutional support, communication networks, and trade relations. This is evident, for instance, in the collecting of artworks and writings produced by psychiatric patients: the integration of such collectibles into the canon of “outsider art” necessitates the involvement of “insiders” like doctors or hospital staff, along with the accumulation of authenticating documents. In which social and material environments do collecting practices flourish? Which (small) forms and formats, paper technologies (Hess & Mendelsohn 2013), and infrastructures are involved in collecting? Collecting’s role in the management of life . From colonial administrations or psychiatric hospitals to HR departments, collections of data and information in reports, lists, and registers, support administrative apparatuses in the coding and recoding of life into problems of governance. Contrary to Max Weber’s idea of the bureaucratic elimination of “love, hatred, and all purely personal, irrational, and emotional elements“ (Weber 1946, 975), it is precisely documentation that organizes the “emotional economy“ (Stoler 2009, 41) of power relations. How do affective tunings inscribe themselves into collections of data and information? How can we address the margins and omissions of commercial communication and paperwork that facilitated violent systems such as colonialism and the transatlantic slave trade? How can history – “written with and against the archive” (Hartman 2008, 12) – unfold based on such documents of trade and domination? How collections emerge from asymmetrical media practices . Collecting is not an isolated phenomenon but exists in relation to practices such as extraction, arrangement, classification, fragmentation, anonymization, or recording. As can be seen, for example, from anthologies published by missionaries, these media practices enable the expression of power by making texts appear in new forms, in new contexts and with new meanings and attributions. How do the asymmetrical dynamics of these practices determine the de- and recontextualization of individual collection components? What can a media- and practice-centered approach to collecting contribute to debates around looted art, cultural appropriation, or philological provenance research (cf. Albers & Schmid 2023)? References Albers, Irene/Schmid, Andreas: “Literatur als koloniale Beute? Für eine philologische Provenienzforschung,“ Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 97 (2023), 1003–1018. Bittel, Carla/Leong, Elaine/von Oertzen, Christine (Hrsg.): Working With Paper. Gendered Practices in the History of Knowledge , Pittsburgh, University of Pittsburgh Press, 2019. Brunner, Claudia: Epistemische Gewalt. Wissen und Herrschaft in der kolonialen Moderne, Bielefeld, transcript, 2020. Findlen, Paula: Possessing Nature: Museums, Collecting, and Scientific Culture in Early Modern Italy, Berkeley i.a., University of California Press, 1994. Gitelman, Lisa: Paper Knowledge. Toward a Media History of Documents, Durham / London, Duke University Press, 2014. Hartman, Saidiya: “Venus in Two Acts,” Small Axe 26/12 (2008), 1–14. te Heesen, Anke/Spary, E. C.: “Sammeln als Wissen,” in: Sammeln als Wissen. Das Sammeln und seine wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung , ed. Anke te Heesen & E. C. Spary, Göttingen, Wallstein, 2001, 7–21. Hess, Volker/Mendelsohn, J. Andrew: “Paper Technology und Wissensgeschichte,” NTM International Journal of History and Ethics of Natural Sciences , Technology and Medicine 21/1 (2013), 1–10. Latour, Bruno: “Visualisation and Cognition: Drawing Things Together,” in: Knowledge and Society Studies in the Sociology of Culture Past and Present 6 (1986), 1–40. Pollock, Susan: “The violence of collecting,” American Anthropologist 125/2 (2023), 377–389. Pomian, Krzysztof: Der Ursprung des Museums. Vom Sammeln, Berlin, Klaus Wagenbach, 1988. Price, Leah: The Anthology and the Rise of the Novel. From Richardson to George Eliot, Cambridge University Press, 2004. Stagl, Justin: “Homo Collector: Zur Anthropologie und Soziologie des Sammelns,” in: Sammler – Bibliophile – Exzentriker, ed. Aleida Assmann et al., Tübingen, Narr, 1998, 37–54. Stoler, Ann: Along the Archival Grain: Epistemic Anxieties and Colonial Common Sense, Princeton, Princeton University Press, 2009. Weber, Max: “Bureaucracy,” in: Essays in Sociology, ed. H.H. Gerth & C. Wright Mills, New York, Oxford University Press, 1946. Program Friday, June 14 09:15–09:30 Welcoming address Section I: Collecting Words Moderation: Michael Kellerer 09:30–10:15 Anke te Heesen (Humboldt-Universität zu Berlin): Collecting Life Histories 10:15–11:00 Andreas Schmid (Freie Universität Berlin): The Buffalo as Plastic Mass: Orature and Paper Power 11:00–11:15 Coffee break Moderation: Franziska Teubert 11:15–12:00 Ruth Conrad (Humboldt-Universität zu Berlin) & Claudia Jetter (EZW): Collecting Sermons – Religious Power Dynamics in the Long 19th Century 12:00–12:45 Michael Kellerer (Humboldt-Universität zu Berlin): Towards an ‘Exalted China’: Following Richard Wilhelm’s Text Collection Practices 12:45–14:00 Lunch break Section II: Collecting and the Management of Life and Death Moderation: Claas Oberstadt 14:00–14:45 Christine von Oertzen (MPIWG Berlin / Humboldt-Universität zu Berlin): The Power of Protocol: Bureaucratic Routine as Epistemic Practice 14:45–15:30 Eva Seuntjens (Vrije Universiteit / International Institute of Social History Amsterdam): Divesting from Slavery: Reading Acts of Resistance in Late-Eighteenth Century Plantation Insurance Policies 15:30–15:45 Coffee break Moderation: Morten Schneider 15:45–16:30 Claas Oberstadt (Humboldt-Universität zu Berlin): Management’s Imaginaries: On the Production of Risk in the Black Atlantic 16:30–17:15 Susan Zieger (University of California, Riverside): Collecting Flows: Warehouse Automation and the Future of Handling 19:00 Conference Dinner Saturday, June 15 Section III: Material Culture: Collectors and their Networks Moderation: Marie van Bömmel 09:30–10:15 Baptiste Brun (Université de Rennes): Collecting Art Brut. Jean Dubuffet’s Network at a Crossroads (Art, Anthropology, Psychiatry, Folklore) 10:15–11:00 Chiara Sartor (Humboldt-Universität zu Berlin): The Psychiatric Hospital as a Source of Poetic Renewal: Frédéric Baal, Michel Thévoz, and their Quest for “Extra-Cultural” Writings 11:00–11:15 Coffee break Moderation: Chiara Sartor 11:15–12:00 Dwirahmi Suryandari (MPIWG Berlin): The Great Commission: Missionaries and Scientific Development in the 19th – 20th Century Dutch East Indies 12:00–12:45 Allison Morehead (Queen’s University, Kingston): Doing Medical Humanities with Collections: Between Art and ‘Non-Art’ 12:45–13:15 Final discussion Contact & Registration: steffen.richter@hu-berlin.de

Semiotic Machines: Artificial Text and the Praxis of Reading


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
29.05.2024
Beitrag von:
Georgia Lummert
Forschungsgebiete

Digital Humanities, 

Literaturtheorie, 

Medientheorie

, und 4 weitere

Erstellt am:
23.05.2024

Recent discussions about the significance of generative AI technologies, and particularly of Large Language Models like ChatGPT, have tended to revolve around the question of how the new language-generating machines relate to traditionally human-centered categories like cognition, reasoning, and consciousness. This conference will instead take its point of departure from the observation that what these machines actually produce is text. Their activity is therefore inherently semiotic, both at the level of its material-technological conditions (the LLMs are trained on the world’s largest database of social signs) and at the level of its reception by us, the general public of linguistically-capable users. The conference will explore the consequences of this perspectival switch towards semiotics—from questions about the general nature of the organic-mechanical interface to questions about the particular structures of the social sign systems within which this interface is embedded—for our contemporary understanding of text as a linguistic and possibly literary object. It asks about what the new reality of semiotic machines does to inherited definitions of textual artefacts and established reading practices, but also about how humanists, as text-trained scholars, might be uniquely poised to contribute to the analysis of our text-driven present. Areas to be explored include the literary and technological history of artificial text production, intersections of computing technologies and theories of signification, theories and practices of LLM poetics, and the social and political implications of automated writing. Program Wednesday, 29 May 2024 6.30 pm Round Table Artificial Intelligence and the Human Sciences Presenters: M. Beatrice Fazi (University of Sussex), Lisa Gitelman (New York University), Naja Grundtmann and Kathrin Maurer (Syddansk Universitet) Chair: Leif Weatherby (New York University) Thursday, 30 May 2024 9.30 am Tobias Wilke (ZfL): Introduction. Semiotic Machines and Artificial Text: Some Notes on Their History Session 1 Chair: Tobias Wilke (ZfL) 10.00 am Hannes Bajohr (University of Basel): Getting a Grip: Meaning and Grounding in LLMs 11.30 am Sarah Pourciau (Duke University/ZfL): The Language of Deep Computing Session 2 Chair: Sarah Pourciau (Duke University/ZfL) 2.00 pm Robert Mitchell (Duke University): Sign Readers, Textual Expertise, and Learning in the Age of AI 3.00 pm Leif Weatherby (New York University): Transformers are Large Literary Machines 4.30 pm Keynote (via Zoom) Melanie Mitchell (Santa Fe Institute): Can AI Understand the World? Response: M. Beatrice Fazi (University of Sussex) Friday, 31 May 2024 Session 3 Chair: Alexandra Heimes (ZfL) 9.30 am Mercedes Bunz (King’s College London): “Words May Lie Yet Still Tell the Truth When the Rules Are Followed” 10.30 am Hans-Christian von Herrmann (Technische Universität Berlin): Unreadability or How the Machines Took Literary Theory Seriously 12.00 pm Hanna Hamel (ZfL): Longing for Literature: Aesthetics of Postdigital Writing Session 4 Chair: Katrin Trüstedt (ZfL) 2.00 pm Seb Franklin (King’s College London): Ulysses (Human) Gramophone 3.00 pm Matt Handelman (Michigan State University): Context and Ideology in LLMs 4.30 pm Jeffrey Kirkwood (Binghamton University): The Revenge of Humanism

Fin de mois, fin du monde – Ökonomie und Endzeit, Humboldt-Universität zu Berlin (31.05.-01.06.2024)


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
31.05.2024
Beitrag von:
Kira Jürjens
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Französische Literatur

Erstellt am:
21.05.2024

Fin de mois, fin du monde – Ökonomie und Endzeit Tagung des deutsch-französischen Doktorand:innenkollegs „Literatur und Wissen / Littérature et savoirs“, 31.05.-01.06.2024 Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10099 Berlin, Hauptgebäude, Raum 2249A Organisation: Emmanuel Bouju (Paris 3 Sorbonne Nouvelle), Annika Nickenig (Freie Universität Berlin) und Stefan Willer (Humboldt-Universität zu Berlin). Ökonomie und Zeit sind vielfältig aufeinander bezogen. Beide lassen sich unter dem Aspekt der Knappheit oder des Überflusses, der Ersparnis oder der Verschwendung perspektivieren. Zeitlichkeit hat ihre eigene Ökonomie, und ökonomische Praktiken und Theorien sind von Zeitlichkeit durchzogen und geprägt. Heute stellt sich angesichts der globalen Krisendynamik des Anthropozäns, das vielfach als ‚Kapitalozän‘ beschrieben wird, mehr denn je die Frage nach dem Ende oder den Enden der Ökonomie, d.h. nach einer Finalität, in der Zeitlichkeit und Sinnhaftigkeit, Teleologie und Eschatologie spannungsvoll aufeinander bezogen sind. Diese Problemlage zeigt sich in dem Slogan „Fin de mois, fin du monde“, der 2018 im Zusammenhang der gilet-jaunes -Proteste aufkam und die prekäre finanzielle Lage am Monatsende mit dem Ende der Welt parallelisiert. Diesen Zusammenhängen von Ökonomie und Endzeit ist die Jahrestagung 2024 des deutsch-französischen Doktorand:innenkollegs „Literatur und Wissen / Littérature et savoirs“ gewidmet. Die Vorträge greifen historisch bis in die Frühe Neuzeit zurück, widmen sich aber auch der kulturwissenschaftlichen und kritischen Gegenwartsanalyse. Mit einer Lesung des Schriftstellers Jonas Lüscher kommen aktuelle erzählerische Perspektiven auf die Zeitlichkeit der Ökonomie ins Spiel. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Französisch. Eine Simultanübersetzung ist nicht geplant, es werden aber ausführliche zweisprachige Abstracts zu den Vorträgen ausliegen. Freitag, 31.05.2024 14:00 Emmanuel Bouju, Annika Nickenig, Stefan Willer: Einführung 14:30 Raphaëlle Guidée: La pluralité des fins de monde 15:30 Jan Knobloch: Erzählungen ohne Ereignis. Oikonomia und Endzeit bei Rafael Pinedo 16:30 Kaffeepause 17:00 Joseph Vogl: Prognostik und die Zähmung der Zeit 18:00 Jonas Lüscher: Lesung 19:00-20:00 Empfang Samstag, 1.06.2024 10:30 Christophe Reffait: Malthusianisme et fin du roman (Zola, Verne 11:30 Jan Fischer: Die Ökonomie des etc. 12:30 Mittagessen 13:30 Noémie Regnaut: Une épopée théâtrale de la modernité économique: Chapitres de la chute, saga des Lehman Brothers de Stefano Massini (2012) 14:30 Anne-Isabelle François: Fictions économique, fictions genrées 15:30 Kaffeepause 16:00 Peter Szendy: L’Infinance, ou la dette sans fin 17:00-17:30 Abschluss

Seminarreihe Kafkas Echo


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
23.05.2024
Beitrag von:
Alexa Hennemann
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz

Erstellt am:
16.05.2024

Eine internationale Sommerreihe Wir bitten um Anmeldung. Um den Zoom-Link für den jeweiligen Termin zu erhalten, kontaktieren Sie bitte forschung@dla-marbach.de . Ein Kooperationsprojekt des Deutschen Literaturarchivs Marbach, der National Library of Israel und der Bodleian Library Oxford. Gefördert durch das Auswärtige Amt. Begleitend zur Ausstellung ›Kafkas Echo‹ im Literaturmuseum der Moderne lädt die gleichnamige Seminarreihe Dozentinnen und Dozenten aus aller Welt ein, sich mit der Entstehung, Entwicklung und Rezeption des Weltautors Kafka und seines Werkes auseinanderzusetzen. Wir bitten um Anmeldung. Um den Zoom-Link für den jeweiligen Termin zu erhalten, kontaktieren Sie bitte forschung@dla-marbach.de. Ein Kooperationsprojekt des Deutschen Literaturarchivs Marbach, der National Library of Israel und der Bodleian Library Oxford. Gefördert durch das Auswärtige Amt. Begleitend zur Ausstellung ›Kafkas Echo‹ im Literaturmuseum der Moderne lädt die gleichnamige Seminarreihe Dozentinnen und Dozenten aus aller Welt ein, sich mit der Entstehung, Entwicklung und Rezeption des Weltautors Kafka und seines Werkes auseinanderzusetzen.

Tagung: Kulturkonservatismus, Geistesaristokratie, Ressentiment: Kritische Perspektiven auf literarische Intellektuellendiskurse seit 1918 und ihre gegenwärtige Aktualität


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
04.06.2024
Beitrag von:
Anna Maria Spener
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies

Erstellt am:
14.05.2024

Kulturkonservatismus, Geistesaristokratie, Ressentiment: Kritische Perspektiven auf literarische Intellektuellendiskurse seit 1918 und ihre gegenwärtige Aktualität Zeit: 4.–7. Juni 2024 Ort: Universität Paderborn, Jenny-Aloni-Haus: Internationales Begegnungszentrum (IBZ) Liese-Dreyer-Weg, 33098 Paderborn Veranstaltet von: Prof. Dr. Claudia Öhlschläger (Komparatistik, Paderborn) Dr. des. Tillmann Heise (Germanistik, Paderborn) Prof. Dr. Marcel Lepper (Fondation Rilke, Sierre/CH) Kulturkonservative, geistesaristokratische und ressentimentgeleitete Strömungen und Narrati­ve, wie sie in den Krisenjahren nach dem Ende des Ersten Weltkriegs durch Intellektuelle und Schriftsteller:innen vertreten und prominent gemacht wurden, erleben seit einigen Jahren eine in ihrer Komplexität und politischen Brisanz noch nicht hinreichend erforschte Wiederbele­bung. Diese Diskurse an der Schnittstelle von Kunst und Politik rückt die internationale Tagung in diachroner wie synchroner Perspektive in den Blick: Sie inter­essiert sich gleichermaßen für ihre historische Genese wie ihre diskursiven Verflechtungen, für Kontinuitäten ebenso wie für Transitionsprozes­se, Ambiguitäten und Widersprüche. Ziel ist es, heutige Positionen von Kulturkonser­vatismus, Geistesaristokratie und Ressentiment mit solchen der vielschichtigen, uneinheitlichen und widersprüchlichen intellektuellen Formatio­nen im weltanschaulich ‚rechten‘ Spektrum seit 1918 methodisch in eine vergleichende Konstel­lation zu bringen. Programm Dienstag, 4. Juni 2024 16.00h Anmeldung / Kaffee 17.00h Prof. Dr. Claudia Öhlschläger / Dr. des. Tillmann Heise / Prof. Dr. Marcel Lepper: Thematische Einführung 17.15h Knut Cordsen (München): Aktivismus. Keynote mit anschließender Diskussion 19.00h Umtrunk mit Imbiss Mittwoch, 5. Juni 2024 Sektion I – ‚Kalte‘ Menschen einst und jetzt: Heroismus und Aristokratismus 09.15h Prof. Dr. Nicolas Detering (Bern): Verhaltenslehren und Ikonographien des heroischen Realismus im frühen 20. und frühen 21. Jahrhundert 10.00h Prof. Dr. Claudia Bruns (Berlin): Hans Blüher im Kontext der ‚Konservativen Revolution‘ und als Referenzfigur der neuen Rechten 10.45h Kaffeepause 11.15h Dr. Felix Hüttemann (Paderborn): Jünger, Mohler, Schmitt. Vom faschistischen Stil, Dandyismus und refeudaler Medienaneignung 12.00h Mittagspause Sektion II – „Unheimliche Nachbarschaften“: politisch-ideologische Gemengelagen 14.00h Dr. des. Tillmann Heise (Paderborn): Das ‚andere‘ Europa. Inszenierte Gegnerschaft im Europa-Diskurs der 1920er Jahre 14.45h Prof. Dr. Robert Leucht (Lausanne): Benn, Jünger, Pound. Die Wiederentdeckung kulturkonservativer Autoren nach dem Zweiten Weltkrieg in der Schweiz 15.30h Kaffeepause 16.00–16.45h Prof. Dr. Marcel Lepper (Sierre): Arbeit an der „deutschen Neurose“ und Vorbereitungen für den „Ernstfall“: Der lange Schatten des Historikerstreits 19.30h Gemeinsames Abendessen im Restaurant Donnerstag, 6. Juni 2024 Sektion III – Neue Romantik? Kulturkonservatismus zwischen Kunst(-religion), Magie und Pathos 09.15h Prof. Dr. Gabriella Pelloni (Verona): Eine Stimme aus dem Exil. Karl Wolfskehls Gedanken zum ‚Geheimen Deutschland‘ in den Briefwechseln aus Neuseeland 10.00h Prof. Dr. Michael Niehaus (Hagen): Hypnose als Faszination. Bemerkungen zu einer Auffälligkeit im expressionistischen Film 10.45h Kaffeepause 11.15h Prof. Dr. Claudia Öhlschläger (Paderborn): Sich in den Wald schlagen, mitten hinein. Pathetisch-heroische Figurationen von ‚Heimkehr‘ und ‚Waldgang‘ bei Wolfgang Büscher und Neo Rauch 12.00h Dr. Joana van de Löcht (Freiburg): The next generation? Kulturkonservatismus im Werk von Simon Strauß 12.45h Mittagspause Sektion IV – Ästhetiken, Schreibweisen und Aktionsformen der ‚alten‘ und ‚neuen‘ Rechten Abweichender Tagungsort: AStA Stadtcampus, Königsplatz 1, 33098 Paderborn 14.30h Prof. Dr. Barbara Beßlich (Heidelberg): Zwischen Essay und Weltanschauungsliteratur. Schreibverfahren der ‚Konservativen Revolution‘ und des Kulturkonservatismus im frühen 20. Jahrhundert 15.15h Prof. Dr. Gregor Streim (Jena): ‚Unheimliche Nachbarschaften‘. Hans Egon Holthusen im literarischen Feld der Nachkriegszeit zwischen Konservatismus und literarischem Modernismus 16.00h Kaffeepause 16.30h PD Dr. Torsten Voß (Klagenfurt): Poeto-Soziologische Infrontstellung gegen die Ästhetik der Massen. Elitäre Performanzen als Stilprogramm bei Rudolf Borchardt, Nicolás Gómez Dávila und Botho Strauß 17.15–18.00h Prof. Dr. Torsten Hoffmann/Alexander Fischer (Stuttgart): Untergänge des Abendlands. Zum neurechten Interesse an literarischen Dystopien 19.30 Uhr Gemeinsames Abendessen im Restaurant Freitag, 7. Juni 2024 Sektion V – Reaktion und Ressentiment: Literarische Gegenordnungen 09.15h PD Dr. Matthias Löwe (München/Jena): Von oben: Weltanschauung und literarisiertes Ressentiment bei Sibylle Lewitscharoff 10.00h Prof. Dr. Davide di Maio (Verona): Reaktionär als Fortführer : eine ästhetische Provokation von Botho Strauß 10.45h Kaffeepause 11.15h Dr. Kay Wolfinger (München): Der reaktionäre Stil? ‚Neues‘ zum Werk Martin Mosebachs Resonanz 12.00h Dr. Dina Gusejnova (London): Spenglers „Zeitenwende“: zur politischen Verwendung eines Begriffs von der Agadirkrise bis zur Ukrainekrise 12.45–13.00h Schlussreflexion und Verabschiedung Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Claudia Öhlschläger E-Mail: claudia.oehlschlaeger@uni-paderborn.de Mit freundlicher Unterstützung von: ZEIT Stiftung Bucerius Universitätsgesellschaft Paderborn

Literatur & Psychiatrie revisited, 1920–1970: Momente gegenseitiger Beobachtung | Moments d’observation mutuelle


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
15.05.2024
Beitrag von:
Chiara Sartor
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Französische Literatur, 

Literaturgeschichtsschreibung (Geschichte; Theorie)

, und 3 weitere

Erstellt am:
03.05.2024

[Version française ci-dessous] Das spannungsreiche Wechselverhältnis zwischen Literatur und Psychiatrie im deutsch- und französischsprachigen Raum wurde für das Lange 19. Jahrhundert bereits intensiv erforscht: Kompetenzstreitigkeiten und Methodentransfers zwischen der noch jungen psychiatrischen Disziplin und der ›schönen Literatur‹ standen ebenso im Fokus wie das Schreiben übereinander, im Zuge dessen berühmte Schriftsteller zum Gegenstand von Pathografien und Irrenanstalten zu Romanschauplätzen wurden. Die Tagung widmet sich dem Fortbestehen dieser Beziehung nach dem ›goldenen Zeitalter des Irrenwesens‹ (Castel 1977) und nimmt Momente gegenseitiger Beobachtung und Beschreibung in den Blick, die sich zwischen dem Aufkommen der historischen Avantgarden und der Hochphase der europäischen Antipsychiatrie abspielen: Wie verschiebt sich das Machtgefüge zwischen Psychiatrie und Literatur im Zuge der Ästhetisierung des Blicks auf die ›Schriften der Geisteskranken‹ um 1900? Welche Erzählstrategien entwickeln Autor:innen wie Léon Schwarz-Abrys oder Louis Wolfson, um den Alltag in psychiatrischen Kliniken oder das subjektive Erleben psychischer Krankheit zur Darstellung zu bringen? Welche Rolle spielen Akteur:innen wie Alfred Döblin, Frantz Fanon oder Unica Zürn, die als Ärzte oder Patient:innen zwischen den Sphären vermitteln? Wie verändern sich psychiatrische Aufzeichnungstechniken und kasuistische Schreibweisen im Zuge epistemologischer Paradigmenwechsel innerhalb der psychiatrischen Disziplin und wie werden sie in literarischen Texten adaptiert oder konterkariert? Wie entwickelt sich die Funktion von Narrationen im therapeutischen Prozess? Müssen bewährte literaturwissenschaftliche und wissenshistorische Analysekategorien angepasst werden, wenn es darum geht, das Verhältnis zwischen literarischem Schreiben und psychopathologischem Wissen nach dem ›goldenen Zeitalter des Irrenwesens‹, im Kontext der poetologischen und epistemologischen Umbrüche der Zwischenkriegszeit, neu auszuloten? *** Les interactions tendues entre la littérature et la psychiatrie dans les espaces germanophone et francophone ont déjà fait l’objet de recherches approfondies pour le Long XIXe siècle : les conflits de compétences et les transferts de méthodes entre la discipline psychiatrique encore jeune et les « belles lettres » ont été au centre de l’attention, tout comme l’écriture de l’un au sujet de l’autre, avec des écrivains célèbres faisant l’objet de pathographies et des asiles d’aliénés servant de décors de roman. Le colloque se consacrera à la persistance de cette relation après « l’âge d’or de l’aliénisme » (Castel 1977) en examinant des moments d’observation et de description mutuelles qui se déroulent entre l’apparition des avant-gardes et l’apogée de l’antipsychiatrie européenne : Comment le rapport de pouvoir entre psychiatrie et littérature évolue-t-il au cours de l’esthétisation croissante du regard porté sur les « écrits des fous » dans les premières décennies du XXe siècle ? Quelles stratégies narratives des écrivain·e·s comme Léon Schwarz-Abrys ou Louis Wolfson développent-ils pour représenter le quotidien dans les hôpitaux psychiatriques ou l’expérience subjective de la maladie mentale ? Quel est le rôle d’acteur·rice·s tel·le·s qu’Alfred Döblin, Frantz Fanon ou Unica Zürn qui, en tant que médecins ou patient·e·s, servent d’intermédiaires entre les deux sphères ? Comment les techniques de notation psychiatriques et les modes d’écriture des récits de cas évoluent-ils au cours des changements de paradigme épistémologiques au sein de la discipline psychiatrique et comment sont-ils adaptés ou contrecarrés dans les textes littéraires ? Comment la fonction de la narration dans le processus thérapeutique évolue-t-elle ? Faudra-t-il adapter les catégories d’analyse littéraire et d’histoire des savoirs qui ont fait leurs preuves dans l’étude du XIXe siècle lorsqu’il s’agit d’explorer les relations entre l’écriture littéraire et le savoir psychopathologique qui se sont développées après « l’âge d’or de l’aliénisme », dans le contexte des bouleversements poétologiques et épistémologiques survenus depuis l’entre-deux-guerres ? Programm(e) Mittwoch, 15. Mai | Mercredi, 15 mai 13:00 Ankommen | Arrivée 13:30–14.00 Einführung | Introduction (Marie Guthmüller & Chiara Sartor) 14:00–15:00 Keynote Lecture | Discours d’ouverture (Juan Rigoli, Genf / Genève): Frontières et passages entre littérature et psychiatrie, du XIXe au XXe siècle 15:00–15:30 Kaffeepause | Pause-café Panel I: Poetologien des Wissens von der Psyche | Poétologies des savoirs de la psyché Moderation | animation: Marie Guthmüller (Berlin) 15:30–16:15 Alexandra Bacopoulos-Viau (Weill Cornell): Les rêves de Pierre Naville, ou Le surréalisme au-delà de l’inconscient 16:15–17:00 Yvonne Wübben (Charité Berlin / Bochum): Pathologien des Schreibens: Robert Musil und die Individualpsychologie 17:00–17:30 Kaffeepause | Pause-café 17:30–18:15 Armin Schäfer (Bochum): Eifersucht: Psychopathologische Modellierung und literarische Schreibweise Donnerstag, 16. Mai | Jeudi, 16 mai Panel II: Schreibende und lesende Psychiater | Psychiatres écrivains et lecteurs * Moderation | animation: Chiara Sartor (Berlin) 09:00–09:45 Joana Masó (Barcelona): Pour une autre histoire de l’avant-garde: Tosquelles, lecteur de la littérature de la fin du monde chez Nerval 09:45–10:30 Elena Vogman & Marlon Miguel (Weimar): Poetics of the Lived Experience: Frantz Fanon’s Theatre Plays 10:30–11:00 Kaffeepause | Pause-café Panel III: Schreibende Patient:innen und ihre Lebenswege | Patient·e·s écrivants et leurs parcours Moderation | animation: Raphaël Koenig (Connecticut) 11:00–11:45 Anouck Cape (Paris): Marguerite Anzieu et Léona Delcourt, destins parallèles 11:45–12:30 Chiara Sartor (Berlin): Scènes d’écriture à l‘hôpital psychiatrique: Jeanne Tripier, Sylvain Lecocq, Henri Bessaud 12:30–14:00 Mittagspause | Pause-déjeuner Panel IV: Psychiatrie und Auto(patho)biografie | Psychiatrie et auto(patho)biographie Moderation | animation: Anouck Cape (Paris) 14:00–14:45 Ulrike Vedder (Berlin): Mikrologische Blicke: Unica Zürns Schreiben und Zeichnen 14:45–15:30 Marie Guthmüller (Berlin): Errer / marcher à travers les institutions totales? Gentil chapon touche du bois de Léon Schwarz-Abrys 15:30–16:00 Kaffeepause | Pause-café Panel V: Psychiatrie und Justiz | Psychiatrie et justice Moderation | animation: Sandra Janßen (IFK Wien / Erfurt) 16:00–16:45 Maddalena Casarini (Berlin): »Sie sind überhaupt nur eine Einundfünfzigerin«: Die Debatte zur Zurechnungsfähigkeit in Gabriele Tergits Gerichtsfeuilletons 16:45–17:30 Hubert Thüring (Basel): Administrativjustiz und Psychiatrie bei Carl Albert Loosli und Mariella Mehr 19:30 Konferenzdinner | Dîner du colloque Freitag, 17. Mai | Vendredi, 17 mai Panel VI: Arzt-Patienten-Paare | Couples médecin-patient Moderation | animation: Maddalena Casarini (Berlin) 09:00–09:45 Aude Fauvel (Lausanne) & Jon Monnard (Berlin): Le psychiatre et son double: le dialogue ambigu d’Oscar Forel et de Francis Scott Fitzgerald 09:45–10:30 Maximilian Gilleßen (Berlin): Le cas Martial: Pierre Janet, Raymond Roussel et l’inconscient de la langue 10:30–11:00 Kaffeepause | Pause-café Panel VII: Sprache, Politik, Psyche | Langage, politique, psyché Moderation | animation: Alexandra Bacopoulos-Viau (Weill Cornell) 11:00–11:45 Sandra Janßen (IFK Wien / Erfurt): Psychiatrie und Totalitarismus: Goffman, Bettelheim, Blanchot 11:45–12:30 Raphaël Koenig (Connecticut): Schizology? Deleuze’s Foreword to Louis Wolfson’s Le Schizo et les langues 12:30–13:00 Abschlussdiskussion | Discussion finale Organisation: Prof. Dr. Marie Guthmüller & Chiara Sartor Ort | Lieu: Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude | bâtiment principal (Unter den Linden 6) Raum | salle 1066e Wir bitten um Anmeldung bis zum 14. Mai 2024 bei Chiara Sartor ( chiara.sartor@hu-berlin.de ). | Nous vous prions de vous inscrire avant le 14 mai 2024 auprès de Chiara Sartor ( chiara.sartor@hu-berlin.de ).

Studierendentagung: Von Erfolg gekrönt. Arturische Erfolgsgeschichten im Wandel der Zeit


Rubrik:
Konferenzen, Tagungen
Beginn:
20.06.2024
Beitrag von:
Hannah Semrau
Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, 

Literaturtheorie, 

Interdisziplinarität

, und 2 weitere

Erstellt am:
19.04.2024

Ankündigung der Studierendentagung Von Erfolg gekrönt. Arturische Erfolgsgeschichten im Wandel der Zeit der Goethe-Universität Tagungszeit- & Ort: 20.-22. Juni 2024 Goethe-Universität Frankfurt am Main Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik im Eisenhower-Saal, IG 1.314, des IG-Farben-Hauses Norbert-Wollheim-Platz 1 60323 Frankfurt am Main (Campus Westend) Wir laden alle Interessierten ganz herzlich zum Zuhörern, Diskutieren und Kontakte knüpfen zu unserer Tagung ein! Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung per Mail (tagung_erfolgsgeschichten@em.uni-frankfurt.de). Alle weiteren Informationen finden Sie auf unserer Homepage: www.uni-frankfurt.de/150872225/Studierendentagung__Von_Erfolg_gekr%C3%B6nt